Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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große Geſchicklichkeit bei den Kreuzfragen, welche er an einen der Zeugen richtete, und ganz beſonders be⸗ wies er ein entſchiedenes Talent, ein Geſchwornen⸗ gericht durch deutliche und logiſche Argumente zu überzeugen, und eine große Selbſtbeherrſchung, denn im Laufe der Verhandlungen blieb er fortwährend

ruhig, ließ ſich von keiner Leidenſchaft zu unbedachten

Aeußerungen fortreißen, zeigte den Gegnern und dem Gerichtshofe gegenüber ſich fortwährend höflich und überſchritt die ſich geſteckten Grenzen, die er im Be⸗ treff ſeines Clienten zu erreichen ſich vorgenommen hatte, nie. Die Art, in welcher er den ganzen Fall dann den Geſchwornen vortrug, und wie er ihnen das ſich auf Hochverrath beziehende Geſetz auseinander⸗ ſetzte, wurde allgemein bewundert. Alle Perſonen, welche dieſen wichtigen Proceßverhandlungen beige⸗ wohnt hatten, unter denſelben befand ſich auch Lord Caſtlereagh, bewunderten die Beredſamkeit Copley's, und der eben erwähnte Lord ſoll bei dieſer Gelegen heit geſagt haben:Ich werde meine Rattenfalle für ihn aufſtellen und ihn mit Cheſter⸗Käſe hineinlocken. Dieſe Anekdote iſt vielleicht weiter nichts als ein Scherz ſeiner Collegen von einem ſpätern Datum, der nach ſeiner von Seiten der Regierung im Jahr 1818 erfolgten Ernennung zum Oberrichter in Cheſhire erdacht worden ſein mag.

Lord Lyndhurſt hat von ſeinen politiſchen Gegnern oft den Vorwurf hören müſſen, kurz vor dieſer Er nennung habe er mit ſeinen ultraliberalen Meinungen

gebrochen und er ſei ins Lager der Tories übergetreten,

welche Beſchuldigung von ihm ſtets mit Entrüſtung zurückgewieſen wurde. In jedem Falle war Lyndhurſt in dieſer Beziehung nicht ſchuldiger als andere Staatsmänner von anerkanntem Werthe und Rechtſchaffenheit; ſeine ungewöhnliche Empfindlichkeit in dieſem Punkte mag aber wohl Manchen ſeiner Gegner im Parteikampfe veranlaßt haben die Beſchul digung zu wiederholen.

Lord

Im Jahr 1818 begann auch die parlamentariſche Laufbahn Copley's, und zwar wurde er am 28. März 1818 in Yarmouth auf der Inſel Wight als Mit⸗ glied des Unterhauſes gewählt. Seine maiden speech des Unterhauſes hielt er am 19. Mai deſſelben Jahres, und ſie bezog ſich auf die Alienbill, die er ſtets unter⸗ ſtützt hat und welche er in dieſem Falle gegen Sir Samuel Romilly vertheidigte. Seine Rede war ge mäßigt, deutlich und kräftig und wurde von dem fol genden Redner, Mackintoſh, ſehr gelobt, zog ihm aber von Seiten der Whigs heftige Angriffe zu Als er Ende des Jahres 1818 mit der Ernennung zum

Oberrichter von Cheſter ſeine officielle Laufbahn be⸗ gann, vertauſchte er ſeinen Sitz für den Flecken

Novellen⸗Zeitung.

er bis 1826 im Unterhauſe vertrat.

Im Jahr 1819 vermählte er ſich mit ſeiner erſten Gemahlin, deren ſchönes von Sir Thomas Lawrence gemaltes Portrait durch den Kupferſtich in weiten Kreiſen verbreitet worden iſt. In demſelben Jahr wurde er an Stelle des zum Attorney⸗General (General⸗Fiscal) ernannten Sir Robert Gifford zum Solicitor-General(General-Procurator oder Staats Anwalt) ernannt, womit die Erxthei⸗ lung der Baronet-Würde war, wodurch

Yarmouth mit dem für Aſburton in Devonſhire, das

gleichzeitig verbunden

aus dem einfachen J. S. Copley, Esquire, ein Sir J. S. Copley wurde.

In dieſer Stellung hatte er viele Gelegenheiten ſein Talent als Rechtsgelehrter zu bethätigen, von denen wir nur eine einzige her⸗ vorheben wollen, die zu ihrer Zeit ganz Europa be⸗ ſchäftigte, und die unſtreitig für den Staatsauwalt eine der ſchwierigſten Aufgaben bildete, die ihm je zu löſen gegeben wurde. Es war dies der von der Krone eingeleitete berüchtigte Proceß gegen die Köni⸗ gin Karoline, Gemahlin Georg's IV., der im Ober⸗ hauſe am 17. Auguſt 1820 begann und erſt am 28. October deſſelben Jahres endete. Sir J. C. Cop⸗ ley entfaltete im Laufe der ſcandalöſen Verhandlun⸗ gen dieſes Proceſſes als Solicitor⸗General eine ſolcher Mäßigung und Würde und behandelte undelicate Ge⸗ genſtände mit ſo viel Takt, daß der allgemeine Tadel, welcher die Ankläger der Königin traf, ſich gegen ihn nicht erhob. Sein Reſumé am Schluſſe der Verhand⸗ lungen wurde für ein vollendetes juridiſches Meiſter⸗ ſtück gehalten. Der Proceß endete bekanntlich mit der Freiſprechung der Königin, deren Tod kurz nach⸗ her erfolgte.

Im Unterhauſe war Sir J. S. Copley als Solicitor-General ein ſehr thätiger und glücklicher Vertheidiger der Regierungsvorſchläge, und als ſein College, der Attorney⸗General, Sir Robert Gifford, im Jahr 1823 zum Master of the Rolls(Oberkanzlei⸗ Director) ernannt wurde, folgte Sir J. S. Copley ihm in der Stelle als Attorney-General. In dieſer Stellung leiſtete er ſeinen Collegen im Miniſterium und dem Unterhauſe ſehr große Dienſte; dem Letztern, indem er den von der Regierung im Parlamente ein⸗ zubringenden Anträgen die paſſende Form gab, um die Annahme derſelben zu erleichtern; dem Erſtern, indem er bei einem in deſſen Mitte ausgebrochenen Zwiſt als Vermittler auftrat und eine Verſöhnung herbeiführte.

Als im Juli 1826 das Unterhaus aufgelöſt wurde, hatte Sir J. S. Copley im Lande bereits ein ſolches Anſehn erlangt, daß er im folgenden Auguſt mit Lord Palmerſton zum Vertreter der Univerſität

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