Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
607
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vort noch verſchont geblieben waren, und mit denen Genſerich ſeine afrikaniſche Reſidenz zu ſchmücken gedachte, ſondern ſie deckten auch das Dach zur Hälfte ab und bemächtigten ſich ſeiner Ziegel von vergoldeter Bronze.

Eine andere Beute erregt unſere Theilnahme in noch höherem Grade. Dies ſind die Spolien der Juden oder Jeruſalems. Noch heutigen Tags ſieht der Wanderer in Rom mit Ueberraſchung die unvollkommenen Abbilder der heiligen Tempelgefäße Jeruſalems, welche der Ueberreſt der Sculpturen auf dem Titusbogen in der Durchgangswölbung ſeigt, und er betrachtet vor allen anderen den großen ſieben⸗ armigen Lychnuchus oder Leuchter, ſieht den heiligen Tiſch, auf dem zwei Weihrauchgefäße ſtehen, zwei lange Tuben und eine Lade. Er mag wiſſen, daß damit jene heilige Beute bezeichnet wird, welche Titus aus der Zerſtörung Jeruſalems nach Rom geführt hatte, wie es der Jude Flavius Joſephus aun Augenzeuge genau beſchrieb. Von dieſen Spolien hatte Vespaſian die geſtickten Vorhänge des Tempels und die jüdi⸗ ſchen Geſetzbücher in den Palaſt der Cäſaren gebracht, den goldenen Leuchter aber und die köſtlichen Gefäße als Weih⸗ (ſchenke in ſeinen Friedenstempel niedergelgt. Dieſen herr⸗ lichen Bau verzehrte unter des Commodus Regierung ein Brand, aber man hatte Zeit, die jüdiſchen Schätze daraus zu retten, und man legte ſie an einem anderen, uns nicht bekannten Orte nieder, wo ſie Jahrhunderte lang verblieben. Wenig⸗ ſtens wiſſen wir, daß unter den Schätzen Alarich's zu Car⸗ gaſſon ſich ſchöne mit Praſinen geſchmückte Gefäße des Sa⸗ lomoniſchen Tempels befanden, welche er in Rom erbeutet hatte. Andere jüdiſche Koſtbarkeiten aber waren dort zurück⸗ geblieben, denn es wird uns erzählt, daß Genſerich werthvolle ſebräiſche Gefäße aus der Beute des Titus zuſammen mit den aus römiſchen Kirchen geraubten Geſchirren von Gold zu Schiff nach Carthago fortführen ließ.

Das ſeltſame Wanderſchickſal der alten Tempelſchätze der Juden zwingt uns hier zu der Bemerkung, daß ſie noch ichtzig Jahre ſpäter von Beliſar in Carthago gefunden und mit der vandaliſchen Beute darauf in feierlichem Triumph durch die Stadt Conſtantinopel geführt wurden. Der An⸗ blick dieſer heiligen Gefäße verſetzte die Juden von Byzanz i verzückten Schmerz, und es ſcheint, ſie ſchickten kühn eine Deputation an den Kaiſer, ihr Eigenthum zu reclamiren. Wenigſtens läßt Procopius, der von den jüdiſchen Gefäßen azählt, einen begeiſterten Hebräer im Dienſt des Kaiſers Zuſtinian auftreten und ihn ermahnen, er möge die myſti⸗ ſchen Gefäße nicht in den Palaſt von Byzanz niederlegen; denn ſie würden, ſo ſagte der kluge Redner, nirgend Ruhe ſinden als an jenem Ort, den ihnen der König Salomo ur⸗ pprünglich beſtimmt hatte. Ihre Entfernung aber aus dem alten Tempel ſei der Grund geweſen, warum Genſerich die Liſarenburg Roms und wiederum das oſtrömiſche Heer den halaſt der Vandalen erobert hätte, in dem ſich jene Gefäße zuletzt befanden. Von religiöſer Scheu ergriffen, habe Juſti nian, ſo erzählt Procopius weiter, hierauf befohlen, die alten Tempelgefäße der Juden nach einer der chriſtlichen Kirchen Jeruſalems zu bringen. Ob nun dieſe merkwürdige Anek⸗ dote eines Zeitgenoſſen Beliſar's ganz oder nur halb wahr it, ſie beweiſt, daß noch faſt fünfhundert Jahre nach dem riumph des Titus das Andenken an dieſe heiligen Gefäße ſich im Gedächtniß der Menſchen erhalten hatte; und wir müſſen uns vorſtellen, daß alle dieſe Jahrhunderte hinduxch s Auge der Kinder Iſrael von Vätern zu den Enkeln herab iher ſie gewacht hatte. Doch ſeither verſchwand ihre Spur, und es werden dieſe märchenhaften Heiligthümer des Tempels

