Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
815
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Vierle

Eine unvermuthete Begegnung.

Herzog Oscar von Oſtgothland, der Bruder des re⸗ gierenden Königs Karl Johann von Schweden, bereiſte vor einiger Zeit Frankreich und Italien. Als er ſich eben in Marſeille nach Genua einſchiffen wollte, war dasofficiell zu ſei⸗ ner Ueberfahrt beſtimmte Dampfſchiff noch nicht eingetroffen, und der Herzog, der nicht Luſt hatte, ſich noch länger in Mar⸗ ſeille aufzuhalten, nahm auf einem andern Dampfſchiff, welches auf ſo hohe Gäſte nicht eingerichtet war, Paſſage. Der Ca⸗ pitain macht darüber dem Herzog ſeine Entſchuldigungen und ladet ihn ein, während der Ueberfahrt mit an ſeiner Tafel zu ſpeiſen, welches Anerbieten der Herzog denn auch dankbar annimmt, indem er den Capitain erſucht, ſeinethalben weiter keine Umſtände zu machen.

Als man ſich Mittags zu Tiſche ſetzte, trat der Maſchi⸗ niſt des Dampfbootes, ein hübſcher, kräftig und intelligent ausſehender junger Mann, in ſeiner Arbeitskleidung in die Capitainskajüte, entſchuldigte ſich ſeines Anzugs halber bei den fremden Gäſten, die er nicht kannte, und nahm ſeinen gewohnten Platz am Tiſche ein. Der Herzog fand bald Ge⸗ fallen an dem feurigen jungen Manne und ließ ſich in ein Geſpräch über Seeweſen mit ihm ein, das Beiden ſehr inter eſſant wurde, indem ſie ihre verſchiedenen Anſchauungen und Erfahrungen beſprachen. Man wurde im Verlauf der Unterhaltung warm; der junge Franzoſe fand in dem Frem⸗ den einen Sachverſtändigen, was nicht zu verwundern, da der Prinz Viceadmiral der ſchwediſchen Flotte iſt, und fragte endlich nach deſſen Heimath und Stand, weil er erſtaunt war einen feinen Herrn ſo gut über dergleichen Dinge ſprechen zu hören. Der Herzog erwiderte freundlich, daß er aus Schweden gebürtig und daß ſein Vater dort Großadmiral geweſen ſei, ſowie, daß er unter ſeinen Vorfahren einen Marſchall von Frankreich zähle.

Etwas verwundert blickt der Maſchiniſt ſeinen Nachbar

an und entgegnet:Wie hieß derſelbe, wenn ich fragen darf?Bernadotte! Da erhebt ſich der Capitain mit fei⸗ nem Lächeln und präſentirt dem Maſchiniſten Seine König⸗ liche Hoheit den Herzog Oscar, Bruder Sr. Majeſtät des Königs von Schweden. Darauf ſagt er zu dem Letzteren: Und nun, königl. Hoheit, geſtatten Sie mir, Ihnen auch meinen wackern Ingenieur vorzuſtellen Monſieur Pierre Bernadotte, gebürtig aus Pau in Béarn. Jetzt war die

Reihe des Erſtaunens und Verlegenwerdens an dem Herzog, 9 14

der in dem jungen Manne ſo unvermuthet einen Vetter fand. Indeſſen faßte er ſich bald, drückte demſelben recht herzlich die Hand und ſtieß mit ihm an auf das Wohl der Bernadottes, die auch ferner in allen Lagen des Lebens die alte Tüchtigkeit bewähren möchten.

Während der Ueberfahrt ſah man die beiden Verwand⸗ ten von ſo ungleicher Stellung noch oft freundlich zuſammen verkehren, und über Dies und Jenes ihre Meinungen aus⸗ tauſchen; ſie werden auch wohl Beide ihr Lebelang nicht dieſe Begegnung vergeſſen.(Allg. Moden⸗Zeitung.)

Misrellen.

