530 Novellen⸗Zeitung. Nlbum. Alfred Waldau. Die Liebesperle. Waſſermann und Jägersmann Grüne Röcke tragen, Wo wurdeſt du geboren, Und von beiden trieft der Thau, Du Perle mit lichtem Schein? Wenn im Hag ſie jagen. Wie wiegte deine Mutter In ſüßen Schlaf dich ein? Goldherz, weder links, noch rechts Wende deine Augen: „Ich kam zur Welt, als die Linde Geh' g'rad aus— der Roſenpfad In voller Blüthe ſtand, Wird zum Heil dir taugen. Auf grüner Blumenwieſe An ſtillen Elbeſtrand.„Die von ihrem Treuen läßt, Thöricht iſt die Schöne.“ Dort kam zu meiner Mutter Nachtigall im grünen Hain Hernieder die Liebesfee Singt ſo ſüße Töne. 1 Und legte mich in Windel, V. Die waren weiß wie Schnee. b Sie Und ſie umwand mich mit Roſen,— Jſe ſe Mit weißen Lilien wohl, V Ein Traum. der T Gab mir den Sapphir ins Auge, der Ins Herz den Carneol.“ Im Schattenhaine lieg' ich hatte, „Oft in des Traumes Bann, keiner Genug, du Liebesperle, Und zu der Auserwählten der L Schon heilt mein Herzeleid; Geht mein Gedanke dann ſchän Du ſollſt mir angehören 1 Für alle Ewigkeit! Ich ſeh' vor mir die Holde Dde 2 In Engelsſchöneſteh'n, Verd V Und meine heiße Liebe unter — Muß ich ihr ſtill geſteh'n. faht „ had 4 8 3 Wie röthen ihre Wangen nn Die Nachtigall. † Sich gar ſo wundermild, Aus ihren ſchönen Augen ſch Nachtigall im grünen Hain Der Strahl der Gnade quillt Iw Singt ſo ſüße Töne: an „Die von ihrem Treuen läßt, Ich drücke ihr das Händchen, die Thöricht iſt die Schöne.“ Sie lächelt ſüß dabei— Da zieht durch meine Seele rul Goldkind, laß vom Liebſten nicht, Der Liebe goldner Mai. Bliebeſt einſam ſtehen, en Könnteſt leicht im Mißgeſchick Sie ſitzt bei mir am Raſen In die Irre gehen. In ſanfter Tannenkühl': helnn Da läßt ſich's herrlich küſſen. Gingeſt irr im weiten Feld, Auf dieſem grünen Pfühl! wird Wo die Winde rauſchen, r Wo in ihrem Zauberkreis Ich drücke ſie ans Heree hnt; Die Kobolde lauſchen. Und preiſe dieſen Tag—— ſ wi Da iſt der Traum verſchwunden, Gingeſt irr im dichten Forſt Ich bin allein im Hag! Auf dornreichen Wegen—. u Goldherz, trau' dem Waidmann nicht,— ta Schlingen kann er legen.— wei Venceſlav Hanka's Lieder. Aus dem Böhmiſchen überſetzt von Alfred Waldau. Prag, Verlag von H. Dominicus. 1863. 5 2
Jahrgang
31-52 (1863)
Seite
530
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