im Fall ich Sie zufällig erſchießen ſollte, Ihre werthvoll⸗ ſten Sachen hier im Walde vergraben, Sie ſelbſt aber lie⸗ gen laſſen und in der Stadt ſogleich die Anzeige machen, daß wir hier von Räubern überfallen wären.“
Bob hielt ſein Pferd an und reichte mir die Hand.“
Dies iſt ungefähr der in den Erzählungen herrſchende Ton. Aber es fehlt dabei nicht an gut erfundenem Mate⸗ rial, und derſelbe Bob, welcher ein gemeiner Abenteurer zu ſein ſcheint, iſt nur ein Abenteurer wider Willen geweſen und theilt dem Autor nun ſeine Lebensgeſchichte mit, die eine ſpannende Fülle von Thatſachen und überraſchenden Wendungen enthält. Es wird uns dabei das Treiben und die Einrichtung in der Verbrechercolonie der Norfolksinſel ſehr anſchaulich beſchrieben und das Schickſal eines Men⸗ ſchen aufgerollt, welcher dadurch in unverſchuldetes Unglück gekommen, ja unſchuldig zum Mörder geworden iſt, daß ſich ihm ein Vetter, der ein verworfenes Subject iſt, un⸗ heilbringend und mit allen Intriguen der raffinirteſten Schurkerei an die Ferſe hängt. Dieſes Motiv iſt mit ſcharfer Beobachtung aus dem Leben gegriffen und durch⸗ ſchnittlich in ſehr natürlichen Vorfällen dargeſtellt. Nur durch die in Zorn und Verzweiflung ausgeführte Mord⸗
that ſchüttelt der Verfolgte endlich den böſen Dämon des Verderbens von ſich ab.
Wirkt hier ſchon die einfache Erzählung intereſſant, ſo würde ein pſychologiſches Eingehen in die einzelnen See⸗ lenzuſtände, mit dichteriſcher Gewalt dargeſtellt, einen er⸗ ſchütternden Eindruck hervorbringen können.
Als lobenswerthe Eigenſchaften dieſer ſtoffreichen Ge⸗ ſchichten muß ich noch erwähnen, daß ein ſüdliches Colorit und der Hauch einer fremden Zone darin durchgängig zu finden ſind und durch den Eindruck einer gewiſſen atmo⸗ ſphäriſchen Wirklichkeit es dem Leſer erleichtern, ſich oft leichter über ſpringende Uebergänge hinwegzuhelfen. Im Dialog macht ſich eine bewegliche Redeweiſe geltend, die mit abſoluter Hintenanſetzung eines ſchönen Styls auf Natürlichkeit ausgeht.
So wird ſich das vorliegende Werk in ſeiner trefflichen
Ausſtattung ganz von ſelbſt einem großen Leſerkreiſe zur
Lectüre empfehlen und bei allen Zeichen einer leichten Un⸗ terhaltung, aber zugleich auch einer vielſeitigen Natur⸗ und Volksſchilderung ebenſowenig überſchätzt, als für ein ge⸗ wöhnliches Material rein ſtofflicher Darſtellungen erachtet werden.
So eben erſchien und iſt vorräthig in allen Buch⸗ handlungen:
Duͤoe Allpen
Uatur- und Lebensbildern. Dargeſtellt
von
H. A. Berlepſch.
Mit 16 Jlluſtrationen und einem Titelbilde in Tondruck nach Originalzeichnungen von
Emil Rittmeyer.
Pracht⸗Ausgabe. Lexikon⸗Octav. 1 ſtarker Band. eleg. broch. 3 Thlr. 26 Ngr. Eleg. geb. 4 Thlr. Gold⸗ ſchnittband 4 ⅞ Thlr.
Wohlfeile Volks⸗Ausgabe mit 16 Jlluſtrationen ohne Tondruck. Octav. broch. 1 Thlr. 20 Sgr., eleg. geb. 2 Thlr. 5 Sgr.
Vorſtehendes Werk hat bei den Gebildeten aller Stände, in Deutſchland wie in England und Frankreich, eine ſo überaus günſtige Aufnahme und in der periodiſchen Preſſe eine ſo einmüthig anerkennende Beurtheilung gefunden, daß die Verlagshandlung ſchon jetzt zur Beſorgung einer zweiten unveränderten wohlfeilen Volks⸗Ausgabe ſchreiten mußte.
Eine vortreffliche engliſche Ueberſetzung bei Longman& Co. in Lon don und eine franzöſiſche bei H. Georg in Baſel ſprechen am beſten für den Werth des Buches.
Leipzig. Hermann Coſtenoble.
Redigirt unter Berantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Hürr in Leipzig.— Druck von Gieſecke 8 Devrient in Leipzig⸗ ———
Friedrich Gerſtäcker's neueſte Reiſe!
Im Verlage von Hermann Coſtenoble in Leipzig erſchien und iſt in allen Buchhandlungen und Leihbiblio⸗ theken zu haben:
Achtzehn Monate in Süd-Amerika
und deſſen deutſchen Colonien.
Von
Friedrich Gerſtäcker. 6 Theile in 3 ſtarken Bänden. 8. broch. 5 Thlr.
Das Werk ſtattet Bericht über den letzten überſeeiſchen Ausflug des kühnen Reiſenden ab. Der Verfaſſer bereiſte diesmal die intereſſanteſten Gegenden Süd⸗Amerika's nach den verſchiedenſten Richtungen hin, vorzüglich um die Verhältniſſe und Wechſelbeziehungen der dortigen deutſchen
Colonien zum Vaterlande durch eigene Anſchauung kennen
zu lernen.
Von Alphons Dürr in Leipzig ist zu beziehen:
Thiers, Histoire du Consulat et de l'Empire. Edition autorisée pour l'Etranger. Avec 11 gra- vures. 20 beaux volumes gr. in-S8. 23 Thlr. 10 Ngr.
Geſchichte des Conſulats und des Kaiſerthums. 20 Bände. gr. 8. 16 Thlr. 20 Ngr.
Mit 11 Kupfern. 18 Thlr. 15 Ngr.
Die verehrl. Subſcribenten, welche die letzten Bände obiger Werke noch nicht bezogen haben, werden gebeten, dies baldigſt zu thun, da eine ſpätere Verpflichtung hierzu nicht übernommen werden kann.
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