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Salomo's, wenn ſie Jeruſalem wirklich wieder erreichten, ſich als arabiſche Beute, dem heiligen Gral vergleichbar, in den myſtiſchen Orient verloren haben. Zu derſelben Zeit Juſti⸗ nian's behauptete jedoch der armeniſche Biſchof Zacharias, derſelbe, welcher ein Verzeichniß der öffentlichen Werke Roms verfaßte, daß in der Stadt fünfundzwanzig eherne Bilder bewahrt würden, darſtellend Abraham, Sarah und die Könige aus dem Stamme David, welche Veſpaſian nebſt den Thoren und andern Monumenten Jeruſalems nach Rom gebracht habe; und die Sage bei den Römern fuhr im Mittelalter fort zu rühmen, daß die Lateraniſche Baſilika die heilige Bun⸗ deslade mit den Tafeln des Geſetzes, den goldenen Cande⸗ laber, die Stiftshütte, ja ſelbſt die Prieſtergewänder Aaron's verwahre.

Vielleicht befanden ſich unter derſelben Beuteflotte der Vandalen, auf benachbarte Laſtſchiffe gepackt, der Salomoni⸗ ſche Lychnuchus und die Statue des capitoliniſchen Zeus, beide Symbole der älteſten Religionen des Oſtens und des Weſtens. Ausdrücklich erwähnt Procopius eines Schiffs, welches mit Statuen befrachtet war, und einzig unter allen das Schickſal hatte, im Meere zu verſinken, während die übrigen wohlbehalten den Hafen von Carthago erreichten.

Misrellen.

Ein berühmter deutſcher Staatsmann durchreiſte in ſei⸗ ner Jugend Frankreich. Sein Hauptwunſch ging dahin, Voltaire kennen zu lernen. Er ließ ſich bei ihm melden, der Diener kam jedoch mit der Antwort zurück, daß ſein Herr nicht zu Hauſe ſei.Ich weiß, daß er zu Hauſe iſt, man melde mich noch einmal. Die Antwort Voltaire's war, er ſei krank.Gut, ich bin Arzt, ich werde ihn herſtellen. Er⸗ zürnt ſchickte Voltaire den Bedienten hinaus mit der Nach⸗ richt, er ſei todt.Gut, ſo will ich ihn begraben. Verdrüß⸗ lich befahl Voltaire, den Ueberläſtigen einzulaſſen. Der Fremde kam.Sie halten mich wohl, fuhr ihn der Weiſe von Ferney an,für ein Wunderthier? Wiſſen Sie, daß es 12 Sous koſtet, wenn man mich ſehen will?Gut, ſagte der Fremde,hier ſind 24, ich komme morgen wieder. Voltaire lachte, und der Verſtorbene hat oft geäußert, daß er von die⸗ ſem nachher mit Höflichkeit überhäuft worden ſei und die 14 Tage ſeines Aufenthaltes in Ferney zu den angenehmſten ſeines Lebens rechnen müſſe.

Kleine Kritiken.

Pilgermuſcheln, Gedichte eines Touriſten von Heinrich Freiherr von Maltzan. Leipzig, Dürr'ſche Buchhandlung. 1863.

Dieſe Gedichte gehören, wie uns gleich der erſte Ueberblick zeigt, nicht zu der Claſſe von nichtsſagenden lyri⸗ ſchen Ergüſſen, mit welchen die deutſche Leſewelt in neueſter Zeit ſo viel behelligt worden iſt. Sie ſind offenbar aus einem poſitiven Bedürſuiſſe, aus dem Bedürfniſſe eines Natu ſhd Menſchen aufmerkſam beobachtenden Touriſten entſtanben, der auf ſeinen langjährigen Wanderungen in drei Welttheilen ſeine poetiſchen Anſchauungen in erzählen⸗ den Gedichten niedergelegt hat. Was den Werth der beſchreibenden Poeſieen dieſer Sammlung noch erhöht, iſt,

daß ſie, wie man aus ihrer Naturgetreuheit leicht erräth.

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alle an Ort und Stelle unter dem Eindruk Ser ſelbſt 2 74 9