Frühling am Neckar.
Es zog auf ſtillen Wellen In klarer Nacht ein Boot, Daran das Segel ſilbern, Der Wimpel roſenroth.
Am Maſte Blüthenranken
Und mancher duft'ge Kranz, Und auf des Bootes Furche Ein Streif von goldnem Glanz.
Das Steuer lenkte ſingend Ein Kind mit zarter Hand, Auf's winterliche Ufer
Den hellen Blick gewandt.
Des Auges ſtille Wärme
Wie milder Sonnenſchein,
Der Wunderſang des Mundes Wie Klang vom Frühlingshain!
Das Boot zog langſam fürder, Bis es beim Morgengrau'n Am Horizont verſchwunden, Begrüßend andre Au'n.
So weit das Schiff getrieben Auf nächtlich ſtillem Pfad, Liegt nun in hellem Schimmer Das herrliche Geſtad.
Die kaum noch öden Ufer Geſchmückt mit junger Pracht, Und überall im Lande
Der holde Lenz erwacht!
Nürnberg.
Noch iſt's das alte Nürnberg, Allein daſſelbe nicht,
Von dem in Ruhmesworten Die Kunſtgeſchichte ſpricht.
Noch ſtehn die alten Brunnen Und fprudeln ihren Quell, Noch klingen aus den Thürmen Die alten Glocken hell!
Novellen⸗Jeitung.
Allum.
Heinrich Freimuth.
Gedichte von Heinrich Freimuth. Leipzig. Verlag von E. Wengler. 1863.
Noch ſtürzten nicht die Stürme Dies alte, fromme Bild,
Nach prunkt an jener Mauer Das alte Wappenſchild;
Noch ſchaffen rüſt'ge Hände Im alten Hauſe fort,— Allein die alten Hände, Sie regen ſich nicht dort.
Einſt war da andres Schaffen, Von ſtärkrem Geiſt beſeelt, Von einer Kraft gefördert, Die unſern Zeiten fehlt.
Wie damals Wunderwerke Die Hand, die ſtarke, zwang, Als Roſſenhardt's Geläute Zum erſten Mal erklang!
Als Viſcher ſeine Brunnen In Wunderformen goß, Und ſich in allen Zweigen Die reichſte Kunſt erſchloß!
Als ſich ein Meiſterbildner An jeder Bank noch fand, Dabei, der Arbeit folgend, Ein Kaiſer Max wohl ſtand.
Mit Meißel und mit Pinſel, Mit Stichel und mit Stift, Schrieb ſich das alte Nürnberg Zu ſchnell die Grabesſchrift.
Die Kunſt zog in die Schule, Kauft' einen Adelsbrief, Wonach man aus der Werkſtatt
Zum Fürſtenhof ſie rief.
Noch iſt's das alte Nürnberg, Allein daſſelbe nicht,
Von dem in Ruhmesworten Die Kunſtgeſchichte ſpricht.
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ſtinen 5 endend
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