Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
137
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ein Schauſpiel ſab, wie

officiere, ein ungeheuerer,

Vierte

die Mönche! Hier! Hallo! Burſchen! Angeholt, oder ich bin, bei) allem Schrecken dieſer ſuperben Nacht, ſammt ihm verloren.

Es war Bart, der arme François Bart, den Franceschi in die Peniche ziehen ließ. Der Lootſe war unbeſchädigt, es zeigte ſich, außer der Kugelſpur an ſeiner Schulter, keine Verwundung. Dennoch ſchien er noch vollſtändiger geſtorben, als Victor.

Schlagt ſie! Schlagt ſie, ſo lange Ihr Euch rühren könnt! rief der Gascogner außer ſich.Nehmt die beſten Tauenden, die Ihr beſitzt. Eine uneigen⸗ nützigere und freundſchaftlichere Tracht Schläge kann nimmermehr ausgetheilt werden.

Und wirklich erhielten die Todten eine Art von Baſtonnade. Ein auf einem Kahn ankommender Chirurg machte dieſer Art vonLynch⸗Cur ein Ende und fing ſofort ſeine Behandlung an.

Als die Peniche am Hafendamme anlegte, hatten die Nebenbuhler beide die Augen aufgeſchlagen. Vie⸗

kor's erſter Blick fiel auf den Kaiſer, welcher ſammt Soult und Daru an die Landungstreppe kam. Blick des Lootſen aber traf Blanca, die am Arme des Italieners Aglietti vor ihm ſtand.

Der

Es ſchlugEins von der Hauptkirche von Bon⸗ Admiral Keith hißte ſeine Signale

um Cap Finisterre auf⸗ Wenige Zeit ſpäter, als das Lager von Boulogne

es wohl nie ein ähnliches gab, die Austheilung deskaiſerlichen Ordens der

CGgphrenlegion, finden wir den Lootſen und die beiden Seeofficiere vor dem von Frankreichs ſtrahlendſten Heldenſöhnen umgebenen prachtvollen Throne Napo⸗

leon's wieder. De Ruailles, in Commodore's⸗Uniform, Fran⸗

ceschi ebenſo unordentlich als ſonſt ausſehend, mit

den Epaulettes des Capitains, und Frangois Bart in der Uniform eines kaiſerlichen Hafencommiſſärs näherten ſich den Stufen des Thrones zu gleicher Zeit und empfingen das Kreuz.

An demſelben Abende war das Meßzelt der Garde⸗ herrlicher, leinener Palaſt, der Schauplatz des heiterſten Feſtes.

Bevor jedoch der Ball begann, trat der Kaiſer, die reizend und bräutlich geſchmückte Blanca La Fer⸗ roux an der Hand führend, von Daru, Murat und Eugen Beauharnais gefolgt, in die erleuchteten Räume. Vietor und Franceschi führten nach dieſen den Loot⸗ ſen herein, und unter dem Schmettern der Trompeten und unter Trommel⸗ und Paukenwirbel erfolgte die Trauung des jugendlichen Paares.

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Dann ward der Marſch des Kaiſers, das famöſe: peut-on étre mieux qu'au 6 de sa famille? geſpielt. Vor dem Jubelruf:Vive l' Empereur! vernahm man faſt keine Muſik mer. als Napoleon die Hand der Retterin von Frankreichs Landungs⸗ flotte ergriff und mit ihr zur Quadrille antrat.

La Ferroux war gerettet. Erſt zehn Jahr ſpä⸗ ter verſöhnte er ſich mit ſeinen glücklichen Kindern und kehrte aus England nach Boulogne zurück. Vie⸗ tor, ſchwermüthig und melancholiſch, ungeachtet ſeiner glänzenden Erfolge, quittirte den Dienſt und zog ſich einſam als Landwirth in die Picardie zurück, als Joſeph Franceschi, an dem Mordtage von Trafalgar,

Germania').

Was ſinnſt du, Jungfrau in dem Eichenlaube, Das ſchöne Haupt ſo ſtill geneigt? Was ſenkſt den Blick du nieder zu dem Staube? Welch' ſchreckend Bild ſich deiner Seele zeigt?

O, nenne miy die Schmerzen, die dich quälen, Heb' auf de Nnmelsaug⸗ zu mir!

Was kann auf Erden dir, du Hehre, fehlen? Wer höchſten Preis nicht bringen dir?

Sie ſitzt und ſchweigt. Die reichen Locken wallen Um ihren Nacken licht wie Gold, Und lieblich von der hohen Schulter fallen Des Mantels Blumen, wunderhold.

Die Linke lehnt an einem holden Schilde, Der Deutſchlands Reiches⸗Adler trägt, Auf goldnem Feld in ſchwarz und rothem Bilde, Wie er zu kühnem Flug ſich regt.

Doch zaudernd ruht das Schwert in ihrer Rechten, Auf weichem Schooß in goldner Scheid'; Schon lang' entwöhnt, in Kampfesgluth zu fechten, Drum raſtet es in tiefem Leid.

Auf ihren Knieen lieget aufgeſchlagen Mit ſchöner Schrift ein altes Buch: Die Thaten ſind's von frühern Glanzestagen Und mächt'ger Kaiſer Wort und Spruch.

*) Aus: Gedichte von Wilhelm Scriba.

Göttingen, Verlag der Ge⸗ brüder Hofer. 1864.