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Nr. 43.]
ſprudelte; da verſtummte plötzlich das Wort auf ſeinen Lip⸗ pen, und eine finſtere Träumerei bemächtigte ſich ſeines Geiſtes.
Das Kind, das er zu ſeiner Tänzerin gewählt hatte, begriff dieſen plötzlichen Wechſel nicht und ſuchte den ab⸗ geriſſenen Faden ihrer Unterhaltung wieder anzuknüpfen, die beinahe ein vertrautes Weſen angenommen hatte. Sie ſah ihn verwundert an, und als der Tanz ſie wieder in ſeine Arme führte, ſchien ſie, indem ſie ſich an ihn preßte, die Eroberung wieder ergreifen zu wollen; aber die Zer⸗ ſtreutheit des flüchtigen Cavaliers ſchien voß llugenblick zu Augenblick zuzunehmen.
„Verzeihen Sie,“ rief er plötzlich,„ich habe eiuer der Damen ein Wort zu ſagen.“
Und während Unwillen eine dunkle Röthe auf die Stirn ſeiner Tänzerin lockte, wollte er ſich in der That entfernen; allein das Orcheſter traf eine andere Entſchei⸗ dung. Es wurde eine Figur geſpielt, bei der alle Tänzer betheiligt waren, und als alle wieder an ihren Platz traten und Bernhard Langdon ſich frei ſah— war Elſie Venner nicht mehr da.
Der junge Lehrer blieb ſehr ſpät auf dieſem Balle, und nach Hauſe zurückgekehrt, betrachtete er lange Zeit den Planeten Mars, der an dem Horizont herabſank.
Am nächſten Tage, als er in den Saal trat, fand er Helene Darley, wie gewöhnlich, mit einer laugweiligen Lectüre beſchäftigt. Sie ſah kaum auf ihn, und indem er ſie ſo betrachtete, blaß durch ihre nächtlichen Studien, ma⸗ ger, aufgerieben durch ihre Sorgen und die Arbeit, ſchön durch ihre Ergebung, ſchön in der Schönheit einer Mär⸗ tyrin, fühlte der junge Mann ſich von einer zärtlichen Be⸗ wunderung ergriffen.
Er gehörte zu denen, welche zu ſehen und zu begreifen verſtehen, und für welche eine entſtehende Runzel ein mo⸗ raliſches Zeichen, eine ſtumme Offenbarung einer ganzen Vergangenheit iſt, die eine ſiegreiche Erziehungskraft be⸗
Dritte Folge.
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ſitzt. Die Stirn Helene's ſchien ihm von jenem Heiligen⸗ ſchein umgeben zu ſein, wie man ihn auf den Bildern der katholiſchen Kunſt erblickt.
Er ergriff das Wort. Sie plauderten von dem Balle, von Lätitia Forreſter. Helene war die Erſte, welche ihn fragte, ob Elſie dort geweſen ſei, und ob er mit ihr geſpro⸗ chen hätte.
„Nein,“ erwiderte er,„ich wollte es, aber es war zu ſpät.— Ein ſonderbares Geſchöpf, begabt mit einer eigen⸗ thümlichen Fähigkeit der Bezauberung.— Was wiſſen Sie von ihr? Weßhalb kommt ſie her?“
„Weil ſie es will— und weil ihre Launen zum Ge⸗ ſetze werden,“ erwiderte Miß Darley mit leiſer Stimme. „Von ihr ſelbſt weiß ich übrigens nichts, als daß, wenn ſie mich anſieht, ihre Augen mein Leben einzuſaugen ſcheinen; ohne ſie zu ſehen, ohne ſie zu hören, kann ich ſagen, ob ſie irgend wo iſt oder nicht.— Das iſt beinahe wahnſinnig, nicht wahr? Aber ich bin ſehr ſchwach, ſehr nervös.“
Hier trat Herr Silas Peckham ein, und auf einen bloßen Blick von ihm verließ das arme Kind das Gemach, gebieteriſch zu einer jener tauſend Pflichten zurückgewieſen, die man ihr ohne Mitleid für ihre unterwürfige Schwäche auferlegte.
