Vierte
diereſſen andist QOaſen der Ausnahme wie eine abgetriebene Kameel⸗ un hiede erholen muß.“
„Es können in einem Lande ſo viel Geſetze da ſein, ndiPkein Recht mehr da iſt.“ 8„Man hat Strafgeſetzbücher, die viel kürzer gefaßt ſein dane käenten, wenn ſie ſtatt des Verbotenen nur das Wenige ent⸗ nzelner Gan hielen, welches erlaubt iſt.“
„Unter dem weiblichen Geſchlecht iſt eine Scheinſprö⸗ diglit viel häufiger, als eine wahrhafte, und macht auch weit umt Effect. Da ſie eine pikante Berechnung iſt, wie die kmſlichen Hinderniſſe beim Wettrennen, ſo reizt ſie die mei⸗ ſimn Männer; während die wahre Sprödigkeit nur wenige Hiſinnige entzückt, die meiſten aber als ein Hinderniß ihrer asſtiſchen Wünſche ſtört. Außerdem verlangt die Schein⸗ pſchigkeit von den ſie Ausübenden keine wirklichen Opfer. Middieſem Theaterdolch, der ſich nie gegen die eigene Bruſt
darltzend kehrt, ſondern heimlich in ſein eigenes Heft zurück⸗
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fiſer, di wütt, können ſie ſich ohne Schaden, ſo oft ſie wollen, zu ntlihkeit daglt ce gehen.“
deit dnen„„Wie verwerflich iſt dieſer gefühlloſe Charakter, der
un Norgen ſein Liebſtes begraben, am Nachmittag ruhig widr an ſeine Arbeit gehen und ſich ſchon Abends ſein Vlch ſchmecken laſſen kann!“ Du irrſt; er iſt nur einer
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en, ſelbſt zu de; ii iſ ſan dunden harten Grundſteinen, durch welche das dauerhafte 4 die te ertr diude der menſchlichen Geſellſchaft zuſammengebaut ward
ind ſich in ſeiner unverwüſtlichen Werkthätigkeit erhält. ie’ Geſtalten müſſen die Lücke ausfüllen, welche im gemein⸗ arn Schaffen entſteht, wenn die idealen Herzen und Köpfe all Leid und Verſtimmung feiern. Jene„Gefühlloſen“ zutiten auch für dich und übertragen auch deine Schuld ungroßen Hypothekenbuche der Culturverwaltung. Beklage eimmerhin, aber thue es mit Achtung gegen ihre welter⸗ dkande Miſſion.“ „Die Welt hat Millionen Augen. Daher kommt es, npfen inar 1 ſe uns in Summa viel genauer anſieht und erkennt, walt wir ſie. Aus tauſend Richtungen und Winkelgraden fergiebt der 1hghtet ſie uns und mißt unſere Größe bald nach unſerer i Zweifel win wülichen Erſcheinung, bald nach dem Schatten, den wir nuffallend Anpacn. Wir werden von allen Seiten durchforſcht und es nicht we eih erecnet, und unſer eigenes Handeln liefert ſaliei der nſtlerhand g ell die beſtätigende Probe zur richtigen Löſung ihres und es dütfte Mupels. Unſer Einzelblick hat dagegen blos eine einzige Vi⸗ leicht ein Buhi erimmſe, und wir ſchauen die Welt durch das gefärbte Glas bei jeder belüttmener Subjectivität an, welches von Ander Leidenſchaften oolhverdunkelt wird.“ enehm ſein„Wie viele Schriftſteller haben über Napoleon und Pinnei unginnee gewaltſame Eroberer mit dem Verlangen geſchrieben, denen A bheinat wir uns für ihren Helden erwärmen ſollen, weil er in Lebens ,76 eie blutigen Bahm und Tendenz doch ſo gar bedeutend Menge“; geniſen ſei. Wunderliche Zumuthung an freie, ſittliche rrtur und gurSeeln! Wenn ſich ein Manſch für einen die Menſchheit Keihenfolg ſelechtenden Machthaber, das heißt Tyrannen, bexeſſe e lls weil dieſer in ſeiner Art groß iſt, wie etwa Napo⸗ t Moral mdecn ſo wäre dies gerade ſo unvernünftig, als wenn man Mihon änem wirklichen vierbeinigen Ochſen verlangen wollte, men heiht dag er ſich für einen beſonders großen, ſtarken Fleiſcher en⸗ huſtismnire. Zu ſolcher Widernatürlichkeit iſt ſelbſt ein Reqal u Oaſenverſtand zu geſund.“ der Tg„Die Zufriedenheit hat einen gewiſſen Bürgerſtolz. nſchnl St ligbt beſcheidene Räume und hält es kaum auf Stunden dntworli ſt,in ſfinen Palaſte aus.“ alle u5 p G„Wie die Gänſe durch das Nudeln fett werden und eine m. 3 ruß geber bekommen, ſo werden auch unbegabte Naturen,
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Folge. 767 welche ſich durch Intelligenz mit Gewalt heranmäſten wollen, ungelenk und bekommen eine große Dummheit. Leider kann man von dieſer nicht einmal in Schilda, geſchweige in Straßburg eine Paſtete machen.“
Misrellen.
