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hellwache Schlummern der geiſtigen Sinne habe ich niemals ſo erlebt, als in den wonnevollen Nächten des Südens. Und es iſt ein ſo köſtliches Gefühl, das Verſinken in reines Genie⸗ ßen und träumeriſches Anſchauen.
O, dieſe ſicilianiſche Luft hat etwas Gefährliches. An dieſem Abend begriff ich Siciliens Glück und Wehe. Bete und arbeite: das Geheimniß des Lebensglücks der Völker wie des Einzelnen beruht in dieſen Worten. Den zweiten Theil aber vergeſſen jene übergroßen Schaaren ſicilianiſcher Mönche und Geiſtlichen, die ungeheure Einkünfte verthun, nicht im Luxus, aber ohne Vortheil für das Land,— jene ſicilianiſchen Adligen und Bürgersleute, die ſtets an Geldmachen im Kleinen den⸗ ken, und gedeihen wollen, ohne ſich anzuſtrengen,— ja das ſicilianiſche Volk in Maſſe, das ſich widerſtandlos an die Genüſſe ſeiner ſchönen weichen Luft und Landſchaft gefangen giebt, während es ſich doppelt kräftigen müßte, um ſich trotz ihrer verführeriſchen Einflüſſe oben zu halten. Bete und arbeite: ich meine damit kein bloßes Kirchengehen und kein
bloßes Werkeltagsthun, ſondern jegliches Wirken und Schaf⸗ fen, das im Kleinen oder Großen wohlthätig iſt und das im ſteten Bewußtſein des ewigen göttlichen Hintergrundes aller Dinge geſchieht. Kein Gedicht und Kunſtwerk iſt ſchön, dem dieſer ideale Hintergrund fehlt, und ſo iſt jedes kleinlich ſelbſt⸗ ſüchtige Arbeiten und jedes unthätig beſchauliche Leben ein verlorener Athem im Weltall. Tauſendfach aber ſind die Wege, auf denen das Beten und für die ſchöne Harmonie des Weltalls und für die göttliche Beſtimmung des Einzelnen. Wenn ein armer Gelehrter zu⸗ rückgezogen forſcht und prüft und ſchreibt, daß irgend ein Irrthum weniger, irgend eine Wahrheit mehr in der Welt ſei, daß noch ein neues Wiſſenskörnchen beitrage, Leben und Nahrung der Menſchen zu ſichern,— oder wenn eine Für— ſtin, die ihr Geſchick in eine öͤde und ſchale Welt ſtellte, den⸗ noch ruhig entſchloſſen ihre täglichen kleinen wie ihre großen Pflichten als Frau und Regentin erfüllt, wenn ſie mitten un— ter Undank und Läſterung heldenmüthig für ihres Hauſes
Ein Mittel ein hohes Alter zu erreichen.
Unter den vielen Mitteln, die jeden Tag erdacht werden, um auf Koſten Anderer ein bequemes Leben zu führen, ver⸗ dient das folgende Erwähnung.
Einem Individuum iſt es gelungen, ſich ein gutes Ein— kommen zu verſchaffen, indem er in die großen Pariſer Jour⸗ nale die folgende Anzeige einrücken ließ:
„Wünſchen Sie ſicher ein ſehr hohes Alter chen? Schicken Sie funfzig Centimes in Briefmarken an Herrn..... Die untrügliche Löſung folgt mit umgehen⸗ der Poſt.“
Die funfzig Centimes regnen förmlich an die angezeigte
Arbeiten fruchtbar wird
V Ehre wie an ihres Volkes Glück arbeitet,— wer dürfte ſa- gen, jener Gelehrte oder dieſe Fürſtin erfüllten nicht voll gültig jenes Sprüchlein für alles Lebensglück? C.
zu errei⸗ V
Folge. 559 Es ſind die Herren: Viennet 87 Jahr; de Ségur 83 Jahr; de Barante 82; Dupin 80; Lebrun 79; Guizot 77; de Broglie, de Lamar⸗ tine, Villemain und Berryer 74; de Pongerville und Cou⸗ ſin 72; Patin 71; Flourens 70; Mignet 68; Thiers und de Rémuſat 67 Jahr..
