[VIII. Jahrg
AEBM
Deutſche Mahnung.
Du, in unſerm Volk geboren, Lernteſt unſre Laute nicht?— Einem Kinde geht verloren, Was die eigne Mutter ſpricht! Kann des Geiſtes heil'ge Flamme Ihren deutſchen Heerd entweihn, Oder wird die Milch der Amme Segenvoller, ſüßer ſein?
Deutſche Sprache, wunderreiche, Traulichwarmer Seelenhauch, Wetterſtark ſo wie die Eiche, Biegſam wie der Epheuſtrauch;
Zart und einfach gleich dem Halme,
Den ein einz'ger Tropfen nährt, Und erhaben wie die Palme,
Die dem Strahl der Tropen wehrt.
Deutſche Sprache, meine Wonne, Tochter edler Manneskraft, Ewigſchaffend, wie die Sonne Ewig für die Erde ſchafft,
Klar wie im Gebirg die Quelle, Wie der Thau vom Himmel her, Mächtig wie des Meeres Welle Und unendlich wie das Meer!
Du, in unſerm Volk geboren, Achte Deines Stamms Natur, Haſt gewonnen, haſt verloren, Eine Sprache lernſt Du nur. Suche nichts an fremder Pforte, Eh' der Heimath Schätze Dein, Deutſcher Kinder erſte Worte Sollen deutſche Worte ſein.
Entſagung.
Was er ſieht, das will er haben, Was er hat, will er genießen;
Schluchzen hör' ich, Thränen fließen—
Wehe Dir verzog'nem Knaben!
Viele Reize wird das Leben Deinem Flammenauge zeigen, Und wie Weniges zu eigen Wird die karge Welt Dir geben!
Nichts, und was ſie Dir verleihe, Glückt ihr je aus einem Guſſe, Jedem ſüßeſten Genuſſe
Gibt der Schmerz erſt ſeine Weihe.
Ob mit ihrem weichſten Spiele
Auch die Sehnſucht Dich umtöne—
Wie der Ton vergeht das Schöne, Und die Wehmuth harrt am Ziele.
Kleine Welt. Von Emil Edel.
— S
Emil Edel.
Ermuthigungsgrund.
Emſig zu der Mutter Füßen Strickt ihr liebes Ebenbild, Ernſte Blicke laſſen ſchließen, Daß es ernſter Arbeit gilt. Mit erzwung'ner ſtrenger Miene Folgt Mama der Schulerhand, Fragend hat die kleine Biene Ihren Kopf hinaufgewandt.
Eine Maſche iſt gefallen,
Mit ihr fiel der Muth dahin, Und mit allen Maſchen, allen Schmollt die böſe Strickerin. Noch iſt man ihr Hülfe ſchuldig, Aber ſchiebt ſie gern hinaus, Und das Kind ſieht ungeduldig Nur um ſo viel hübſcher aus.
Willſt Du klug und artig heißen, Zürne dem Gewebe nicht,
Auch die ſtärkſten Fäden reißen, Und die beſte Nadel bricht.
Traue nur den eignen Händen, Bau' auf Deines Glückes Gunſt, Und das Netz wirſt Du vollenden, Denn ererbt iſt Deine Kunſt.
Auf grünem Naſen.
Wie die Knaben ſäbelſchwingend Lärmerfreut Soldaten ſpielen, Wie die Mädchen reigenſchlingend
Nach den muntern Knaben ſchielen!
Höher färben ſich die Wangen Hier im raſchen Maientanz, Strahlender erſcheint die Sonne Dort im hellen Waffenglanz.
Wie die jungen kriegsgewalt'gen Buben hier befehlen wollen, Wie der zarten ſchöngeſtalt'gen Dirne dort die Augen rollen! Ahnt die kleine Welt der Kinder Schon der Großen fernes Ziel, Oder iſt die Welt, die große, Nur ein größ'res Kinderſpiel?
Raſch vorüber fliehn die Lenze, Raſcher noch der Lenz des Lebens, Suchet nicht die Lorbeerkränze, Sucht die Myrthe nicht vergebens! Bunter ſchlingen ſich die Reigen, Wenn die Liebe ſie bewegt, Schwerer wiegen Eure Waffen,
Wenn des Kampfes Stunde ſchlägt.
Hildesheim, Gerſtenberg'ſche Buchhandlung. 1862.
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