Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
329
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Vierte

Dies gab mir Veranlaſſung zu bitten, mich allein weiter gehen zu laſſen.

Die Damen waren dazu bereit, der Förſter aber erklärte mit der größten Entſchiedenheit, daß er bis zur Grenze ſeines Reviers mitgehen, daß ihn davon kein Menſch zurückhalten werde⸗

Nach einem herzlichen Abſchiede von den jungen Leuten gingen der Förſter und ich vorwärts in der Richtung nach Neitzſch, während die Uebrigen den Rückweg nach dem Forſthauſe antraten. Sultan, wel⸗ cher der Liebling von Eliſe zu ſein ſchien, wollte bei dem Förſter bleiben, lief aber, als er von Eliſe ge⸗ rufen wurde, dieſer nach.

Als wir allein waren, legte der Förſter meinen Arm in den ſeinigen, ohne ein Wort zu ſagen. Ich ließ es ruhig geſchehen; im Schweigen ſchritten wir weiter, bis wir uns dem Ende des Waldes genähert hatten. Da mit einem Male blieb der Förſter ſte⸗ hen, faßte mich an den Schultern, zog mich dicht an ſich heran und ſagte dann weich und bewegt, wie ich es von ihm noch nicht gehört hatte:

Donnerwetter, Aſſeſſor, was iſt denn in Sie gefahren? Sie wackeln ja mir zur Seite ſtumm wie ein alter Eichklotz. Sind's unzufrieden mit uns, ſagen's gerade heraus.

Ich mußte mein Schweigen rechtfertigen und, in⸗ dem ich das that, dem Förſter Alles mittheilen, was mir bis zu meinem Fortgehen aus Neitzſch begeg vot war.

Beweg, Und nun, Herr Förſter, ſo ſchloß ich meine fortzutheilung,ſchelten Sie mich oder lachen Sie über Verlch, wie Sie das wollen; ich kann aber die Unruhe, unſſe das auffällige Verhalten meines Wirthes mir Doerurſacht, Ledaß die nächſte Zukunft etwas Verhängnißvolles brin⸗

ſo gen wird, nicht los werden. ei

nicht bemeiſtern und die Befürchtung,

Der Förſter brummte Etwas vor ſich hin, das ich nicht verſtehen konnte, das aber viel Aehnlichkeit

4 mitverdammte Dummheiten zu haben ſchien; er

wollte auch lachen, doch das gelang ihm nicht; er war, wie ich, von Minute zu Minute ernſter gewor⸗ den und hatte vielleicht ganz dieſelbe Bangigkeit zu bekämpfen, nur daß er dies nicht zugeſtehen, daß e er dies verbergen wollte.

Aſſeſſor, ſagte er endlich laut,fort mit den Grillen! Der Kerl thut ſich, ſtraf' mich, kein Leid an, und mir macht der Millionenhund keine Angſt. Schlafen's gut und kommen's morgen wieder heraus. Ich bin heute hundemüde und ſehne mich nach Ruhe.

Wir trennten uns, denn auch ich ſehnte mich nach Ruhe, die ich jedoch nicht finden ſollte.

Bald hatte ich den Rücken des Berges erreicht

und die Stadt zu meinen Füßen. Etwa eine Viertel⸗ ſtunde weiter, faſt in der Mitte des Weges, da, wo dieſer, um das Abſchüſſige zu mindern, eine erheb⸗ liche Biegung machte, hörte ich hinter mir im Walde einen Schuß fallen. Dieſer Schuß erſchreckte mich ſo, daß ich wie angewurzelt ſtehen blieb, kein Bein fortbewegen konnte und noch lange den Wiederhall in den Bergen zu hören glaubte, nachdem dieſer ſchon längſt verſtummt war.

Sollte dieſer Schuß auf den Förſter abgefeuert ſein? Das war der erſte Gedanke, den ich faſſen konnte. Aber ich beruhigte mich. Der Weg, der zum Förſterhauſe führte, nahm die Richtung nach Oſten, der Schuß dagegen, deſſen glaubte ich ſicher zu ſein, war weit davon ab in ſüdlicher Richtung gefallen.

Als ich an die Thür meiner Wohnung kam, ſchlug es Zwölf. Mir fehlte der Schlüſſel, das Mädchen öffnete aber ſogleich, nachdem ich die Thürklinke ein mal niedergedrückt hatte, und rief dann voller Freude

Gott ſei Dank, daß Sie da ſind, ich bin bald umgekommen ach Gott! unterbrach ſie ſich; ich war eingetreten, ſie hatte mich erkannt,Sie ſind's, Herr Aſſeſſor. Denken Sie nur, der Meiſter iſt noch nicht zurück. Ich habe wegen des Begräbniſſes der Mutter heute Alles allein beſorgen müſſen, der Mei⸗ ſter hat ſich um gar Nichts gekümmert. Er iſt fort⸗ gegangen, ohne zu ſagen wohin, und hat ſich vor kei⸗ nem Menſchen ſehen laſſen.

Ich ſagte dem Mädchen, daß ſie die Thür ſchlie⸗ ßen und ſich zu Bette legen, den Schlüſſel aber mir geben ſolle, weil ich aufbleiben und dem Meiſter, wenn er zurückkehre, öffnen würde. Dabei gab ich mir die größte Mühe, mich unbefangen und ruhig zu zeigen und meiner Stimme Feſtigkeit zu geben.

Das Mädchen wollte zwar Einwendungen machen, ich zog ihr jedoch den Schlüſſel aus der Hand, über⸗

zeugte mich, daß ordentlich zugeſchloſſen war, und

daß ohne mein Wiſſen kein Menſch in das Haus kommen konnte.

Dann begab ich mich in mein Zimmer, zündete Licht an und erwartete die Rückkehr meines Wirthes. Von meinen Sorgen, von meinen Aengſten will ich nicht reden, ſie nahmen an Umfang zu, je länger ich warten mußte.

Nach drei Uhr endlich, es fing ſchon an Tag zu werden, hörte ich ſchwere Tritte die Straße her⸗ aufkommen. Ich ging nach dem Fenſter und ffnete daſſelbe, um beſſer beobachten zu können.

Ein Mann näherte ſich langſam und, wie es mir ſchien, ſuchend meiner Wohnung. Mein Wirth war es nicht, das konnte ich deutlich erkennen.