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Novellen⸗Zeitung.
Alhum.
Amelie Godin.
Wogenklänge.
Senk' ich den Blick in klare Waſſertiefen,
So faßt's mich mit geheimnißvoller Macht, Als ob verborg'ne Stimmen dort mich riefen, Als ob vergeſſ'ne Träume drunten ſchliefen, Um die man weint, wenn man daraus erwacht.
Als Kind ſchon ſpäh'te ich voll banger Wonnen Den Nixen nach, von denen ich gehört,
In jedem Bach, in jedem klaren Bronnen;
Und mehr, als je die Märchenwelt erſonnen, Schien in der Tiefe meinem Blick beſcheert.
Längſt iſt der Wahn der Kinderzeit verflogen, Doch nicht mit ihr der Märchen gold'ne Zeit; In Schaaren kommen ſie mir nachgezogen, Heut noch, wie damals, aus den kühlen Wogen, Und eines hat dem andern ſich gereiht.
Was mir das Waſſer zugerauſcht, das ſpreche Ich heute träumend nach.— Es ſang ein Lied Vom Weſterwald, auf deſſen Haidefläche
Entſpringen vier belebte Quellenbäche,
Die Mütter ſind's des klaren Flüßchens Wied.
Ein heller Weiher eint die friſchen Quellen, Und wie im Spiel entflieht ein munt'res Kind Der Mutter Schooß, ſo aus den ſtillen Wellen, Die ſpiegelgleich ringsum das Land erhellen, Der kleine Fluß in raſchem Lauf entrinnt.
Dem Rheine ſtrebt er zu auf Schlangenwegen, Durch flachen Grund, vorbei an Buſch und Wald. Von ferne blickt dem Wanderer entgegen
Die Hartenburg, gar maleriſch gelegen
Auf einem ſteilen Kegel von Baſalt.
Die Landſchaft rings mit ihrem Spiegel ſchmücken Viel' and're Seeen noch, an Fiſchen reich,
Und auf der hohen Haidefläche Rücken Rothüberdachte Dörfer freundlich blicken,
Und Wieſen ſchimmern, grünem Sammte gleich.
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Der Magdborn. Eine Sage aus dem Rheinthale von Amelie Godin. Wittenberg, R. Heroſé.
Dem größten Weiher nah, vor langen Jahren Die Feſte Rohrbruch ſtand, und dicht dabei Die Rittergüter Der'n gelegen waren;
Doch weiß kein Mund jetzt mehr zu offenbaren, Was aus den Burgen wohl geworden ſei.
An ihrer Stelle, wie in grünem Neſte,
Sieht längſt man ſchon das Jagdſchloß Seeburg ſtehn,
Gaſtfreundlich ruft in dieſe ſchmucke Feſte Ein Fürſt noch jetzt alljährlich heit're Gäſte, Den großen Fiſchzug mit ihm zu begeh'n.
Doch wer dort fiſchen geht, der mag ſich wahren, Zu weilen einſam an dem klaren See! Seltſames könnte ſich ihm offenbaren; Verklung'ne Mähr von Zeiten, die einſt waren, Mit jenen Wellen rauſchet in die Höh'.
Von alten Sagen können ſie berichten,
Von Burgen, die der Weiher längſt verſchlang, Von Waſſernymphen wiſſen ſie Geſchichten, Und was des Lauſchenden Gedanken dichten, Fügt ſich unmerklich zu dem leiſen Klang.
Zieht er dann fort, ſo folgen die Geſtalten Ihm unabläſſig nach durch Zeit und Raum; Was ſtill in ſeiner Seele mochte ſchalten,
Eint ſich beziehungsreich der Sage Walten, Und endlich wird zum Bild der wahre Traum.
Kein tändelnd Bild, ein ernſtes iſt's geblieben, Und Wem es nun aus dieſen Blättern winkt, Dem ſei's den Wolken gleich, vom Wind getrieben Den Zeichen gleich, im Sande eingeſchrieben, Dem Rauſchen gleich, das in den Blättern klingt.
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Sein eig'ner Sinn muß ihm den Hauch beleben, Der durch das ſchwanke Traumgebilde weht! Symboliſch iſt der Sagen leiſes Weben,
Doch ihre tiefverſenkten Schätze geben
Sie Jenem nur, der ihre Welt verſteht.
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