— Vierte Don Qui 1 nit einen ſwichen Daten, ſo theilen wir hier nur dieſe, die nach Davil⸗ aufen geruin's Schilderungen verfaßt ſind, aus der teefflichen Zeitſchrift 5 ar Länder⸗ und Völkerkunde mit.. ſeiligen an
Ertrart der Bohne von Calabar.
der eaſtilice Der Doctor Giraldes hat eine intereſſante Note über ſtes in Win Wirkung, welche der Extract aus der Bohne von Calabar lencin dagegf den Augapfel ausübt, veröffentlicht. Die Frucht die ſes nauch in Dolſengewächſes(Physostigma venenosum) beſitzt eine ſehr annte giftige Action; aber ihre Eigenſchaft, die Pupille ihre Plaza wſammenziehen zu laſſen, iſt erſt vor einem Jahre von einem ter Eigenthurngen engliſchen Arzte, dem Doctor Fraſer, entdeckt worden. nd wirft en Die Physostigma, eine in Europa wenig bekannte Unternehm Sſanze, hat einen langen, dünnen Stengel und ſie erzeugt wie der inShoten von ungefähr zwei Decimétres, welche vier oder fünf
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(Stiergefet hnen in weißen Schalen enthalten, deren Geſchmack dem
aufwand. Dan Schminkbohnen ähnlich iſt, die aber ſehr giftig ſind. ir jede einzel Die Wirkung, welche der Extract aus dieſen Bohnen noch die Koſeaf die Pupille des Auges ausübt, iſt gerade das Umgekehrte Thaler beu d durch die Belladonna erzeugten. Bekanntlich erweitert Saft oder der Extract der Belladonna die Pupille ſehr aun Stieten inerkbar, und man bedient ſich daher deſſelben, um die Ope⸗ Pferde, un alon des Staarſtechens zu erleichtern. Die calabariſche tens zehn d Bone zieht im Gegentheil die Pupille ſehr zuſammen. Dieſe ſeden 606 Wrkung iſt ſo energiſch, daß man die Oeffnung der Iris anz verſchwinden laſſen kann. Sie dauert indeſſen nur er Hauph 2. Stunden, während die Wirkung der Belladonna mehrere Sundrillae She anhält. eniger berlt Wenn den engliſchen Journalen Glauben zu ſchenken 4 fſo bedient der König von Calabar ſich dieſer Pflanze als
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ot aber d
nns Mittels, um die Unſchuld der Angeklagten zu erproben.
kalm ähnlich, welches bei den Negern von Goebon im Ge⸗ ſnuch iſt, um über das Schickſal der der Zauberei angeklag⸗
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d Ire aPerſonen zu entſcheiden.
Mauerne Der bekannte afrikaniſche Reiſende, Herr du Chaillu, bt, auf wllt V ſicht ſich in ſeinem Voyage en Afrique über den mbo undou, lien it 2 narkotiſches Gift, das aus einer Pflanze gezogen wird, 11l und a N wahrſcheinlich eine Art Strychnos iſt, ſehr ausführlich te auf unas. Der Angeklagte trinkt einen Aufguß des mboundou;
rtan er ſtirbt, ſo wird er für einen Zauberer erklärt, und als 1 di ſicher iſt ſein Tod nur die gerechte Strafe, die er verſchuldet ſue i enz bleibt er am Leben, ſo wird er für unſchuldig erklärt. ceen verzelch
Kuge Leute verſtehen indeſſen ſich gegen die Wirkungen die⸗
e, nl T degetabiliſchen Gifts zu ſichern. Herr du Chaillu ſah ſſe todt au Sien alten Neger, der mit den Gegengiften ſehr bekannt war,
ullen angen ds mboundou nehmen, ohne daß es bei ihm eine andere
und dergelürkung hervorbrachte, als einegporübergehende Trunkenheit,
niſi 5 in dieſer Art die Anklage der Zauberei von ſich ab⸗ bewahrt eeilzen.
