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Vierte
beleidigt. Er hat Ihre Majeſtät veranlaßt, einen großen Theil des Adels zu verbannen, damit er zum Lord gemacht werde. Er hat das Gemeinweſen zerſtört und muß ſeine Pflicht beſſer lernen.“ Zu Darnley ſagte er dann, indem er in das Cabinet eintrat:„Geben Sie Acht auf die Königin, Ihre Gemahlin!“ Die Königin ſprang ganz verſtört von ihrem Sitz auf und warf ſich ihm in den Weg, während Riz⸗ zio ſich zitternd hinter ihr niederkauerte und ſich an ihr Kleid anklammerte. Stuart, Erskine und der Franzoſe, die ſich von ihrem Erſtaunen erholten und die ſahen, daß Ruthven ſcheinbar allein war, ſtürzten ſich auf ihn, um ihn aus dem Cabinet zu werfen.
„Legt keine Hand an mich!“ rief er und zog ſeinen Dolch hervor.„Ich werde mich nicht anrühren laſſen.“ „Verletzen Sie ihn nicht!“ ſagte der wilde Falconſide, der eine Schnur aus ſeiner Taſche zog. Er machte eine Schlinge um Rizzio's Leib, und während George Douglas des Königs kurzen Degen aus der Scheide herausriß, wurde der arme Unglückliche in die Mitte der finſter blickenden Begleiter des Königs gezogen und in die Dunkelheit hinausgetragen. Im Vorüberkommen faßte Rizzio's Hand das Bett der Königin, Fal⸗ conſide gab ihm einen heftigen Schlag auf das Handgelenk; er ließ das Bett mit einem Schrei los, und als er durch die Vorzimmer gebracht wurde, drang das Geſchrei ſeiner Todes⸗ angſt:„Madame, Madame, retten Sie mich! Gerechtigkeit! Ich bin ein todter Mann! Schonet mein Leben!“ bis zu
Mariens Ohren. Der Unglückliche! Sein Leben ſollte nicht
geſchont werden. Man hatte beabſichtigt, ihn die Nacht hin—
durch gefangen zu halten und ihn am folgenden Tage nach einer Art von gerichtlichem Verhör hängen zu laſſen; doch die Rache wollte auf ihr Opfer nicht ſo lange warten. Er wurde lebendig bis an das obere Ende der Treppe gebracht, wo George Douglas mit den Worten:„Das iſt von dem König!“ ihm den kurzen Degen Darnley's in die Seite ſtieß. Einen Augenblick ſpäter hatte ſich die ganze wilde Rotte auf ihn geſtürzt, wie eine Meute Hunde auf einen gerſtümmelten Wolf. Er wurde mit einer Haſt, welche von dem Tode ſich nicht befriedigt fühlte, wiederholt durchbohrt und wurde dann mit dem Kopfe voran die Treppe hinabgeſchleift, an deren Fuß man ihn mit ſeinen ſechzig Wunden liegen ließ.
Misxrellen. Aus Paris ſchreibt ein Correſpondent: Ich hoffe, es mag keinem Ihrer Leſer begegnen, irr⸗
thümlich für einen Geſandten gehalten zu werden, wie es
kürzlich einem meiner Freunde ging. Er kam hier in einem Hotel an, das ich, um den darin angelegten Intereſſen keinen Schaden zuzufügen, das Hôtel Enorme nennen will, wo er halb im Schlafe ein Zimmer mit einem Bett verlangte. Es war des Morgens ſechs Uhr, und er ging zu Bett und ſchlief ein. Als er erwachte, ſah er, daß er in einem Bett von car⸗ moiſinrothem Atlas lag, daß das Zimmer von vielen Kerzen er⸗ leuchtet war und von allen Seiten Spiegel ihm ſein erſtaun⸗ tes Geſicht zurückwarfen. Er ſtand auf und fand in einem Ankleidezimmer, das ſo zierlich wie das Boudoir einer Dame war, ein Bad bereitet, und ſchließlich in der Mitte eines großen Saals, der reich mit Spiegeln verziert war und von Gold und Carmoiſinroth glänzte, auf einem kleinen Tiſch ein Frühſtück angerichtet. Voller Unruhe zog er die Glocken⸗ ſchnur:„Kellner, wo bin ich?“—„Hôtel Enorme, Excel⸗
lenz, erſte Etage.“—„Und der Preis?“ fragte mein Freund.
