Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
325
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Vierte Folge.

Fähigkeiten aus; Alles berechtigte zu den hochgehend⸗ ſten Erwartungen.

Das heitere Studentenleben ſollte nun aber auch ſeinen Abſchluß erhalten. Vien Jahre waren wieder dahingeſchwunden. Nach Ablegung einer vorzüglich ausgefallenen Prüfung vor der philoſophiſchen Fa⸗ cultät zu Berlin ging Toni drei Jahre zu ſeiner weite⸗ ren Ausbildung auf Reiſen, jedoch mit der Beſtim⸗ mung, zu ſeinem vierundzwanzigſten Geburtstage, wo er mündig wurde, wieder nach Reichheim zurückgekehrt zu ſein.

Oskar Weimuth war durch die edle Freigebigkeit Walther's auf der ganzen Reiſe ſein Begleiter, ſo daß die beiden Jünglinge nun ganz die ſchönen Jahre der Ungebundenheit zu genießen vermochten.

Die Zeit verfloß nur zu ſchnell. Am Vorabend ſeines vierundzwanzigſten Geburtstags, ſo wie es der Vater beſtimmt, traf Toni mit ſeinem Freunde wieder bei den Eltern ein. Hier hatte ſich Manches geän⸗ dert. Die beiden Kinder waren zu lieblichen Jung frauen erblüht. Toni ſtutzte und zöͤgerte wirklich einen Moment, als er in dieſer hohen, ſchlanken Geſtalt ſeine Schweſter umarmen ſollte. Doch dies dauerte nicht lange, denn bald plauderten und ſcherzten ſie wie früher zuſammen.

Den geliebten Pflegevater fand Toni zu ſeinem Schrecken verändert; er ſah ſo matt, ſo ſchwach aus, daß er es nicht unterlaſſen konnte den Vater recht eindringlich nach ſeinem Befinden zu fragen. Dieſer wollte zwar alle und jede Beſorgniß lächelnd zurück⸗ weiſen, doch ſein trauriger Blick, der unwillkürlich ſeinen Augen entfuhr und ſeine blühenden vor ihm ſtehenden Kinder ſtreifte, ſchien ihn Lügen ſtrafen zu wollen. Glücklicherweiſe entging dieſer Blick Toni, und er überließ ſich nach der erhaltenen beruhigenden Verſicherung ganz der Freude, wieder zu Hauſe bei ſeinen Lieben zu ſein.

Als ſich am Abend dieſes Tages die Hausgenoſſen getrennt, jeder ſein Zimmer aufgeſucht, klopfte es leiſe an Walther's Thüre, und auf ſeinHerein trat Brigitte, ein kleines Päckchen in der Hand hal⸗ tend, ein, näherte ſich ihrem Herrn und bat um einige Augenblicke Gehör. Nachdem ſie beide Platz genommen, ſagte Brigitte:

Lieber gnädiger Herr! Auf den Wunſch der verſtorbenen Röſig bin ich die Trägerin einer Mit⸗ tbeilung, die ich auf einen ihr geleiſteten Eid mor⸗ gen am vierundzwanzigſten Geburtstage dem jungen Herrn Toni zu machen habe. Im Falle ich dieſen nicht mehr erlebt, ſo war ich verpflichtet, mich kurz ganz zuverläſſigen Perſön⸗ Da morgen, der zweite Sep⸗

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tember, der feſtgeſetzte Tag iſt, ſo glaube ich im Sinne der Verſtorbenen zu handeln, wenn ich Sie, den ſo getreuen Pflegevater des jungen Toni, bitte, ihm dies Päckchen als den Nachlaß ſeines Vaters einzu⸗ händigen. Ich habe es von der Röſig am Abend des mir unvergeßlichen Tages, wo Sie, gnädiger Herr, zum erſten Mal die Hütte in der Schlucht be⸗ treten hatten, erhalten. Die arme Röſig glaubte da⸗ zumal, den andern Tag nicht mehr zu erleben, und da machte ſie mir in ihrer Herzensangſt die folgende Mittheilung: Sie ſei nicht die rechte Mutter Toni's; als zweijähriges Kind hätte ihr Mann, da ſie mit ihm noch in Stockholm geweſen, ihn als ſein eigenes angenommen; ob er die Abſtammung deſſelben ge⸗ kannt, wüßte ſie nicht, vermuthete es aber, da er ihr im Falle ſeines früheren Todes hätte ſchwören laſſen, dies Päckchen Papiere ihrem Pflegeſohne als ſeinen Nachlaß an ſeinem vierundzwanzigſten Geburtstage zu übergeben. Wenn ſie in den erſten Tagen, nach⸗ dem ihr Mann ihr den Knaben gebracht, nach ſeinen rechten Eltern geforſcht, hätte er ihr geantwortet, ſie möchte dies nicht ferner thun, ihn bände ein

Eid, darüber zu ſchweigen; er könne ihr nur ſo viel verſichern, daß ſie ein gutes Werk thäten, wenn ſie das Kind behielten, liebten und es in Gottesfurcht in ihrem proteſtantiſchen Glauben erzögen,» und da ſie in einigen Tagen Stockholm und Schweden ver⸗ laſſen, nach der Schweiz, dem Vaterlande ihres Man⸗ nes, gegangen wären, ſo hätte ſie ſich auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Dies ſind die ungefähren Worte der Röſig, und Alles, was ich über den mir von einer Sterbenden gewordenen Auftrag weiß, ſchloß Brigitte ihre Mittheilung.

Sie übergab darauf ihrem Herrn, der ihrer Er⸗ zählung mit der größten Aufmerkſamkeit gefolgt, das Päckchen. Er nahm es, verſprach es Toni am mor⸗ genden Tage zu geben und erwiderte:

Haben Sie, liebe Brigitte, für Ihre Mittheilung vielen Dank. Gott wolle, daß der Inhalt dieſes Päckchens nicht zu viel Trauer für meinen lieben Toni in ſich ſchließen möge. Darauf trennten ſie ſich.

Eduard blieb in großer Aufregung noch lange in dieſer Nacht auf; das von Brigitte Erzählte beun⸗ ruhigte ihn ſehr. Am andern Morgen ließ er Toni zu ſich bitten; als dieſer bei ihm eingetreten, um⸗ armte ihn Walther herzlich, ſagte ihm zum heutigen Tage ſeinen innigſten Glückwunſch und übergab ihm das für ihn verhängnißvolle Päckchen mit denſelben Mittheilungen, wie er es von Brigitte empfangen.

Mit höchſter Spannung horchte Toni auf die Worte des Vaters, und als dieſer geendet, bat er, ſich nach ſeinem Zimmer zurückziehen zu dürfen. Nachdem