Dierte Folge.
ophismen zu geſchloſſene Läden der Schein einer Harzfackel leuchtete, wel⸗ 9 cher die Aufmerkſamkeit des Unbekannten erweckt hatte.
ſonderne die e Nachdem dieſer einen Augenblick die elende Wohnung
diedener An⸗ brem ganzen hung, geſetz diſche Politit Lertreter ge⸗ unen Staats⸗ ſeiner Grund mels!⸗ ie Thü Grund- Es verfloſſen einige Secunden, dann wurde die Thür en würde ald geöffnet, und der Fremde trat in ein Gemach von eigenthüm⸗ . 3 8 4 J dem in den lichem Ausſehen, das wohl geeignet war, abergläubiſche Be⸗ 7.. 2.„.. 5„ 8 te für inmer griffe ſelbſt bei einem anderen als einem Kinde des Nordens 1 zu erwecken.
llößen, klopfte er laut an die wurmſtichige Thür, welche den Eingang verſchloß.
Stimme. „Ein verirrter Reiſender; öffnet im Namen des Him⸗
den dichten Rauch, welcher dem Harze entſtröm⸗.,.. chn Durch chte 1 4 ſ und meiner würdig.— Fremdling, ich erkenne an Dir eine
ein ſolches
cheinung, und
genuber keinen
ſoviel Raum C.
te, ſah man menſchliche Skelete, beſchriebene Pergamentſtrei⸗ fen, getrocknete Kräuter und Gefäße jeder Größe von geſchnitz⸗ tem Holze. Das Ganze vervollſtändigte der Herr des Hauſes,
zu einem Geſpenſt unſerer modernen Melodramen geeignet gemacht hätten.
Ein Leichentuch über dieſe lebendige Leiche, und die Il⸗ luſion wäre vollſtändig geweſen.
Der junge Mann machte eine Bewegung des Wider⸗ willens und fühlte ſich einen Augenblick verſucht, umzukehren und lieber der Wuth des Sturmes die Spitze zu bieten, als die Nacht in dieſer hölliſchen Höhle zuzubringen.—
Aber die Ueberlegung kam ſeiner Unerſchrockenheit zu
dich glaube, ais er beſiegte ſeinen erſten Widerwillen, näherte ſich ſei— ſprengt und ſittem Wirthe, der ihn aufmerkſam betrachtete, und ſagte mit ſott des Windeh männlicher Stimme: tblichen Wettern„Greis! Odin, der Gott der Gerechtigkeit und des 4 lichtes, wird Dich für die Gaſtfreundſchaft belohnen, die nundinaviſce du mir erweiſeſt, und ich ſelbſt werde Dir dafür aufrichtig äſtigungen, u auken.“.4 nden zu hörel„Nimm Platz an meinem Heerde, junger Mann, ſagte ſiel mit gleicher der dürre Greis.„Sättige Dich von meinem Brode, ruhe ge us auf meinem Lager! Der Skandinavier iſt zu dem Allen ſeinem Bruder verpflichtet, aber des Dankes wie der Dank⸗ Licebarkeit kannſt Du Dich entbinden. Jerym hat zu lange mde gelebt, um noch an die Lügen der Menſchen zu glauben.“ 8 indem er in ſeinem abſcheulichen Aufenthaltsorte umher⸗ er bei del alten klickte, ſtieß er ein ſchneidendes, widerliches Gelächter aus, er dn ver⸗helches Locke, dem Satan der Norweger, Ehre gemacht haben
warzen, aus,
in ſchwachet Leuchtthurn
1 ſc ſ ſrde 5 Der Fremde achtete weder auf die Worte, noch auf der Geiſt aatos ihnen folgende Gelächter; er ſetzte ſich zu dem Heerde, 4* ntronnen,auf welchem ein gewaltiger Fichtenſtamm brannte, und ins e foettocknete ſeine Kleider, welche von dem Schnee durchnäßt itwaren. 9 3
ur ihe ven ihm zu d mir g. e, und
oder in Eiſe
et ſehr ecfrer ſählen— war ſein Körper kräftig, wie der des Alciden, und nicht ſer iaeſin Wuchs ſo hoch, daß ſelbſt der lange Greis an ſeiner Seite
R— , dd iügai atnur ein Pygmäe zu ſein ſchien. ſtem den Dieſe außerordentliche Länge hatte für ihn den Uebel⸗ rrausgef ſtand, daß er dadurch gehindert wurde, ein Pferd zu beſteigen,
S nach urbeil ſeine Beine, wenn er geritten wäre, den Boden berührt 9 untiſttten. Man hatte daher zu ſeinem Namen Roll oder Rollo
ütte, ag chest Beinamen„der Fußgänger“ gefügt. urch 1
betrachtet, die nicht geeignet war, großes Vertrauen einzu⸗
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Seine Kleider waren einfach; ein breites, zweiſchneidi⸗ ges Schwert glänzte an ſeiner Seite, und nach den hervor⸗ ſpringenden Muskeln ſeines Armes zu urtheilen, mußte er ſich des ſelben mit Muth und Erfolg zu bedienen wiſſen.
