Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
717
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Pariſer Briefe. VIII.

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Amn ſchw im October. vohin ſich Jeder Pariſer kennt mindeſtens dem Namen nach den en hatten Zyotographen, Schriftſteller, Luftſchiffer u. 3 w. Nadar; und nuf uns. j velcher Fremde hat den Boulevard des Capueines paſſirt, ure daß ihm jene aus Glas und Eiſen erbaute bunte Facça⸗ Feller volt aufgefallen, an deren Frontiſpice mit goldenen in ſchräger unſerer Lu lnie aufſteigenden Buchſtaben der Name Nadar in die Luft

Die Th webt. Die Luft iſt das eigentliche Element jenes Künſtler nin den! Uwotographen, mindeſtens ſeiner Phantaſie; ſeine Luftreiſen . 3und ſeine photographiſchen Arbeiten während derſelben ſind uſter und! wohlbekannt; an Stelle des widerſtandslos treibenden Bal⸗ eben, And Fallons will er jetzt die große Aufgabe des 19ten Jahrhun⸗ d Jung drts, das Problem der Luſtbeherrſchung, gelöſt haben.Der thend geſt Lallon, ſagt er,iſt bisher das größte Hinderniß jener Er⸗

indung geweſen, weiler leichter als die Luft iſt; um deren Strö⸗ nung aber beherrſchen zu können, muß man ſchwerer als die Luft ſein; ſowie der Vogel ſchwerer als das Element iſt, in eem er ſich bewegt, ſo muß der Menſch bei der Luftſchifffahrt ſſch auf die widerſtrebende Luft ſtützen, und ihr nicht wie iisher als Stütze dienen.Die Schraube, die heilige Schrau de, wie ein berühmter Techniker ſie genannt, ſoll gleich dem bohrer die Luft durchdringen und ihren Widerſtand brechen, llich jenem Kinderſpielzeugdie Schnecke genannt, das ufgezogen in die Luft ſchnellt; iſt erſt der Widerſtand der auft gebrochen, ſo folgt die Beherrſchung der Luftſtrömung un ſelbſt. Mit dieſer Theorie und dem Motto:.Was ſicht widerſinnig iſt, iſt möglich, und das was möglich iſt,

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r batfe? G n; alle Pfer num hin, ſ helehrte und reiche Amateurs haben ihm ihre Unterſtützung u Theil werden laſſen, und es hat ſich unter ſeiner Leitung ine Geſellſchaft gebildet, die durch Vergnügungen, Luftfahrten nch dem bisherigen Syſteme, aber in größerem Maßſtabe, ſe Summen erwerben will, welche die Herſtellung des von ſadar angeblich erfundenen Dampf⸗Schrauben⸗Luftſchiffes lſordert. Die erſte dieſer Fahrten hat an dem vierten d. M. ſnem Sonntage, vom Champ de Mars aus ſtattgehabt; iwa 200,000 Menſchen hatten ſich daſelbſt eingefunden, um in 120 Fuß hohen Ballon, zu dem 40,000 Ellen Seide rwendet ſind, aufſteigen zu ſehen. währeld ſſtigte man darunter ein niedliches aus Eſchenholz gefer⸗ l wal ggtes Häuschen, das durch ſeine geſchmackvolle äußere Deco und ſich 1 rung und zweckmäßige innere Raumbenutzung die Aufmerk mißt, wb jamkeit der in die nächſte Nähe zugelaſſenen Perſonen in ſt, ſo gel dohem Grade erregt hatte; es beſteht aus 2 Etagen; die Beſchluß antere enthält: die Cajüte des Capitains, drei Schlaftammern, veir der Aedviſionskammer, Waſchraum, photographiſches Atelier, uit deraDruckerei; der obere Theil bildet die Platform mit einer

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Soldalen lrere Su hohen Umzäunung; die äußeren Wände dieſer Hüte waren geſchmackvoll decorirt, da hingen die Anker, die

Näͤder zur Translocirung dieſer Behauſung, geſchlachtete Inſanen und Hühner, ein Kaſten mit lebendigen Tauben, ewehre um in der Luft zu jagen u. a. Unter den dreizehn ſagieren, welche für den Preis von 1000 Francs die ſiſe mitmachten, befand ſich eine Dame, die Fürſtin Latour uvergne; dieſelb hatte erſt auf einer Spazierfahrt im

Vierte Folge.

