Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
658
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658 Uovellen-Zeitung.

Eduard Hiller.

Quadroon⸗Mädchen. (Nach Longfellow.)

Der Selavenherr vor Anker hielt In weiter Lagune Schooß,

Er harrt', bis die Abendbriſe ſpielt' Und der Mond ſein Licht ergoß.

Am Strande das Boot war angelegt, Die Mannſchaft ſpäht in Ruh',

Ob ein Alligator wohl bewegt

Sich dem Canale zu.

Orangenblüth' duftete ſo ſüß

Von Zeit zu Zeit vom Land,

Als träf' ein Hauch vom Paradies Die Welt voll Schmach und Schand'.

Der Pflanzer unter'm Strohdach ſtand, Schmaucht' brütend vor ſich hin,

Schon griff zur Klink' des Händlers Hand Eil' hatt' er, wie es ſchien.

Er ſprach:Das Schiff vor Anker dort

In der Lagun' iſt mein; Wenn's Abend wird, da ſegl' ich fort,

Wart' nur auf Mondesſchein.

Vor ihm, das Antlitz aufgereckt In ſcheuer Furchtſamkeit, Neugierig halb und halb erſchreckt Stund eine Quadroon⸗Maid.

Ihr großes Aug' ſtrahlt voll und weit, Hals, Arme waren bar, Ein weißer Umſchlag all ihr Kleid Und rabenſchwarzes Haar.

' Ein Lächeln um die Lippe ſpielt b So himmliſch weich und mild, Als hätt' mans in dem Dom gefühlt Vor einem Heil'genbild.

Arm iſt der Boden, alt die Farm, Der Pflanzer ſprach und ſann,

Voll Gier ſah er das Gold, voll Harm Sah er das Mädchen an.

Noch ſtritt ſein Herz und mahnt' ihn ab Von dem verfluchten Sold,

Er wußt', wer ihr das Leben gab

Und weß Blut in ihr rollt!

Die Stimme der Natur, ſie wich,

Er zog das Gold den Preis;

Die Wang' der Maid zum Tod erblich, Die Hand ward kalt wie Eis.

Der Selavenhändler jetzt an Bord Entführt ſie bei der Hand, Nun, ſeine Seclavin, muß ſie fort, Weit fort ins fremde Land.

Und es ſchwankt eines Weibes Schatten

Gedichte von Eduard Hiller. Zweite Auflage. Stuttgart, Verlag von P. W. Quècck. 1863.

[VIII. Jahrg.

Zwielicht. (Nach Longfellow.)

Das Zwielicht iſt trüb' und wolkig,

Der Wind bläſt wild und jäh,

Und es glänzt, wie der Möve Schwingen, Die weiße Haube der See.

Doch dort in des Fiſchers Hütte,

Da glimmt ein rötheres Licht,

Und am Fenſter, hinaus ins Dunkel Guͤckt ein kleines ein Kindsgeſicht.

Feſt, feſt es ſich preßt ans Fenſter, Als müßte das Auge jetzt bald Da draußen im Finſtern erkennen Eine wohlbekannte Geſtalt.

Unruhig auf und ab, Bald wachſend auf zum Getäfel, Bald wieder gleitend hinab.

Was erzählt des Oceans Brüllen

Und der wilde eiſige Wind,

Wenn ſie ſchlagen ans morſche Fenſter, Was erzählen ſie wohl dem Kind?

Und warum von den krachenden Wogen Und dem Nachtwind froſtig und hohl, Wenn ſie ſchlagen ans Herz der Mutter, Warum entfärbt ſie ſich wohl?

Betglocke. (Nach Longfellow.)

Feierlich ernſt

Schallt's weit und breit, Abendglock' läutet

Und klagt ihr Leid.

Decket die Kohlen,

Das Licht ausgemacht, Der Morgen bringt Arbeit Und Ruhe die Nacht!

Die Fenſter ſind dunkel, Der Heerd wird kalt, Die Töne verklingen, Kein Tritt mehr hallt.

In Haus und Hof Keiner Stimme Schall: Schlaf und Vergeſſen Jetzt überall.

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