Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
497
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Vierte Folge.

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Eine Mlochenchronik für Titeratur, Aunst, ſchöne Tliſſenſchaften und Geſellſenaft.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am

II. Jahrgang.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

5. Auguſt 1864.

Beſen.

Die Primndonna. Novelle von Julius Mühlfeld. (Fortſetzung.)

Aber auch die längſte Nacht vergeht wieder, und der Rauſch mit ihr, und ernüchtert erwacht auch Graf Oskar wieder, und mit ihm, wie neugeſtärkt, die in nere Qual. Und wieder treibt ſie ihn bis in Agnes' Boudoir, und wieder möchte er vor ihr niederfallen und mit bebenden Lippen ihr bekennen, wie heiß, wie innig er ſie liebt, wie er nur lebt in ihrem An⸗ ſchauen und kein Glück, keine Seligkeit kennt außer ihr: und wieder doch verläßt er vernichtet ihre

Wohnung und ſchwankt unter dem Banne der Lei⸗

denſchaft umher, bis er entſetzlichen Zerſtreuungen zur Beute fällt, die ihn endlich in ihrem Abgrunde zer⸗ ſchmettern müſſen.

Graf Oskar iſt der ſchwache Charakter von

früher: noch immer Schwärmer und Gefühlsmenſch, dem wechſelnden Einfluſſe des Augenblickes preisge⸗ geben und dieſe Schwäche wird ſein böſes Ver⸗ hängniß, das ihn von Exceſſe zu Exceſſe jagt und ihn endlich in das Verderben treiben muß.

Wir finden ihn heute bereit zum Entſagen. Der Grundzug ſeines Weſens iſt ja der alte, und ſeine Principien über Menſchenbeglückung ſind dieſelben geblieben; aber die Leidenſchaft iſt mächtiger als er ſelbſt, und ihre Wogen haben die Pfeiler ſeines Charakters, die Dämme ſeines Willens überfluthet.

Sein edles Herz will nur die Geliebte glücklich ſehen, und in dem Augenblicke hochherziger Erregung ſchweigen die eigenen Wünſche, iſt ihm ſein Entſchluß wirklich ernſt. Jedoch wie lange wird ſeine Macht dauern? Wird er ſtark genug ſein, der anſtürmen⸗ den Leidenſchaft zu widerſtehen? Die Dämonen in ſeiner Bruſt grinſen und hohnlachen bereits und ſpotten ſeines Willens: ſie kennen ja ihre Macht am beſten und freuen ſich zuletzt nur ſtill des ſichern künftigen Triumphes.