Es war gut, Cäcilie, daß Ihr hier bliebt, denn wir hatten uns geirrt.“
„Geirrt?“ fragte dieſe erſtaunt.
„Nicht Nil Sture, der Jugendfreund, ſitzt unter der Eiche, ſondern einer unſerer Hochzeitsgäſte— der junge Hans von Oſtfriesland.“
Cäcilie antwortete nicht, ſie heftete den Blick auf den Boden und beſchleunigte unwillkürlich ihre Schritte, als wolle ſie weitern Erörterungen entfliehen. Auch ſchwieg die Oberhofmeiſterin und ſchritt unbefangen neben dem jungen Mädchen hin, als ſei der eben berührte Gegenſtand der gleichgültigſte von der Welt. Sie durchſtreiften den Park eine ganze Weile, und als ſie zurück zum Schloß durch die Blumenparterres in einiger Entferuung an der Olufs⸗ eiche vorübergingen, war die Moosbank leer— der dort gewebte Traum zerfloſſen.(Fortſetzung folgt.)
Eine Reiſe).
„Willſt Du in die Ferne ſtreifen? Ach, das Gute liegt ſo nah!“ Damit trat der abenteuerliche Freund Th. bei mir ein. Er hatte gut reden, halb Deutſchland war von ihm durch⸗ ſtreift worden, und jetzt hatte er die Ferne in der Nähe, in zweitauſend Romanen, die er las und zum Theil ſelbſt ſpielte. „Sieh, das Gute liegt ſo nah!“ *) Erlebniſſe meiner Lieder und Gedichte. Manuſcript zum zweiten Bande des Letzien aus Altweimar, von Karl Sondershauſen.
Uovellen-Zeitung.
[VIII. Jahrg.
„Aber mir nicht!“ ſagte ich.„Oder ich bemerk' es nicht.
Für mich liegt das Gute, Schöne in der Ferne. Die Ferne iſt es ſelbſt. Sie muß es mich erſt vermiſſen und erkeunen machen. Sie iſt die zehnte Muſe, von der die flache All⸗ täglichkeit der Dinge erſt gehoben und verſchönert wird.“
So reiſte ich nach Karlsbad hin und hatte es gewiſſer⸗ maßen ſchon, eh' ich hinkam. Auf der preußiſchen Station Ziegenrück lag es ſo nahe vor mir da! Ich glaubte dort zu ſein, ſo grotesk Karlsbad ähnlich that ſich die Berg⸗ ſchlucht vor mir auf. Thurmtief lag das Städichen vor mir. Die Saale blitzte in mannigfaltigen Krümmungen aus dem Schwarzgrün der Fichten hervor. Drüben die Waldſäulen der entgegenſtehenden Berge ſo nahe, daß man hinüber ſprechen kann, die hyperboliſche Laune wohl ſchon von Breterbedeckung der Schlucht über der Stadt geſpro⸗ chen hat, und Räthſel ſich löſen, z. B.: Wo geht man aus dem Oberboden in den Garten? Wo fällt das Holz aus dem Wald in den Ofen? Gleich auch eine Ballade kam mir entgegen, ein Ereigniß des Orts, das ich lieber gleich mit meinen Worten erzähle.
Ein armes Kind ſollte vor Tage ins Holz gehen. Ein unheimliches Gefühl überkam die Holzleſerin.
„Mutter, treibe nicht von hinnen! Kaum iſt erſt der Hahn erwacht, Blutroth leuchten nur die Zinnen, Auferſtehung in die Nacht.
Feierlich iſt mir zu Muthe, Wie vor einem Kirchengang, Wie bei Chriſti Leib und Blute, Wie zu Sterbeglocken⸗Klang.
Laß mich, daß ich erſt vollende!
