Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
69
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mann feſt, beinahe finſter anIhrer Verantwort⸗ lichkeit entſpricht. Begeben Sie ſich auf Ihr Fahr⸗ zeug; Sie werden, ſobald die Ordre bei Ihnen ein⸗ trifft, ſofort unter Segel gehen...

Vive'Empereur! ſtammelte Victor im Ueber⸗ maß ſeiner Gefühle.

Hurrah! ſchrieen die Cameraden aus Leibes⸗ kräften.

Still, Meſſieurs. Das Feſt der erſten Epau⸗ lettes iſt zu Ende. Dasjenige der Capitainsepaulettes Ihres Cameraden wird aber wohlgemerkt erſt dann gefeiert, wenn der Capitain de Ruailles ſeine erſte Priſe im Schlepptau in den Hafen führt.

muthig.

Es lebe der Kaiſer! war die Antwort der Be⸗

geiſterten. Joſeph Franceschi war ſo außer ſich, daß

er Luftſprünge machte und ſeinem Pylades um den

Hals fiel. Napoleon näherte ſich dem Gascogner im Fort⸗ Geld für Champagner!

gehen. cher mit dem ehemaligen Unterlieutenant Bonaparte im Regimente La Fere eine entfernte Aehnlichkeit beſaß, bisher mit wohlwollenden Blicken betrachtet. Jetzt zupfte er ihm auf ziemlich unſanfte Weiſe das Ohr.

Und Du ſchmutziger Schlingel Napoleon

lachte, als er dieſen Titel ausſprach, denſelben welchen

er vor ſeiner Verheirathung in den Geſellſchaften der Madame Beauharnois und Madame Tallien führte, ſobald er abweſend warund Du ſchmutziger Schlingel, hüte Dich, oder Du könnteſt noch vor Abend degradirt werden...

Ach, Sire! erwiderte Franceschi mit ſeiner ganzen ſüdlichen Lebhaftigkeit.Heute Abend bin ich Lieutenant, mordious! Aber ich werde erſt dann Urſache zur Freude haben, wenn ich auf der A-Schaluppe Nr. 10 unter Capitain de Ruallles dienen ſoll.

Du biſt ein Unverſchämter! ſagte Napoleon und ging mit Murat und Daru raſch fort.

Die Seeleute aber ſchwenkten die Hüte und ſtimmten glücklich an:O, Pavillon tricolore!

Ein Ci⸗devant.

Die Seeleute verließen raſch das Lager und ſchlugen den Weg nach einem der Landungsplätze in der Nähe der Stadt ein.

Als ſie hier unweit der äußerſten Häuſer einer der Vorſtädte von Boulogne angekommen waren, machte der glückliche Victor de Ruailles Halt und

drückte den Arm des Gascogners auf bedeutungsvolle Weiſe. 5

Er hatte den braunen Unterlieutenant, wel⸗

Folge. 69

Was willſt Du? fragte Franceschi faſt un⸗

Ich kann mich unmöglich einſchiffen, bevor ich nicht... Victor erröthete und ſtockte.

Bevor Du nicht dieſen tückiſchen Emigranten geſehen haſt, und ſo weiter, erwiderte Franceschi achſelzuckend.

Ich kann nicht anders! murmelte Victor und fing an von ſeinen Cameraden Abſchied zu nehmen.

Was beginnſt Du? rief die Geſellſchaft.Wir begleiten Dich bis zum Landungsplatze.

Nicht doch, meine Freunde! antwortete der Schaluppencapitain ziemlich befangen.Ich gehe durch die Stadt zum Hafen, denn dort liegt die Schaluppe Nr. 10 vor Anker. Ihr aber habt Euch einmal glücklich Urlaub erwirkt, und Ihr werdet ihn beſtens benutzen. Kehrt zum Lager zurück; hier iſt

Hierbei zog er ſeine Böoöͤrſe, leerte ſeine nicht unbedeutend mit Geld beſchwerten Taſchen und hän⸗ digte dann ſeine ganze Baarſchaft ſeinen Freunden aus.

Der Goscogner kehrte ſeine Taſchen um und las ſeine Souſtücke zuſammen.

Auch dies noch, brave Burſchen! ſagte er mit großartiger Miene.Empfangt dieſe Gabe der Freund⸗ ſchaft. Mit mathematiſcher Genauigkeit ausgedrückt, beläuft ſie ſich auf den vierten Theil eines Fünf⸗ frankenſtücks. Euer Zartgefühl zögere nicht, dieſes Geſchenk anzunehmen, denn morbleu! ich gebrauche morgen ſchon eine Lieutenantsuniform, ich muß mich equipiren, und Ihr werdet ſofort zuſammenſchießen, um Euch zu revanchiren. Adieu!

Und Franceschi verläßt uns ebenfalls? fragten die Cameraden.Was ſollen wir beginnen, wenn dieſer malpropre Seehund fehlt?

Ich bin ja Lieutenant unter meinem Victor, Herzenskinder! ſchrie der Gascogner, ſeine Freunde nach einander umarmend und ſehr gerührt werdend. Und was Ihr beginnen ſollt? Nehmt Victor's Geld und feiert ſofort damit das Feſt meiner erſten Epau⸗ lettes. Ich aber, ich werd's unter den engliſchen Ka⸗ nonen feiern! Adieu!

Indem die Freunde zum Lager zurückkehrten, gingen Franceschi und Ruailles ſehr raſch der Vor⸗ ſtadt zu.

Jetzt im Ernſt, ſagte der Gascogner,Du beſtehſt darauf, nach dem Herrn La Ferroux zu gehen?

O Joſeph, Joſeph, rief der Schaluppencapitain, indem er den Freund feſter an ſich drückte, eben die⸗ ſer Weg iſt ja die Krone des glänzenden Glückes, womit ich heute überſtrömt wurde... t2