114
zu denken, daß wir ausführen, was uns zu thun noch übrig bleibt. Wir werden augenblicklich gehen und den Hafen und die Rhede für unſre Zwecke recog⸗ noseiren, damit wir uns dem Admiral Keith wenig⸗ ſtens nicht mit total leeren Händen präſentiren müſſen.“
Die Officiere entkleideten ſich, ſchoren ſich un⸗ barmherzig ihre ſchönen Backenbärte ab— die Eng⸗ länder trugen keine Lippenbärte, womit die Franzoſen ſo ſtolz paradirten und zogen ſich als franzöſiſche Bauern an. Vorſichtig ſchlüpften ſie zum Hauſe hinaus und gingen, um Jeder ſeinen eignen Weg zu verfolgen. Sie blieben ſehr lange aus. Als ſie end— lich zurückkehrten, gingen ſie mit La Ferroux in ein kleines Cabinet neben dem Wohnzimmer, nahmen Feder und Papier und fingen mit ausgezeichneter Fertigkeit die Poſition der franzöſiſchen Landungs— flotte zu zeichnen an.
Der Ci-devant, welcher über das Mißlingen des Planes wüthend, außer ſich geweſen war, ließ ſich endlich einigermaßen beſänftigen und war den Offi⸗ cieren durch ſeine ebenſo genauen als ſachkundigen Nachweiſungen bei der Anfertigung ihrer Skizzen be⸗ hülflich.
Als die Militärs ihre Arbeit vollendet hatten, fingen ſie mit dem Marquis einen ebenſo furchtbaren als grauſamen Plan zu beſprechen an, zu welchem der Verſuch, die Pulvervorräthe des Kaiſers in die Luft zu ſprengen, nur eine Einleitung, ein Vorſpiel geweſen war. In Folge dieſer Verhandlungen ſtellte es ſich, wie der Seemann Mac⸗Lean erſichtlich bewies, heraus, daß man, da die Emiſſäre das Fahrwaſſer der Rhede nicht hatten ablootſen, namentlich aber über Strich und Strömungen der ſteigenden Fluth keine vollſtändigen Nachrichten hatten einziehen können, nothwendig Jemand auffinden müſſe, welcher über dieſe Punkte genau unterrichtet ſei.
Die drei Männer erhoben ſich. Der Schotte war ſo ruhig und heiter, als ſei ſoeben eine Luſt⸗ partie abgeredet. Der junge deutſche Lieutenant erſchien ſo feſt und entſchieden wie immer, war aber todtenblaß geworden. La Ferroux glühte; ſein ſonſt lederfarbnes Geſicht ſah aus wie ein gekochter Krebs, und in ſeinen düſterbrennenden Augen las man den tödtlichen Haß gegen das neue Frankreich Napoleon’s, jenen Haß, welcher den Anſchlag der Engländer mit begeiſtertem Entzücken erfaßte.
Ich werde den Lootſen rufen laſſen,“ ſagte der
7‿☛ Marquis;„denſelbenn welcher Sie geſtern Nacht her⸗ überbrachte. Niemand weiß von unſerm Punkte ge⸗ nauer Auskunft zu geben, als eben er.“
„Ein braverer Burſche ſetzte nie ſeinen Fuß auf
Novellen⸗
Jeitung.
die Planken!“ bemerkte Mac⸗Lean, indem er ſich ge⸗ müthlich eine neue Cigarre anzündete und, die Hände auf den Rücken gekreuzt, ſo ruhig auf und abging, als befinde er ſich auf dem Quarterdecke ſeiner guten Fregatte.„Aber eilen Sie, beſter Marquis, bevor der Abend zu nahe heranrückt.“
La Ferroux ſchloß die Cabinetthür auf und trat in ſein Wohnzimmer. Er blieb überraſcht ſtehen; denn nahe an der Thür zum Cabinet war Blanca auf einen Stuhl geſunken. Sie war bleich, unbeweg⸗ lich, halb ohnmächtig.
„Du haſt gelauſcht, Unglückliche!“ ſagte La Fer⸗ roux mit unterdrückter Stimme und furchtbarem Tone, indem er ſeine Tochter an dem Arme faßte und ſie ſchnell in ihr kleines ſauberes Stübchen führte.
„Ah!“ ſagte Blanca, auf ihren Divan ſinkend; „ich hörte nur einige Worte, da verließ mich die Kraft... Ich konnte nicht mehr von der Stelle und mußte Alles anhören...“
„Du ſtirbſt, verräthſt Du einen Hauch. Und hüte Dich, daß es Dir etwa einfällt, dieſem Fran⸗ gois zu ſagen, um was es ſich heute Nacht han⸗ deſt...
Mittel,“ ſtammelte das Mädchen,„um unſeren Fein⸗ den zu ſchaden?.. Dies iſt der Tod von Tauſenden.“
„Das wünſche ich, möge St. Ludwig es geben! Jetzt geh. Suche Deine alte Aufwärterin und laß augenblicklich den Lootſen rufen. Er ſoll durch das Gehölz und durch den Garten kommen und ſehen, daß er wo möglich von Niemand bemerkt wird...“
„Francçois!“ ſagte Blanca.„Und abermals ſoll er ſich⸗dieſen Gefahren ausſetzen... Was haben Sie mit ihm?“
„Ah, Mademoiſelle! Ihre Aufmerkſamkeit für dieſen Burſchen iſt, par Dieu! ſehr zart...“
La Ferroux wollte augenſcheinlich etwas Heftiges ſagen, aber er unterbrach ſich und fügte nur kurz hinzu:
„Gut, gut! Wir werden ſpäter einmal davon reden. Ich ſage Dir jetzt nur: merke auf, daß Du nicht ſo wahnſinnig biſt, Dich in dieſen miſerabler Menſchen zu verlieben... Merke auf, meine theuerſt Tochter, oder Dir wird ein Strich durch Deine Rech nung gemacht, der Alles gründlich endigen ſoll. Ver ſtehſt Du mich?“
Blanca verſtand nur zu wohl. Augen.
„O, ich werde kein Leben haben, wenn Il blutdürſtigen Ungeheuer ihn ermordet...“ mu melte ſie.
Sie ſchloß di
„Was ſagſt Du? Nimm Deinen Hut und ſche
*
„Aber giebt's nicht ein weniger abſcheuliches
mür d Werk dri! fiyfe 3 igkeit athemt und ſteckte hinal erhe
Arm imm
cesdh
d T
derſch leiner ſuch n einen unter
igen ſorzu
ſo bl Schle ſichts. der C
7
ed he Capi Gas Hau Han beda Stir
ſchen
roux in d dem die( ſche derr
8
danſ dani den dri
geſe Ge