Außer dieſem unbeſtreitbaren Vortheil hat man den Gewinn jährlich 1500 Franken zu beziehen.“ C.
Misxrellen.
An der in Petersburg erſcheinenden Zeitſchrift„die Nor⸗ diſche Biene“ arbeitete der Schriftſteller Kaan, von Bulgarin in die ruſſiſche Leſewelt eingeführt. Dieſer Kaan kommt eines Abends bleich und verſtört zu Bulgarin, ihn um Geld beſchwörend, da er noch dieſe Nacht in ſeine Heimath Dorpat reiſen müßte, denn ſeit zwei Stunden treibe ihn die Ahnung hin und her, wenn er nicht augenblicklich ſich dahin begebe, ſo geſchehe dort ein namenloſes Unglück. Was thun? Bul⸗ garin giebt das Geld, und Kaan reiſt ab. Er kommt mit Extrapoſt in Dorpat an. Die Treppe ſeiner mütterlichen Wohnung hinaufſtürmend, tritt er in die große Stube, ſie iſt leer und finſter. Er will in das Schlafzimmer der Mutter. V Ein ſchwerer, hinter der Thür befindlicher Gegenſtand hin⸗
dert ihn, in daſſelbe einzudringen. Vergebens iſt ſein Rufen, die Wohnung ſcheint ausgeſtorben. Mit vieler Mühe ge⸗ lingt es ihm, den Beleuchtungsapparat zu finden; endlich hat er Licht und dringt in die Kammer. O Entſetzen! Der hindernde Gegenſtand iſt der Körper ſeiner Mutter, die ſich an der Thür aufgehängt hatte, um einem qualvollen Leben ein Ende zu machen. Noch iſt Lebenswärme in ihr, und mit raſcher Beſonnenheit gelingt es dem Sohne, den faſt erloſche⸗ enen Lebensfunken wieder anzufachen, und in ſchauerlicher Einſamkeit die Mutter wieder ins Daſein zu rufen.
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Vom deutſchen Büchermarhkt. Ausgewählte Romane von Levin Schücking.
Leipzig, bei Brockhaus.
Durch eine lesbare und wohlfeile Ausſtattung dem grö⸗
eren Publicum noch näher gerückt, empfiehlt ſich dieſe Edition, von der jetzt„die Marketenderin von Köln“ vorliegt, zu leich⸗ ter Lectüre.
Schücking iſt ein gefälliger Erzähler, der das romantiſche Element mit dem modernen zu verbinden und für das Vorführen halb geſchichtlicher, halb erfundener Zu⸗ ſtände den rechten Ton zu treffen verſteht. Der gute Er⸗ folg hat ſchon die zweite Auflage nöthig gemacht. O. B.
Waseine Mutter ihren erwachſenen Töchtern erzählt und der Vater zu Papiere gebracht hat. Von F. J. Günther. München, bei A. Rohſold(früher
Adreſſe. Ein Millionär, derſelbe welcher geſagt hat:„Wie Fleiſchmann).
unangenehm iſt es doch ſelbſt ſterben zu müſſen!“ theilt uns
die litbographirte Antwort mit, für ſeine Briefmarken zugegangen iſt:
„Laſſen Sie ſich zum Mitglied der franzöſiſchen Akade⸗ mie ernennen.
Die Akademiker werden ſehr alt.
Es ſind unter ihnen ſiebenzehn, deren Alter zuſammen⸗ gerechnet die Ziffer von dreizehnhundert Jahren erreicht.
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welche ihm zum Austauſch Verlagshandlung gehört auch ſo manches auf
Zu den zahlreichen Büchern und Werken dieſer thätigen das praktiſche
und häusliche Leben berechnete, und zu den letzteren geſellt
ſich das vorliegende. Es iſt in einem ſittlich reinen, aber anſpruchsloſen und nicht zu didaktiſchen Tone gehalten und bringt in einzelnen für die Jugend lehrreichen Geſchichten einen ſehr mannigfachen Inhalt. Manche dieſer Sachen ſind pikant erfunden und entbehren der Spannung nicht, welche


