Vierte Folge. 423
war es dem Glaubensheere geglückt, ſich der Haupt⸗ ſtadt bis auf einige Stunden zu nähern. Zwei Tage wir den Hafen der freundlichen Stadt Villauova lang weidete ſich Don Carlos im Anblick der könig⸗ erreichten, und nun befanden wir uns in dem Theile lichen Reſidenzſtadt, decretirte ſeinen neuen Hofſtaat von Spanien, wo wir in den Jahren 1813 und 14 und entwarf das Programm über die Krönungsfeier⸗ mit abwechſelndem Glück gegen die Franzoſen gefoch⸗
Es war am 8. März, Nachmittags 5 Uhr, als
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andt lichkeit. Als er ſich jedoch eines Morgens erhob, ten hatten. um ſeinen Einzug zu halten, umgeben von einem Wie freuete ich mich, das freundliche, reinliche, großen Troß von Prieſtern und Prälaten, da ſtand wie es ſein Name beſagt, noch gar nicht alte Villa— 1en. Graf Abisbal zu ſeinem Empfange mit den Garden nova wieder zu ſehen! Es war die einzige Stadt d der Königin am Thore bereit, und Don Carlos V in Spanien, die mir auf den erſten Blick und durch⸗ 1 t wandte ſein Roß, und das ſchwer getäuſchte Heer V gehends gefallen hatte, als ich vor Jahren dort einige zog fluchend hinter ihm drein, denſelben Weg, den Tage verweilte. Die Bewohner haben die Ruhe, in es jubelnd vor einigen Tagen zur Einnahme von der ſie während des ſiebenjährigen Kampfes auf der Madrid gekommen war. Man ging zurück in die pyrenäiſchen Halbinſel gelebt haben, überhaupt ihre ausgeſogenen Cantonnirungen des treuen Baskenlandes. faſt gänzliche glückliche Abgeſchiedenheit vom Binnen— Zu ſpät ſah man ein, daß der Verluſt des ehren⸗ lande, einer hohen Sierra zu verdanken, über die nur werthen Zumalacarreguy unerſetzlich ſei. Das treue ein einziger, für Saumthiere gangbarer Weg führt. Gebirgsvolk war endlich enttäuſcht über das vermeint⸗ Die Bevölkerung von Villanova beſteht zum größ⸗ liche Talent des prinzlichen Feldherrn und wünſchte ten Theil aus Fiſchern, Lootſen, Schiffbaumeiſtern ihn mit ſammt der ihn umgebenden Camarilla von und wohlhabenden Kaufleuten, die einen ſtarken Con⸗ bei Beichtvätern und Stockariſtokraten a todos demonios. trebandehandel mit dem Inlande treiben. An Landes⸗ d Ge⸗ Die Mauern der alten Stadt Oropeſa, deren producten führen ſie Oel, Wein, Gerſte und Carubba ns zum Theil noch aus den Zeiten der Arabex und Rö⸗(Johannisbrod) an die Küſten der benachbarten Inſeln „ N mer herrührende Thürme und Mauern vompen Fran⸗ V aus, und tauſchen dagegen von jenen Schlachtvieh, — zoſen bei ihrem Abzuge geſprengt wurden, und die von Barcelona aber Tabak und Manufacturwaaren ein. d auf einer ſchmalen Landzunge tief ins Meer hinein⸗ An dieſen war der Mangel in letzter Zeit ſo fühlbar, erJen gebaute Feſte Peniscola bezeichnen die Grenze des daß ſelbſt das in Spanien ſo viel gebrauchte grobe 5 cataloniſchen Gebietes. Wir verloren ſie am Abend braune Tuch von außen her, häufig von Corſika und dr N. aus dem Geſicht und erreichten am folgenden Tage, Sardinien, eingeführt wurde. doüre kurz vor Einbruch der Nacht, die Rhede der uralten Sämmtliche Claſſen der Bevölkerung erfreuen ſich 4 V Stadt und Feſtung Tarragona. bei ihrer Betriebſamkeit eines ziemlichen Wohlſtandes. gelan⸗ Während ich mit meinem engliſchen Reiſegefährten Arme giebt's keine in Villanova. Uebrigens bil⸗ dem behaglich auf dem Verdeck unſers ſchönen Dampfers V det die Stadt mit ihrer nächſten Umgebung eine Art ſoupirte, hatte wohl Niemand in der Feſtung eine Freiſtaat mit uralten Statuten, zwar nicht ganz ſo ner. Ahnung davon, daß zwei Männer in dieſer Nacht begünſtigend als die Fueros des Baskenlandes, aber f den im Hafen logirten, deren Einer zweimal unter dieſen ebenſo treu bewahrt, wie die Fundamentalgeſetze der Hunpk.„ Mauern geblutet, der Andere aber ſein beſtes Schlacht⸗ nördlichen Provinzen, worauf die ſtarrköpfigen Bewoh⸗ 63 u roß in einem Scharmützel während der letzten Bela⸗ ner derſelben ſo ſtolz ſind. ir noch gerung verloren hatte. Der häufige Verkehr mit dem Auslande macht Trup: Um den andauernden guten Wind zu benutzen die Leute in Villanova froh und lebensluſtig. Mit an det und Villanova, das nur ungefähr 25 Leguas von ihren übrigen Landsleuten in Catalonien theilen ſie 1gtöß- Tarragona entfernt iſt, bei Zeiten zu erreichen, hatte wohl die poetiſch⸗ſchwärmeriſche Lebensauffaſſung, nicht 3 sigrne der Capitain, ſobald das Briefpacket aus Land ge⸗ aber den ſie ſo ſehr bezeichnenden Stolz. Sie tragen 4 1 zu ſchickt war, ſchon früh am nächſten Morgen die Anker nicht jene ſteife Grandezza zur Schau, welche dem nan ſich lichten laſſen. Ausländer anfänglich ſo beſchwerlich fällt. Auch ihre doch Ne⸗ Da wir wegen der an der Küſte von Tarragona Tracht, ſowohl bei Männern als bei Frauen, iſt ein was wei weit ins Meer ragenden unſichtbaren Klippen tiefer kleidſames Gemiſch nationaler und fremder Gewohn⸗ 1 o ein⸗. in die See halten mußten, ſah man von den an der heit. Sie wählen zu ihren Anzügen, was ihrem Kör⸗ 2 ſanel, Küſte liegenden Orten nur das hoch gelegene Alta- per gut ſteht, und das iſt ein Hauptgrund, weshalb Basken⸗ fulla, eine alte Römerſtadt, und Torre dem Barra, junge Mädchen einen ſo beſonders gefälligen Ein⸗ fulbtloſt deſſen mauriſches Caſtell viele Meilen weit ins Meer druck auf den Fremden machen. Haar und Teint der „Aſt ppäͤtel hinaus ſchimmert. 4 Villanoveſen iſt weniger dunkel als in den meiſten