Bernhard, der anfangs ſich genaue Rechenſchaft von ſeiner Lage zu geben ſuchte, fühlte eine gewaltige Neigung, feinen ehrenwerthen Schulherrn ſo zu behandeln, wie er in Pigwacket den Sohn des Fleiſchers, oder ſelbſt den berüch⸗ tigten„Tiger“, den Mitſchuldigen der aufrühreriſchen Schüler behandelt hatte. Das Blut trat ihm in das Ge— ſicht, ſeine Naſenlöcher öffneten ſich weit, und der Vor⸗ ſteher des apollineiſchen weiblichen Erziehungsinſtituts ahnt vielleicht noch jetzt nicht die Gefahr, in welcher er an jenem Tage ſtand. Aber unſer Brahmine bezwang ſich, und nach einigen höflichen Bemerkungen über die viel⸗ leicht zu zahlreichen Pflichten der Oberlehrerin ſagte er:
„Dem muß abgeholfen werden. In der nächſten
ſten Noth ausgeſetzt ſehen. Ganz anders iſt es mit dem Tabak, den man in Europa erſt ſeit ein paar Jahrhunderten kennt, deſſen Gebrauch anfangs beſonders von der Kirche ſtreng verpönt wurde, ſich aber trotzdem immer weiter verbreitete und allmählich für Milli⸗ onen Menſchen zum dringendſten Bedürfniß geworden iſt, ſo daß es eine ſehr große Zahl Leute gibt, die, würde ihnen die Alter⸗ native geſtellt, einen Tag lang zu hungern oder auf den Tabak zu verzichten, ſich unbedingt für das Erſtere entſcheiden würden. Das iſt aber um ſo auffallender, weil die Tabakpflanze bekannter⸗ maßen ein ſehr gefährliches Gift enthält und der Tabaksraucher für ſeine erſten Verſuche in der Regel in einer ſehr unangenehmen Art zu büßen hat. Das Alles hat aber nicht zu verhindern ver⸗ mocht, daß der Tabakverbrauch zum Rauchen, Schnupfen und
ſchlingt, die förmlich fabelhaft erſcheinen würden, ergäbe ſich nicht aus den ſtatiſtiſchen Berichten der Regierungen, die im Beſitz des Tabaksmonopols ſind, die Größe derſelben. Oeſterreich und Frank⸗ reich, die Beide dieſes Monopol ausbeuten, erklären unverhohlen, außer Stande zu ſein, auf daſſelbe verzichten zu können, weil ein ſehr wichtiger Theil ihrer indirecten Einnahmen davon herſtamme. In Folge deſſen, daß die franzöſiſche Regierung ſich dieſes Mono⸗ vol immer nur auf zehn Jahr erneuern läßt und daß daſſelbe mit dem Schluß dieſes Jahres zu Ende ging, ſah ſich dieſelbe in die
Nothwendigkeit verſetzt, bei dem geſetzgebenden Körper auf die Erneuerung deſſelben für weitere 10 Jahr anzutragen, die auch von den anweſenden 222 Deputirten einſtimmig bewilligt wurde, da die Unentbehrlichkeit der davon herſtammenden Einnahme für die Regierung ganz offen vorlag. Im Jahre 1861 lieferte nämlich jas Tabaksmonopol zu der Geſammtſumme der indirecten Ein⸗
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Kauen ſich von Jahr zu Jahr vermehrt und Geldſummen ver⸗
nahmen von 1,100,000,000 Franken nicht weniger als 215,300,000 Franken, alſo faſt den fünften Theil derſelben. Nun gibt aber die hohe Ziffer des Ertrags dieſem Monopol vom fiscaliſchen Geſichts⸗ punkte aus nicht ſeine Hazzptwichtigkeit, denn es gibt directe und indirecte Abgaben, welcheoch mehr einbringen, doch keine der⸗ ſelben vermag ſich dem Tabaksmonopol an Elaſticität und der ſchnellen und ungeſtörten Zunahme der Einkünfte davon gleich zu ſtellen. Revolutionen und Kriege ſind eben ſo ohnmächtig der Zunahme des Tabakverbrauchs hindernd in den Weg zu treten, wie eine Theurung oder eine Handelskriſis. Ueber dieſe Zunahme belehren die officiellen ſtatiſtiſchen Angaben der Tabaksregie, die nicht ohne Intereſſe ſind. Im Jahre 1816, wo Frankreich wieder auf ſeine früheren Grenzen beſchränkt war, betrug der Tabakver⸗ brauch im Ganzen 9,200,000 Kilogramm; während der folgenden zwanzig Jahre ſchwankte der jährliche Verbrauch zwiſchen 10 und 13 Millionen Kilogramm; und erſt im Jahr 1836 ſtieg derſelbe auf 13 ½ Million Kilogramm; in den nächſten zehn Jahren nahm er ſchon um 5 Millionen Kilogramm zu und überſchritt bereits im Jahr 1845 die 18 Millionen und behielt dann dieſen Stand⸗ punkt von 1846 bis 1850; doch von da ſtieg er bedeutend und ohne eine Unterbrechung zu erleiden, und zwar in dem Grade, daß der⸗ ſelbe im Jahr 1851 19,718,089 Kilogramm, dagegen im Jahr 1861 bereits 29,280,003 Kilogramm betrug, demnach im Laufe von zehn Jahren um volle 48% gewachſen war. In denſelben zehn Jahren hatte ſich die Bevölkerung der frühern 86 Departements Frankreichs nur um 972,800 Einwohner oder um 2,7% vermehrt.
Der Unterſchied zwiſchen den beiden Verhältniſſen der Zu⸗ nahme iſt ſo groß, daß er ſich nur dadurch erklären läßt, daß nicht bloß die Zahl der Tabakraucher ſich jedes Jahr vergrößert, ſondern