299 dos hache dieſe Bohne erzeugt, ſehr ſorgfältig, und es hat daher
52 ſn Dir DoctorGiraldés, welcher von dem Doctor Fraſer etwas
pferde gewe Haspital für kranke Kinder in Paris Verſuche an. Bei acht
in einer ing fudern im Alter von drei bis dreizehn Jahren wurde mit blieben auff dilſe eines Pinſels zwiſchen den beiden Augenlidern ein puh Lopfen der Auflöſung in der Glycerin des Extracts aus der t ſelbſt ue clabariſchen Bohne ins Auge gebracht. Bei allen Kindern üfendn ſeite ſich nach Verlauf einiger Minuten das Zuſammenzie⸗
Swürde das ein Verfahren ſein, ganz der Probe des mboun-
Der König von Calabar verbirgt die koſtbare Pflanze, u elr große Mühe gemacht, ſich Samen davon zu verſchaffen.
exract von dieſer Pflanze erhalten hat, ſtellte damit in dem
Folge 703 hen der Pupille. Nach zwanzig Minuten waren die Dimen⸗ V ſionen der Pupille nur noch ein halbes Millimètre. Nach Verlauf von 24 Stunden war dieſes Zuſammenziehen gänz⸗ lich verſchwunden.
In England fängt man an die calabriſche Bohne für den Gebrauch in der Medicin zu bauen, und wahrſcheinlich wird man ſich derſelben in der Zukunft in der Augenheil⸗ kunde mit Nutzen bedienen. C.
Der Hanf.
Böhmiſche Blumenſage.
Zu jener Zeit, als noch unſer göttlicher Heiland mit dem heiligen Petrus in der weiten Welt umherwanderte, kam-er eines Tages in ein Dorf und ſah dort einen alten Bettler aus einem großen Bauernhofe weinend heraustreten.„Warum weinſt du denn, Alter?“ fragte ihn der Herr Jeſus gerührt. —„Ach, lieber Herr,“ gab der Bettler zur Antwort,„ich leide Hunger und kann nirgends ein Stückchen Brod erbetteln. Ueberall haben die Bäuerinnen heute mit dem Hanf vollauf zu thun, und keine will ſich ſo viel Zeit nehmen, um mir um des himmliſchen Lohnes willen ein Stückchen Brod abzuſchnei⸗ den!“— Nun befahl Jeſus dem Bettler zu warten und ging ſelber in das Gehöft hinein. Dort traf er die Bäuerin mit ihren Mägden beſchäftigt, den Hanf in Bündel zu legen, um ihn hernach näſſen zu laſſen. Der Herr Jeſus bat mit de⸗ müthigen Worten um ein Stückchen Brod, allein die Bäue⸗ rin wies ihn mißmuthig ab. Der Herr Jeſus bat zum zwei⸗ ten Male.„Der liebe Gott,“ ſagte er,„wird es Euch tau⸗ ſendmal vergelten, was Ihr einem armen, hungernden Bettler Gutes erweiſet.“ Da wurde die Bäuerin ſehr böſe und ſchrie:„Ich brauche Eure albernen Predigten nicht, packet Euch fort, denn Euretwegen werde ich mich doch nicht von der Arbeit abhalten laſſen!“— Der Herr Jeſus ſagte kein Wort mehr und entfernte ſich, um in dem nächſten Bauern⸗ hauſe einzuſprechen. Jedoch auch hier wurde er von der Bäuerin kurz abgefertigt. Gar nicht beſſer erging es ihm in den andern Gehöften. Als nun der Herr Jeſus auf ſeinem traurigen Rundgange in das letzte Gehöft trat und auch dort von der Bäuerin, die ebenfalls vorgab, daß ſie viel mit dem Hauſe zu thun habe, mit Schelthöorten empfangen wurde, ſagte er zu ihr:„Merket es Euch nun wohl, Ihr hartherzigen Weiber, künftighin werdet Ihr zur Strafe eine doppelte Ar⸗ beit mit Eurem Hanfe haben!“ Nach dieſen Worten verließ der Heiland das Dorf und nahm den alten Bettler mit ſich. — Seit dieſer Zeit geſchieht es, daß man den Hanf zweimal pflücken muß— zuerſt den Staubhanf und ſpäter den Saat⸗ Die Prophezeiungen des Herrrn Jeſus gingen ſtets Alfred Waldau
hanf. in Erfüllung....
Misrellen.
Die Anti-Slavery-Society in London hat einen aus Süd⸗Carolina entlaufenen Neger, der dort auf das Furcht⸗ barſte durchgepeitſcht worden war und der die blutigen Spu⸗ rren dieſer wiederholten Geißelungen an ſeinem ganzen Körper trägt, photographiren laſſen, und zwar ſo, daß man haupt⸗ ſächlich den Rücken des Negers ſieht, deſſen ſeitwärts von
hinten ſich darſtellendes Geſicht übrigens die Spuren einer gewiſſen edlen Intelligenz trägt. Ein Exemplar dieſer Pho⸗ tographie, die in England zum Beſten der emancipirten


