Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
546
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546 Uovellen-Zeitung.

Alfred Waldau.

Der Sänger.

Es ſteht ein Baum in Blüthenpracht, Verbreitet rings deg Wohlgeruch; Die Vögelſchaar umflattert ihn,

In freudenvollem Sang und Klang Bewundert ſie des Baumes Pracht. Vorzeitig iſt er aufgeblüht,

Es überraſcht ihn bald der Froſt, Und Blüth' um Blüthe fällt herab, Und mit der Blüth' verweht der Duft, Und Blatt um Blatt ſinkt ſtill herab, Und mit dem Laub vergeht die Pracht, Vereinſamt ſteht der dürre Baum. Der Vogelchor beweint die Pracht Des Baums, der da vertrocknet ſteht Mitten in holderblühter Au.

Am Felſen oberhalb des Teichs, Am Felſen, dem hochſtrebenden, Flammt durch die trübe ſchwarze Nacht Ein helles Feuer himmelwärts Ein Flämmlein eine Flamm beſtrahlt Den meilenweiten Tannenforſt, Hoch ſchlägt die Feuerſäul' empor, Daß ſelbſt die Himmelskuppel glüht. Und auch der Weiher glänzt im Licht, Die Wellen, hell wie flüſſig Gold, Sie hüpfen, lispeln ſtillvergnügt. Erlöſchen will die Flamme ſchon, Jetzt Flamme noch jetzt Flämmchen nur Sie funkelt glimmt nun löſcht ſie aus. Die Nacht umfängt den weiten Forſt, Das Himmelszelt iſt wieder ſchwarz; Im Teich erſtirbt der Strahlenſchein, Die dunkeln Wellen, wie es ſcheint, Sie flüſtern einen Grabgeſang.

Es flattert' eine Nachtigall Hin über eine Frühlingsau, Und wiegt' ſich auf dem Blüthenſchnee Des ſchimmernd weißen Apfelbaums. Sie flattert' über'm Waldrevier Und breitet' über'm Frühlingshain Die windesſchnellen Flügel aus. Und wo ſie auch im Flug erſchien, Ertönte hell ihr milder Sang, Still ward die ganze Frühlingsau, Es ſchwieg der Hain, der weite Wald. Der Oſtwind ließ die Schwingen ruhen Und ſchlief ſanft ein im grünen Hain Im Wipfel eines Kieferbaums, Und heimlich horcht' die Quelle auf Das zarte Lied der Nachtigall. Auch dieſe wollt' zur Ruhe geh'n, Der Schlummer ſchloß die Aeuglein ihr, Sie ſank herab vom Blüthenaſt Nun zittert über ihr das Moos. Verhallt, verſtorben iſt ihr Lied, Und über Philomelens Grab

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Tieftraurig brauſt der weite Wald. Die leichtbeſchwingten Lüftchen all' Beweinen in des Vollmonds Licht Die abgeſchied'ne Nachtigall.

Ein Jüngling ſchritt auf Bergeshöhn Und durch die weiten Heimathsau'n, Trug eine Leier in der Hand.

Er war ein frohgegrüßter Gaſt,

Wo er mit künſtgeübter Hand

Die Saiten mächtig tönen ließ,

Und mancher Jungfrau trübte, wie Ein ſternverdunkelndes Gewölk',

Ein Thränenpaar den klaren Blick; Und wie im Morgenlicht der Thau Auf einem Roſenblatte glänzt,

So funkelte die Thräne auf

Dem Roſenwangenpaar der Maid. Oft tönte oberhalb des Hains

Sein Sang empor zum Vollmondlicht Der Jüngling aber iſt nicht mehr, Im kühlen Grabe ruht er ſchon, Denn auf den Flügeln des Geſangs Iſt ſeine Seele fortgeſchwebt.

Und ſo wie mit der Blüth' der Duft, Wie mit der Flamm' der Glanz entflieht, Wie mit dem Vogel ſtirbt das Lied, So flogen mit dem Jüngling auch, Dem Guten, ſeine Lieder fort,

Und ſeine Leier tönt nicht mehr.

Die Sternlein, die dunkeln

Die Sternlein, die dunkeln, erloſchen ſind,

Sie ſchloſſen die thränenden Aeuglein lind, Als glühend der Morgen erwacht'!

Ein trauriger Tag, ein trauriger Tag,

Die Sonn aus den Wolken nicht treten mag Das Mädchen hat niemals gelacht.

Es ging ins Gebirg' die liebliche Sonn',

Mit ihr ging mein Liebſter grollend davon Komm wieder, mein Liebſter, komm her!

Er ſchritt durch's Thal, über'n Höhenſteg,

Er wählte den weiten, den weiteſten Weg, Es trug ihn das Schiff über's Meer.

Wohl kämeſt du wieder und grollteſt nicht mehr, Ach wüßteſt du, wie ich dich liebe ſo ſehr,

Was alles mein Herzlein ſchon litt! So meldet ihm dort, ihr Sternlein ſo klein, Es blühe die Thränennelke am Rain,

Es reife das Feldkorn zum Schnitt.

Karl Hynek Mächa's ausgewählte Gedichte. Aus dem Böhmiſchen übertragen von Alfred Waldau. Prag, Verlag von H. Dominicus. 1862.

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