Feuilleton.

ißt ſich ausführen, hat Nadar eine lebhafte Propaganda n praktiſchen Anwendung ſeiner Theorie hervorgerufen;

Als derſelbe gefüllt,

bois de Boulogne an jenem Nachmittage von dem Aufſtei⸗ (gen des Ballons gehört, und ohne weitere Vorbereitungen ſich zur Theilnahme eingefunden. Als dieſe Perſonen auf der Platform verſammelt, ertönte das entſcheidende Wort: los laſſen! und der Rieſenballon ſtieg in die Höhe; aber die Laſt von 90 Centnern, die man ihm zu tragen gegeben, zog ihn wieder herunter, und mit ängſtlicher Spannung ſah das Publicum das Häuschen der Luftſchiffer zweimal auf den Boden gewaltſam aufſtoßen und eine Strecke fortgeſchleppt werden; endlich hatte man genügend Ballaſt ausgeworfen, und nun hob ſich le Géant der Rieſe majeſtätiſch in die Höhe, ſein Capitain Nadar ſtand Hut ſchwenkend hoch oben in den Strickleitern, und die Paſſagiere ſtreuten eine Fülle von Blumen auf die Menge herab. Die große Theilnahme des Publicums war hauptſächlich eine Folge der Reclame, dieſer Mutter jedes Erfolges in Paris, die dem Unternehmen reichlich zu Theil geworden war: ſeit Wochen prangte das Bild des Rieſenballons an allen Straßenwänden, die große und kleine Preſſe hatte Nadar's Projecte und an⸗ geblich neuen Theorien beſprochen, Nadar denſelben ein eige⸗ nes Journal l' Aéronaute geſchaffen, und ein klarer Himmel begünſtigte das Schauſpiel; Viele waren der Meinung, es handle ſich ſchon dies Mal um die Erprobung des neuen lenkbaren, ſo vielfach beſprochenen neuen Luftſchiffes; die Be⸗ kanntmachung des Paſſagier⸗Reglements hatte überdies der Luftreiſe einen großartigen Nimbus verliehen.

Art. 1. Jeder Mitreiſende, in welcher Stellung er auch an Bord des Séant ſich befindet, nimmt vor ſeinem Einſteigen von gegenwärtigem Reglement Kenntniß, und verpflichtet ſich auf ſeine Ehre es zu beobachten und beobachten zu machen ſei⸗ nem Buchſtaben und Geiſte nach. Er übernimmt und behält dieſe Verpflichtung bis zur Rückkehr, falls er nicht ſeinen Ab⸗ ſchied erhält.

Art. 2. Es giebt von der Abreiſe bis zur Rückkehr nur ein Commando, das des Capitains. Dies Commando iſt abſolut.

Art. 3. Da beim Mangel geſetzlicher Straffälligkeit der Capitain allein die Verantwortlichkeit für das Leben der Reiſenden hat, fo entſcheidet er allein und ohne Appel unter allen Umſtänden über die Mittel, ſeine Befehle auszuführen, und er iſt der Mitwirkung jedes Reiſenden verſichert. Der Capitain kann in gewiſſen Fällen die Meinung der Geſell⸗ ſchaft einholen, aber ſeine Autorität entſcheidet als letzte In⸗ ſtanz gegen Einſtimmigteit.

Art. 4. Jeder Reiſende beſtätigt, indem er an Bord ſteigt, daß er keinen ſelbſtentzündlichen Stoff mit ſich führt.

Art 5. Jeder Reiſende übernimmt allein ſchon durch ſeine Anweſenheit an Bord die Verpflichtung an der vollen Mitwirkung zu allen Operationen, und unterwirft ſich den Nothwendigkeiten des Dienſtes auf jede und die erſte Auf⸗ forderung des Capitains. Er kann auf dem feſten Lande ſich ohne Erlaubniß nicht von dem Luftſchiffe entfernen, noch ſich ohne gehörig erhaltenen Abſchied von demſelben definitiv zurückziehen..

Art 6. Abſolutes Stillſchweigen muß bei den Befehlen des Capitains herrſchen. Dies Schweigen iſt unerläßlich

während jedes Manoeuvres. Art. 7. Speiſen und Getränke, die ein Reiſender mit⸗