8N
3 ugen wollte
82
älſchlug.
t ein„
der eſelhe
. elbe ange⸗
der nur t
Lands! wsmann,
ſie zu
fen und
erwiderte
gen Mannes
ren n 2 enken nach Z.
durch ſeine das Dorfkind
eben war.
e,— wenn el
Sie den Herrn endolph das z erhoben
) ſie ihn ut
— lberſtimme,
das zarte Weiß 31 O, ich er⸗ 3— 7
zie auch lange
Vierte Zeit nicht geſehen habe. Seien Sie mir herzlich willkommen!“
Sie ſtreckte ihm die durchſichtig feine Hand ent— gegen, die er ehrfurchtsooll an ſeine Lippen zog. Es lag ſo viel natürliche Grazie, ſo viel ungekünſtelte Hoheit in dem Weſen des ehemaligen Mädchens vom Dorfe, daß man ihm unmöglich anders als mit Ehr— erbietung begegnen konnte. Auch Löwen empfand das
und erzeigte ihr dieſelben Rückſichten wie einer hoch⸗ gebornen Standesdame.
„Ich preiſe den Zufall,“ ſagte er verbindlich,„der mich Ihren Namen in der Opernankündigung finden ließ. Freund Brenken hatte mir ſchon früher ſo viel von Ihren Erfolgen in Deutſchland geſchrieben, daß ich mir ſogleich dachte, Sie müßten es ſein; und ſo bin ich denn hierher geeilt, und wäre doch nun bei⸗ nahe gar nicht zu Ihnen gedrungen.“
„Ah, Marianne wollte Sie abweiſen!“ unter⸗ brach ſie ihn lachend,„ich hatte ihr freilich geſagt, daß ich heute Niemanden empfangen wollte, weil ich
erſt geſtern angekommen bin und heute noch einer
Probe beiwohnen und doch auftreten muß und dazu der Erholung bedarf. Doch für einen deutſchen Lands⸗ mann galt das natürlich nicht, und ich freue mich recht herzlich, Sie zu ſehen.“
„Und haben Sie denn gar keine Nachrichten,
jeinen Brief von Brenken an mich? Hat er Sie denn nicht an den männlichen Schutz des Freundes ver⸗ wieſen, als Sie ſich ſo allein in dieſe Weltſtadt wag⸗ ien? Und weßhalb iſt er denn nicht ſelbſt mitge⸗ fkommen?“
„Er hätte Eines oder das Andere ſicher gethan; aber er konnte leider nicht, er weiß vielleicht jetzt
faum, daß ich nach Paris gereiſt bin. Graf Brenken
war ſehr gefährlich erkrankt, als ich unſere Reſidenz verließ; er lag am Typhus darnieder, und man zwei⸗ felte allgemein an einem glücklichen Verlaufe der Krankheit. Es wäre ſchade, wenn er geſtorben wäre, und mit ihm das alte Geſchlecht erloſchen.“
Sie ſagte das ſo leicht hin, in einer ſo ober— fäächlichen Weiſe, welche ſehr in Zweifel ſtellte, ob ſie nur ſo viel dabei empfände, als die kühlen Worte bedeuteten, und Löwen fühlte helle Zornesgluth in ſich emporflammen.
„Brenken krank, gefährlich krank, und vielleicht ſterbend!“ rief er außer ſich,„und Sie ſagen das mit einer Ruhe und Gleichgültigkeit, als ob es ir⸗ gend ein Fremder wäre, und nicht der Mann, dem Sie ſo hoch verpflichtet ſind, dem allein Sie danken, was Sie geworden, und ohne deſſen Hochherzigkeit Sie heute noch das Mädchen auf dem Dorfe wären!
Pfui—!“
Folge. 467 „Herr Baron!“ rief Agnes Lindau drohend, und die Röthe des Zornes überflog blitzſchnell ihre Züge; „ich bitte, keine Impertinenzen! da hören ſelbſt die Rechte des Landsmannes auf, und Agnes Lindau ge⸗ ſtattet es Niemandem, ihr Vorſchriften geben zu wol⸗ len. Der Graf iſt krank, und das thut mir leid, denn ich weiß auch ohne Ihre Erinnerung recht wohl, daß ich ihm verpflichtet bin; doch habe ich mich längſt daran gewöhnt, das Unabänderliche mit Ruhe zu er⸗ tragen. Doch laſſen Sie uns von andern Dingen ſprechen, von meinem Auftreten, welches mir augen⸗ blicklich das Wichtigſte iſt. Sie kennen doch das Publicum und die hieſige deutſche Oper; werde ich ein volles Haus haben, und wird man es in Paris zu ſchätzen wiſſen, daß ich hierher gereiſt bin, um zu ſingen?“
Löwen fühlte ſich beluſtigt durch dieſe Anmaßung, und dieſes Gefühl miſchte ſich mit dem des Zornes, welches ihn noch eben durchglühte. Er hatte jetzt die ganze Natur dieſes verzärtelten und verwöhnten Künſt⸗ lerweſens begriffen und erwiderte mit leiſem Spott:
„O gewiß, dafür hat ſchon der Unternehmer geſorgt. Seine Anzeige kann keinesfalls überſehen werden, und die Pariſer werden ſchaarenweis herbei⸗ eilen, um eine Dame zu ſehen, welche ſich mit ſo großem Pompe ankündigen ließ.“
Agnes Lindau warf dem kühnen Sprecher einen Zornblitz aus den dunkeln Augen zu,— ſie war bei aller Eingebildetheit doch klug genug, um das Mali⸗ ciöſe dieſer Antwort herauszufühlen— aber Löwen fuhr anſcheinend ganz harmlos fort:
„Sie haben ſich doch hoffentlich auch mit den hieſigen Journaliſten in gutes Einvernehmen geſtelltz ich begegnete den Herren auf der Treppe.“
„Ich habe ſie gar nicht angenommen; ich bemerkte Ihnen bereits, daß ich der Erholung bedürftig bin und Niemanden empfangen wollte,“ entgegnete ſie mißmuthig,„und ich glaube, daß ich doch beſſer ge— than hätte, dabei zu beharren; ich fühle mich wirklich angegriffen.“
Sie ließ ſich ermüdet in die Kiſſen zurückgleiten; der Beſuch fing an, ihr läſtig zu werden; ſie wollte ihn los ſein und dann den Befehl geben, daß ſie für den Baron von Löwen niemals mehr zu Hauſe wäre.
„Sie irren, gnädiges Fräulein,“ ſagte jedoch Löwen, der ſich den Anſchein gab, ſie gar nicht zu verſtehen.„Sie hätten im Gegentheil beſſer gethan, die Journaliſten ebenfalls zu empfangen. Es waren ſechs der ſchärfſten und einflußreichſten Federn von Paris, welche als Ihre Feinde aus dem Hötel giu gen, und ich fürchte, Sie werden erkennen müſſen,
8 — 4


