Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
641
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Volkszeitung

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Vierte Folge.

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No. 41. II.

Jahrga ug.

Gine Mlachenchronik für Jiterutur, Nunzt, ſchäöne Miſſenſchaften und Geſellſchaſt.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 7. Oetober 1864.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Das Taſchentuch.

Novelle von

N. E. Hahn.

An einem unbeſchreiblich ſchönen Maimorgen, als noch Alles in den Häuſern des reizend gelegenen Dor⸗ fes Mildenau ſtill war, öffnete ſich leiſe die Thür des Forſthauſes, und ein junges Mädchen von anmu⸗ thigem Aeußern trat heraus.

Leichten Trittes ging ſie über die blumige Wieſe dem nahen Walde zu, und ſetzte ſich zu Anfang deſ⸗ ſelben unter einen großen Kaſtanienbaum.

Nicht lange verweilte Marianne allein, raſche elaſtiſche Schritte wurden auf dem Kieswege hörbar; das Mädchen blickte auf, ein ſchöner Mann in der Blüthe der erſten Jugend ſtand vor ihr.

Dank, theure, geliebte Marianne, Dank, daß Du gekommen biſt! rief er aus, und ſein Geſicht ſtrahlte.Jetzt geh ich getroſteren Muthes in die

Welt, kann ich Dir doch noch einmal ſagen, daß ich Dir treu bin bis in den Tod, und Du, Marianne, Du?

Ich ſchwöre Dir, Franz daß Nichts, keine Ge⸗ walt der Erde mich von Dir abwendig machen ſoll, ſo lange ich an Deine Treue glauben kann!

Auch nicht das Machtgebot Deines ſtrengen Großvaters, oder das Flehen Deiner ſanften Mutter?

Weder Eins noch das Andere, mein Franz!

Dein Großvater hat mir die Thüre gezeigt, er wird auch die Briefe, welche ich Dir ſchreibe, nicht in Deine Hände kommen laſſen, deßhalb will ich Dir durch den guten Steinberger meine Schreiben ſenden, und Du kannſt ihm Deine Antworten anvertrauen, meine liebe Marianne.

Sicher, mein Franz, Du wirſt mir oft ſchreiben; ich werde es ſeltner können, da ich viel unter den Augen der Meinen bin; aber Du wirſt deßhalb nicht an mir zweifeln?

Nicht einen Augenblick! ſo lange wir uns ken⸗ nen, haben wir einander geliebt, als Kinder innig,