Freude die Hand gab und ſie ihm, als einem Diener Louis' XVIII., kräftig ſchüttelte.
„Ich traue Dir, mein Freund!“ ſagte La Ferroux. „Thu' Deine Schuldigkeit, und Dir wird eine glän⸗ zende Belohnung bevorſtehen.“
„Was verlangen Sie, mein Herr?“ ſagte der Lootſe, indem er den Alten mit ſeinen blitzenden Augen betrachtete.
„Zuerſt ſchwöre feierlich den Bourbons bis zum Tode dienen zu wollen!“ erwiderte der Ariſtokrat würdig und ernſt.
Bart ſtreckte, den Blick auf Blanca geheftet, die Hand in die Höhe und ſprach Wort für Wort den Schwur, wie der Ariſtokrat ihm denſelben vor⸗ ſagte.
„Jetzt,“ ſagte La Ferroux, ſeine Karten auf dem Tiſche ausbreitend,„jetzt komm hierher und empfange Deine Inſtruction.“
Beide Männer lehnten ſich ernſt über den Tiſch und betrachteten die Zeichnungen, während Blanca, faſt kein Auge von ihrem Geliebten verwendend, auf einem Stuhl neben ihm Platz nahm.
„Begreifſt Du dieſe Zeichnungen, mein Sohn?“ fragte der Edelmann, mit dem Finger auf die Karten zeigend.
„Ich zeichne ſie beſſer, als dieſe da.“
„Diable! Mais tant mieux! Du ſiehſt hier die Stellungen der Vorpoſtenlinien, mein Braver. Be⸗ merke, dies iſt die alte Linie; hier aber, hier und da wird ſie ſich heute Nacht hinziehen⸗“
derte Bart mit Lebhaftigkeit.„Ich werde aber über die Sandbänke fahren, denke ich, und werde allen Kreuzern zum Trotz durchkommen.“
„Siehſt Du? Du biſt ſehr verſtändig, und ich hoffe...“
„Daß ich mein Werk zu Ende führe? Werden ſehen! Es handelt ſich darum, daß ich Ihren Auf— trag höre und dann Hand ans Werk lege. Die Nacht rückt immer weiter vor, und meine Zeit wird kürzer.“
„Mein Sohn,“ ſagte La Ferroux,„Du kennſt den Punkt, welchen Du im Auge halten mußt, um durchzuſchlüpfen. Biſt Du nun über die Linie hin⸗ aus und haſt Dich überzeugt, daß kein franzöſiſches Fahrzeug in der Nähe iſt, ſo bedienſt Du Dich dieſer Dinger...“
Er legte ihm die Pakete in die Hand.
„Und was iſt dies?“
„Es ſind Leuchtkugeln, die Du als Signal für unſre Freunde anzündeſt und aufwirfſt. Sie werden
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Freund. dies Feuerwerk?“ und Deine Parole iſt:„Montjoye St. Denis!“ Dann nimmſt Du die Männer an Bord und führſt ſie ans Land und zu meinem Hauſe. Ver⸗ ſtanden?“
Geben Sie mir meine Signalkugeln. fängt an verdammt locker zu ſitzen.“
Dich drüben nicht lange warten laſſen, mein junger bet zur heiligen Jungfrau.
Du wirſt angerufen werden:„Wem galt
„Ich verſtehe ſehr wohl, aber das iſt das We⸗
nigſte bei der Sache! Diable! diable!“ ſagte Frangois Bart und wühlte ſich in dem ſtarken Haar.
„Willſt Du auch vielleicht Waffen?“ fragte La
Ferroux, als er bemerkte, daß der Lootſe unſchlüſſig zu werden anfing.
„Ach, mit Gewalt richte ich doch nichts aus. Mein Kopf
„Courage, mein Freund, Courage!“ ‚Die habe ich, Herr Marquis... Aber in Wahr⸗ 1 7
heit, es iſt ein zu ſchlechter Preis, den Sie mir für dieſe Fahrt geboten haben.“
„Ich ſage Dir,“ rief La Ferroux in vollſter
Angſt, der Lootſe möge ſich endlich geradezu weigern,
„dienſt Du mir brav und treu, ſo wirſt Du Dir einen Lohn erringen,
um welchen Dich Fürſten beneiden werder
und Deinem rechtmäßigen Könige 41*
Der Edelmann warf einen vielſagenden Blick
auf Blanca, welche ſchon längſt unter dem Tiſche die Hand des jungen Mannes gefaßt hielt und ſie, von tödtlicher Angſt um die Gefahr ihres Geliebten er⸗ füllt, krampfhaft drückte.
Francois Bart ſprang wie elektriſirt in die Höhe,
ſtreckte ſeine Arme dem Marquis entgegen und ſank
„Ich ſehe, dies iſt ſehr fein ausgedacht!“ erwi⸗ vor ihm nieder.
„O, ich danke Ihnen! Ich ſegne Sie!“ rief er. „Verfügen Sie über mich; gebieten Sie jetzt mir, was Sie wollen, ich werde gehorchen.“
„Gut,“ erwiderte La Ferroux, der kaum ſeinen Unmuth unterdrückte,„mach' alſo zuerſt dieſen Pro⸗ bezug!“
„Ich gehe ſchon! Adieu! Adieu, mein Fräulein! Sterbe ich, gehe ich verloren, ſo denken Sie zuweilen noch an den armen Schiffer, der Sie mehr liebte als Bleiben Sie zurück, Sie dürfen nicht Noch einmal gute Nacht!“ als Francois zur Thür am Arme und
ſein Leben! mit mir geſehen werden.
Blanca ſchwankte faſt, hinauseilte. Ihr Vater ergriff ſie führte ſie auf die Straße.
„Der miſerable Hund!“ murmelte er zwiſchen den Zähnen.„Doch gleichviel! ſind die Magazine ge— ſprengt, iſt dieſe franzöſiſche Flotte in den Grund gebohrt, ſo iſt die Marotte dieſes ſchmuzigen Bettlers eine bagatelle des bagatelles.“
Blanca aber murmelte für den Lootſen ein Ge⸗ (Fortſetzung folgte)
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