Unter der Regierung Friedrich's des Großen, Königs von Preußen, wurde ein Officier um hundert Thaler geſtraft, weil er einen Hirſch in den königlichen Forſten geſchoſſen hatte.
Beſorgt, daß dieſe Forſtdefraudation ihm noch überdies die Ungnade des Monarchen zuziehen möchte, ſch dhed er an den König und bat ihn ſehr demüthig um erlhun⸗
Friedrich reſolvirte darauf ſehr tröſtlich:„Hat nichts zu ſagen, für den Preis ſtehen mehr Hirſche zu Dienſten.“
Kleine Kritiken.
Veneſlav Hanka's Lieder, aus dem Böhmiſchen von Alfred Waldau. Prag, H. Dominicus. 1863.
Hanka gehört zu den patriotiſchen Böhmen, die ſich mit Erfolg beſtrebt haben, für das Gedeihen ihrer czechiſchen Literatur nach Kräften zu ſorgen.
Eine Epoche machende Neublüthe konnte natürlich nicht hervorgebracht werden, denn dazu gehört nicht blos eine fort⸗ lebende Sprache, ſondern auch ein auf ſich ſelbſt geſtelltes Volk. Die Böhmen bilden dasſelbe nicht, und es würde nicht zu ihrem Heil ſein, wenn ſie es verſuchten.
Sehr erfreulich waren aber dagegen die Reſultate, welche das Forſchen nach den mittelalterlichen Schätzen der czechiſchen Poeſie geliefert hat. Wie die ſlaviſche Völker⸗ familie überhaupt, ſo ſind auch ſpeciell die Böhmen Kinder des Geſanges, ebenſo wie ſie durch ihre warme Freundſ chaft für die Muſik in bekanntem Rufe ſtehen.
Die czechiſche Volkslyrik iſt ſehr umfangreich und ver⸗ bindet einen weichen gemüthvollen Charakter, der oft in die zarteſten, innerlichſten Tiefen der Rührung übergeht, mit lebhafter Phantaſie für das genrebildliche Kleinleben.
Niemals hat es im Munde der Böhmen an alten und auch wohl neueren Volksliedern gefehlt; doch die größte Be⸗ reicherung erfuhr dieſer ſchon beträchtliche Schatz durch Han⸗ ka's Verdienſt. Es gelang nämlich den unermüdlichen Forſchungen dieſes Mannes, im Jahre 1817 am 16. Sep⸗ tember in einem öden Thurmgewölbe der Stadtkirche zu Königinhof unter altem Geräth und verroſteten huſſitiſchen Waffen jene merkwürdigen zwölf Pergamentblätter zu ent⸗ decken, die nachher als Königinhofer Handſchrift in der Ge⸗ ſchichte der ſlaviſchen Lyrik eine ſo berühmte Rolle ſpielten. Uebrigens brachte dieſer Fund unter den Alterthumsforſchern vielen Krieg hervor, oft gehäſſigſter Art, denn man be⸗ zweifelte oft ihre Echtheit, und Hanka hatte viel ſchwere Kränkungen ungerechter Weiſe zu erleiden.
Er zeigte ſich immer als Patriot, beſchäftigte ſich mit ernſten, literariſchen Arbeiten über Sprache und Literatur ſeines Volkes, führte die Anlage eines ſtädtiſchen National⸗ muſeums mit Eifer durch und beſchützte daſſelbe ſogar gegen den Vandalismus der Soldateska im Jahre 1848.
Im Jahre 1861 hat Böhmen dieſen tüchtigen Gelehr⸗ ten verloren, und es wird uns hier in einer ſehr gewandten