Folge. 111
—„O, eine Kleinigkeit, wie Ihro Excellenz aus dem Tarif erſehen werden.“
Er blickte auf denſelben und fand, daß derſelbe 200 Fr. betrug.
„Weshalb logirten Sie mich hier?“—„Ich hielt den Herrn für einen Geſandten, denen wir ſtets in der erſten Etage Zimmer geben.“—„Geſandter! Was veranlaßte Sie, mich dafür zu halten?“—„Weil der Herr einen ſchwarzen Frack trug.“ C.
Kleine Kritiken.
Charakterbilder aus der neueren Geſchichte der Tonkunſt. Von Ferdinand Gleich. Leipzig, Verlag von Carl Merſeburger 1863.
Nach Riehl's beliebten Vorgängen in dieſer literariſchen Branche hat der Verfaſſer hier in 2 Bändchen eine Reihen⸗ folge biographiſcher Skizzen über mehrere ältere und neuere Componiſten geliefert. Fern von einem tiefern kritiſchen Eingehn iſt das Unternehmen als ein factiſcher Anhalt für Laien willkommen zu heißen. Dieſelben finden dadurch hier und da die zu große Flüchtigkeit muſikaliſcher Converſations⸗ Lexika ergänzt. O. B.
Gedichte von Wilhelm Grothe. Berlin, 1863. Richard Sandrog und Co.
Zu den vielſchreibendſten modernen Autoren, die ſich ſicherlich für ihr Schaffen nicht zu viel Muße vergönnen, gehört Wilhelm Grothe. Im Novelliſtiſchen und in der Lyrik hat er eine gleiche Thätigkeit entwickelt, und ſeine Edi⸗ tionen erfolgen Schlag auf Schlag. Doch ſoll noch Derje⸗ nige gefunden werden, welcher ohne den gehörigen Zeitauf⸗ wand, ohne die ruhige Weihe und Sammlung des Geiſtes in der Kunſt ſich auch nur annäherungsweiſe der Vollendung genähert hätte. Die Kunſt hat es mit Formengebung, nicht blos mit Inhalt zu thun, und die ſtarre Widerſpänſtigkeit der Materie iſt in der Literatur gerade eben ſo groß, wie in der Malerei oder Plaſtik..
Wenn die Anſchauungsweiſe des Verfaſſers künftig ein⸗ mal dahin kommt, nur auf den Gehalt und nicht auf die Maſſe der Production zu ſehen, ſo wird es hm ſelbſt ſehr leicht werden, in ſeiner bisherigen Lyrik die Spreu vom Korn zu ſondern, und er darf befriedigt ſein, auf der mächtig voll⸗ geſpeicherten Tenne ein Händchen voll reiner Frucht zurück⸗ bleiben zu ſehen.
Den meiſten Anklang dürften die leichteren Liebeslieder des Verfaſſers finden, bei denen man an Gedanken und cha⸗ rakterbildende, läuternde Kraft der Lyrik weniger Anſprüche zu machen pflegt. O.
Der blinde Paſſagier. Verlag.
Wir haben ſchon auf die erſten beiden Bände dieſer billigen Sammlung leichter Unterhaltungslectüre aufmerkſam gemacht. Auch in den nächſten beiden vorliegenden iſt Man⸗ ches enthalten, was verdiente, noch einmal gedruckt zu werden. Dahin gehören beſonders für die zahlreichen Jagdfreunde und Gefährten des Herrn Petermann die Jagd⸗ und Reiſe⸗ ſkizzen aus Ungarn, Siebenbürgen, Böhmen und der Mol⸗ dau von Freiherrn von Wiedersſperg, welcher ſein Geſchoß noch auf das immer ſeltner werdende Wildpret der Luchſe, Bä⸗ ren und Wölfe erfolgreich abgedrückt und bei der„Luder⸗ hütte“ manchen guten Schuß gethan.
Hamburg, Richter's


