Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
599
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ſo wird das jeder vernünftige Menſch leicht erklärlich inden, denn in dem Zuſtande, in welchem Du Dich befindeſt, ſind Gemüthsaufregungen noch immer ge⸗ fährlich.

Guido warf einen bitteren Blick auf das herz⸗ loſe Weib, welches nur nach Entſchuldigungen ſuchte, um die Stimme des Gewiſſens, die die Vorwürfe des tinſtigen Geliebten in ihrem Herzen wachriefen, zu betäuben.Verſuche es nicht, mich noch einmal mit ſüßen Worten zu täuſchen, entgegnete er,Deine Künſte habe ich durchſchaut und verachte ſie. Den Dichter haſt Du an Dich gefeſſelt, weil es Deiner Eitelkeit ſchmeichelte, einen berühmten Mann zu Dei⸗ nen Füßen zu ſehen; mich haſt Du bethört, um ein Spielzeug für Deine Launen zu haben und die Leere, die durch den Tod Deines Gatten in Deinem Herzen untſtanden war, in etwas wieder auszufüllen. Hätte ich die ſchimmernde Uniform nicht getragen, wer weiß, ob Du mich dieſer Auszeichnung für würdig erachtet hätteſt. Der Roman hätte vielleicht noch lange ge⸗ dauert, wenn jenes Duell nicht vorgefallen, oder ich nicht verwundet worden wäre. Aberaus den Au⸗ gen, aus dem Sinn, ich war ja nur ein Spielzeug, welches den Reiz der Neuheit ſchon verloren hatte.

Guido ſchwieg und ſank erſchöpft in den Seſſel zurück; die Gräfin zuckte leicht die Achſeln und wehte icch mit dem Fächer Kühlung zu.

Die dunklen Gewitterwolken waren inzwiſchen am Horizont heraufgezogen, ein leichter Wind hatte ſich irhoben und ſpielte mit den Quaſten der Vorhänge. Plötzlich erleuchtete ein greller Blitz das Gemach, dem hald darauf ein heftiger Donnerſchlag folgte. Die Gräfin fuhr erſchreckt auf und zog an der Schelle. Schließe das Fenſter, herrſchte ſie das eintretende Rammermädchen an,ſchon vor einer Viertelſtunde hätte das geſchehen ſollen.

Die Zofe vollzog den Befehl.Ich glaubte, die mädige Frau wolle nicht geſtört ſein, entſchuldigte ie ſich.

Du haſt nichts zu glauben, erwiderte die Gräfin uuffahrend,was Du nicht weißt, danach kannſt Du ftagen. Nun, willſt Du noch etwas? fuhr ſie fort, als das Mädchen ſtehen blieb.

Frau Winter iſt im Vorzimmer, ſie bringt der mädigen Frau die Stickerei.

Laß ſie eintreten, ſagte Hedwig, dann ſetzte

u ſ ſich wieder in ihr Fauteuil, warf einen gleichgül⸗ ſigen Blick auf Guido, der, in Gedanken verſunken,

tarr vor ſich hin ſah, und ergriff ein Buch. Gleich Farauf trat Helene ſchüchtern ein, ſie war einfach, uber ſauber gekleidet, die weiße Roſe, die ihren Som⸗ uerhut zierte, hob die Bläſſe ihres Antlitzes nur noch

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mehr hervor, und aus ihren tiefliegenden, feuchtſchim⸗ mernden Augen ſprach noch immer ein tiefer Seelen⸗ kummer.

Guido hatte ſich mühſam erhoben und die Krücken ergriffen, mit unſicheren, ſchwankenden Schritten nä⸗ herte er ſich der jungen Frau und bot ihr die Hand, die Helene mit lebhaften Zeichen der Freude ergriff. Ich trage keinen Groll gegen Ihren Gatten im Her⸗ zen, ſagte er,und wenn Sie ihm ſchreiben, theilen Sie ihm dies mit, bitten Sie ihn, daß er nur zurückkehren möge, er wird in mir einen Freund fin⸗ den.

Helene ſah ſchmerzlich zu Boden.Ja, wenn ich ihm ſchreiben könnte, ſeufzte ſie,wir werden ihn wohl nie wieder ſehen, nie erfahren, wo ſeine irdiſche Hülle ruht.

Dann geleitete ſie den jungen Mann auf ſeinen Sitz zurück. Die Gräfin hatte inzwiſchen die Sti⸗ ckerei, die ihr von Helene überreicht worden war, be⸗ trachtet.Die Farben könnten etwas lebhafter, na⸗ mentlich ihre Zuſammenſtellung geſchmackvoller ſein, hob ſie an,ich hoffe, daß Sie bei der nächſten Ar⸗ beit für mich mehr Sorgfalt auf dieſelbe verwenden werden. Warten Sie einen Augenblick, ich werde Ihnen den Lohn gleich auszahlen.

Bei den letzten Worten erhob ſie ſich und rauſchte hinaus.

Herzloſes Weib! murmelte Guido, indem er ihr einen bitteren Blick nachwarf, dann zu Helene gewandt, fuhr er fort:Sie wiſſen alſo nicht, wo ſich Ihr Gatte befindet?.

Seit ſeiner Flucht habe ich nichts mehr von ihm gehoͤrt, erwiderte Helene mit gepreßter Stimme, der Herr Commerzienrath hat in allen Ländern, wo er nur Geſchäftsverbindung hat, Nachforſchungen an⸗ ſtellen laſſen, aber vergeblich, keine Spur war von ihm zu entdecken, und wir können faſt mit Gewißheit annehmen, daß er todt iſt.

Guido hatte dieſe Nachricht erſchüttert, er blickte eine Zeitlang ſtarr vor ſich hin, dann, das junge, noch immer ſchöne Weib anſchauend, fragte er:Iſt denn Alles geſchehen? Haben Sie auch drüben über'm Ocean nachgeforſcht?

Auch dort, antwortete Helene,er iſt verſchol⸗ len. Plötzlich ergriff ſie die Hand Guido's und einen raſchen Blick auf die Thüre werfend, durch welche die Gräfin verſchwunden war, fragte ſie:Sa⸗ gen Sie mir die Wahrheit, trägt die Gräfin Schuld an jenem Duelle? Ich habe vor einigen Tagen ein ſolches Gerücht vernommen, aber Niemand will mir darüber Rede ſtehen!

Guido fühlte, daß er hier die Wahrheit nicht