Als der engliſche König Wilhelm II., der Sohn und Nachfolger Wilhelm's des Eroberers, in der Normandie Krieg führte, und es ihm an Geld zu fehlen anfing, ſo ließ er in England durch ſeinen daſelbſt zurückgelaſſenen Vicekönig in aller Geſchwindigkeit eine Armee von 20,000 Mann aufbieten, und dieſelbe an verſchiedene Häfen zur

Folge. 815 Einſchiffung abmarſchiren, wo er dann den Soldaten den Vorſchlag thun ließ: wer von ihnen ſechs Schillinge erle⸗ gen würde, der ſollte ſogleich die Erlaubniß haben, wieder in ſeine Heimath zurückzukehren. Da die Taxe ziemlich mäßig war, ſo fand ſich unter ihnen keiner, der nicht das zugeſtandene Löſegeld aufzutreiben geſucht hätte, und der König bekam auf dieſe originelle Art die Geldſumme, die er wünſchte.

Der berühmte David Hume fiel eines Tages, da er über eine ſchadhafte Brücke des ſumpfigen Waſſers ging, das die Alt- und Neuſtadt von Edinburg ſcheidet, in dies Waſ⸗ ſer, und blieb in dem Moder ſtecken. Der Philoſoph erhob ein lautes klägliches Geſchrei nach Hülfe, welches endlich eine alte Frau herbeizog, die aber, da ſie ſeinen Namen hörte, durchaus jeden Beiſtand verſagte, weil ein Atheiſt, wie er ſei, darauf keine Anſprüche habe. Hume that in ſeinem Sumpfe alles, was in ſeiner trauvigen Lage möglich war, um die alte Sibylle von ihrem Glauben abzubringen; aber keine Gründe wollten bei ihr verfangen.Können Sie den chriſtlichen Glauben? fing endlich die Alte kalt und trocken an.O Gott ja, gutes Mütterchen!Nun, ſo will ich ihn hören! Andächtig und mit vieler Fertigkeit ſagte Hume das aufgegebene Penſum her, und die Alte ermangelte nun nicht, dem armen Philoſophen die ſo ſehnlich gewünſchte Hülfe an⸗ gedeihen zu laſſen.

Wie gefühllos Ludwig XV. war, kann man unter au⸗ dern aus folgenden Zügen ſehn. Bei dem Tode der Pompa⸗ dour traf er ſelbſt die Beerdigungsanſtalten, ritt am Begräb⸗ nißtage auf die Jagd, und war von ſehr heiterem Humor. Der Marquis von Chauvelin,einer ſeiner gewöhnlichen Spiel⸗ geſellſchafter, ſtand dem Anſchein nach in großer Gunſt bei ihm. Eines Tages ward er im Zimmer des Königs vom Schlage gerührt, und blieb auf der Stelle todt. Zwei Tage darauf fuhr der König nach Trianon. Eines der Vorder⸗ pferde ſtürztC' est comme Chauvelin! ſagte der König mit der gleichgültigſten Miene von der Welt.

Kleine Kritiken.

Unter den Ruinen, von Franz von Nemmers dorf. Leipzig, bei F. A. Brockhaus.

Der Verfaſſer gehört ohne Frage zu den talentvollern Vertretern des modernen Romans.

Er beſitzt eine lebhafte Einbildungskraft, die nicht nur complicirte Handlungen entwerfen und ſpannende Situatio⸗ nen, ſondern auch Charaktere recht lebendig darſtellen kann. Mit einem kecken und leichten Griff erfaßt er verſchiedene Fi⸗ guren des heutigen Lebens und ſtellt ſie wie im Schachſpiel Zug um Zug und dabei oft weite Länderſtrecken durchlaufend gegen einander auf. Ohne irgend gedankenreich zu ſein, iſt

der Dialog doch frei von moderner Gehirnerweichung und

ſtrebt immer nach einer beſonderen Zeichnung und Färbung der betreffenden Perſonen.

Wenn aber vorhin das Bild einer Schachpartie ge⸗ braucht wurde, ſo mag darin zugleich die Andeutung einer Schattenſeite liegen. Man vermißt zu ſehr die Einfachheit und den natürlichen Verlauf in den Wendungen und Hand⸗ lungen des Menſchenlebens, wie ſie die Wirklichken eetet. Alle etwas künſtlichen und daher gewaltſamen Veranſtal⸗ tungen von Seiten des Dichters verkürzen den wohlthuen⸗ den Eindruck der Wahrſcheinlichkeit, ja der poetiſchen Wahr⸗