Jerym betrachtete ihn noch immer mit einer offenbaren
Neugier; dieſe aber ſchien Rollo zu mißfallen.
„Wer iſt da?“ fragte eine ſchneidende, zitternde
Endlich wurde er derſelben überdrüſſig und rief mit ziemlich barſchem Tone:
„Bin ich denn ſo merkwürdig, daß Du mich ſo aufmerk⸗ ſam betrachteſt, Greis? Und iſt Deine Unbeſcheidenheit ſo groß, daß ſie Dich die Rückſichten vergeſſen läßt, welche Du Deinem Gaſte ſchuldig biſt?“
„Heimdal bewahre mich vor einem ſolchen Gedanken,“ antwortete Jerym;„nein, der Grund, der mich bewegt, die Züge Deines Geſichts ſo ernſt zu prüfen, iſt viel wichtiger
große Zukunft und einen großen Namen. Das Blut der
Könige rinnt in Deinen Adern, das Feuer des Ehrgeizes
deſſen langer knochiger Körper, deſſen gebräunte, lederartige Haut, deſſen nackter Schädel, deſſen kleine matte Augen, deſſen mit blendend weißen Zähnen beſetzter Mund ihn ganz
brennt in Deinem Herzen!“ Rollo gab ſich der Eitelkeit hin und erröthete vor Ver⸗ gnügen, und indem er ſich in ſeiner ganzen rieſigen Länge
emporrichtete, ſagte er:
„Noles, die Prophetin, begeiſtert Dich, denn bei meiner Ehre! Deine Worte ſind wahr, und das Blut Harold's, des jetzigen Königs von Norwegen, entſpringt derſelben Quelle wie das meinige.— Doch fahre fort und ſage mir, welche Zukunft mir beſtimmt iſt.“⸗
„Es ſei! Der Schleier, welcher Dein Geſchick verhüllt, ſoll gelüftet werden, da Du es willſt. Aber. zuvor nimm einige Nahrung zu Dir, denn mühſelige Anſtrengung und Schnee ſind ſchlechte Koſt.“
Rollo hatte einen unbeſieglichen Widerwillen gegen Alles, was die geheimnißvolle Hütte enthielt; dennoch konnte er
einen Becher nicht zurückweiſen, den der Greis ihm bot
und in welchem eine gelbe, goldglänzende Flüſſigkeit funkelte.
Kaum hatte er von dem Becher getrunken, als eine wohlthätige Wärme ſeinen Körper durchrieſelte. Er vergaß ſeine Ermüdung und mit flammenden Blicken folgte er den Bewegungen ſeines Wirthes. Dieſer hatte in die Mitte der Hütte ein großes Kohlenbecken geſtellt, in welchem Kohlen brannten.
„Junger Mann,“ ſagte er,„was Du ſehen und hören wirſt, iſt der Ausſpruch des Geſchickes, welches die drei Nor⸗ nen fällen, die die Ereigniſſe des menſchlichen Lebens regeln. Mein Mund wird Dir den Willen der Unſterblichen ver⸗ künden; er wird die Wahrheit ſprechen, und Du wirſt dieſe erfaſſen.“
Nach dieſen Worten nahm er ein weißliches Pulver aus einem kleinen goldenen Käſtchen und warf es auf die bren⸗ nenden Kohlen.
Eine blaue Flamme ſtieg empor; ſie erfüllte allmählich die ganze Hütte, und ein zauberhafter Anblick bot ſich den Augen Rollo's.
Vor ihm breitete ſich ein weites Land aus, glänzend in der reichſten Vegetation; eine zahlloſe Menge lag zu ſeinen Füßen; Männer in unbekannten Trachten und die man an ihren glänzenden Kleidern, an ihren ehrwürdigen Geſichtern leicht für Prieſter erkennen konnte, neigten ſich vor ihm, und ſelbſt Könige erſchienen an der Spitze ihrer Heere, ihm zu huldigen; edle und tapfere Krieger boten ihm ihren Beiſtand an, und ungeheure Städte öffneten ihm ihre Thore.
Rollo war entzückt. Er konnte es nicht müde werden,
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