Bete mit! Gebet thut Noth!. Ach, wer weiß, wie nah mein Ende! Hin geht Zeit, her kömmt der Tod!“
Doch ſie wird hinausgeſtoßen, Ehe noch der Tag erwacht,
und dichtem Gebüſch gibt es Stellen, wo ſie zu Hunderten bei⸗ ſammenliegen. Ochſen, die in ſolche Stellen kommen, ſind verlo⸗ ren; Schafe ſpringen oft mit allen Vieren auf eine Schlange und tödten ſie.—
Die ſchwarzen Eingebornen fürchten ſich ſehr vor den böſen Kriechthieren und weichen ihnen ſorgfältig aus; auch iſt ihr Blick adlerſcharf und ſie ſehen jede Kleinigkeit auf dem Boden. Man ißt die ſchwarze Schlange, vorausgeſetzt, daß ſie in der Wuth ſich nicht ſelbſt geſtochen habe, was manchmal vorkommt, ſie ſchmeckt wie Aal, iſt aber nicht ſo fett.
Dieſe Schlangen nähren ſich von kleinen Thieren, Eiern und Fröſchen. Unſer Jäger erzählt, daß er Zeuge geweſen, wie eine Teppichſchlange eine Anzahl kleiner Vögel bezaubert habe.„Sie zwitſcherten und flatterten im Gezweig eines umgefallenen Bau⸗ mes. Die Bewegungen der Schlange waren ungemein anmuthig, ſie ſtand halb aufrecht, bewegte den Kopf rückwärts und nach vorne und züngelte lebhaft. Offenbar ſuchte ſie Beute anzulocken, ſchlüpfte aber raſch hinweg, als ſie mich erblickte.“ Waſſerſchlan⸗ gen gibt es in der Colonie Victoria nicht, aber alle können ſchwimmen, und während der Sommerszeit trifft man ſie an jedem Waſſer.„Ich habe oft geſehen, daß ſie tranken. Ich ſchoß ein⸗ mal ein Paar Enten, welche auf der andern Seite des Baches in das Röhricht niederfielen. Einen Hund hatte ich nicht bei mir, ſchwamm alſo ſelbſt hinüber. Mitten im Bache ſah ich einen ſchwarzen Stock ruhig auf dem Waſſer liegen. Als ich näher kam, zeigte es ſich, daß es eine ſchwarze Schlange war. Ich kam einen Fuß breit an ihr vorüber, aber ſie rührte ſich nicht.“ Der auſtraliſche Buſchjäger verſichert die Wahrhaftigkeit ſeines
ſagen: Eine Jagdgeſchichte! Durch die Buſchfeuer werden all⸗ jährlich unzählige Schlangen gerödtet, aber ausrotten wird man ſie niemals, weil die vielen Sümpfe, Haiden und Gebüſche, über⸗ haupt die Strecken, welche ſich nicht zum Urbarmachen eignen, ihnen Schutz gewähren. 9.
Literatur.
1
Die träumende Roſe, oder Nantchen Windbefliſe
ſen, ſein Leben und ſein Schickſal. Neuwied, Van der Beeck's Hofbuchhandlung.
Ohne Zweifel liegt dieſem kleinen Cyklus von Gedichten ein Gedanke zu Grunde, es iſt ſehr möglich, daß ſie ſogar eine An⸗ ſpielung auf irgend wichtige Weltvorgänge enthalten. Die Ru⸗
briken: Wie Ferdinand Wind machen wollte; wie Ferdinand den
Entſchluß, Wind machen zu wollen, in's Werk ſetzte; wie Ferdi⸗
nand, ohne Wind gemacht zu haben, demüthig zurückkehrte.—
Dieſe Capitel ſcheinen einen beſondern Inhalt zu haben. Manch⸗ mal iſt auch der Name Fernando geſchrieben. Wir glauben indeß
nicht, daß die hohe Diplomatie dieſem Werke eine nachtheilige 1 8
Bedeutung unterlegen wird, denn im Allgemeinen iſt es doch ſehr
gemüthlich, wie z. B.: Feuerroth iſt's Dach gedecket, Ohne daß es Dich erſchrecket. Röslein Klatſch hat das gemacht, Und ich hab es ausgedacht. Und die Thür und Fenſterladen
Berichtes, aber der Leſer wird vielleicht den Kopf ſchütteln und
Sind gemacht von Chocoladen.
Wie in muhe bei d maunten T ſun dem B. Ein ſiuni „Buche de
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