nder Larenz der merreichten wi ohnung nannte, wahr, ich hatte rgen und Vor⸗ atiſten geweſen, ſtützen, und je größer erſchien deren. Es iſt voller Körper⸗ auf Alles los i,, ein Freund
Es fehlte ihm Gott verdamm er Unglücklichen erzen und war s der näſelnde in Geld bei ſich auf und drau“ ene Grundſätze jnicht, daß er iſt, weder in Schlacht, noch m Frieden!
d wir wähern Merſchen ale verden.
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zuuchſtaben. n Paris gekränt ddirt, geben l3 neben einande
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Dritte Folge.
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Literariſche Briefe von Otto Banck.
Gradaus. Von Waldfeld. Leipzig, Otto Wigand. Bei der Knallhütte. Von Brunold. Wriezen, Röder.— Hofgeſchichten, von Louiſe Mühlbach. Berlin, Otto Janke.— Neues Liederbuch. Von L. Mühlbach. Berlin, Gerſchel.— Romane von Th. Mügge. Breslau, Trewendt.
In der modernen Romanliteratur iſt es eine für Man⸗ chen auffällige Erſcheinung, daß man ſich von Seite der Autoren heute mit beſonderer Neigung den Stoffen der
deutſchen politiſchen Kämpfe oder den Jahren der Befrei ungskriege zuwendet.
Doch nur für den erſten Augenblick kann dies frappi⸗
ren, denn während die letztere Gattung uns eine Kataſtro phe vorführt, an deren mögliche Wiederkehr wir ernſt ge mahnt ſind, ſtellt die erſtere eine Wirklichkeit dar, in der wir gegenwärtig vollkommen leben und zu Hauſe ſind.
Es iſt der noch lange nicht ausgeglichene Streit zwi⸗ ſchen Reaction und Fortſchritt, welcher gegenwärtig zwar eine ruhigere, aber deſto feſtere Haltung gewonnen hat. Niemand, der die Geſchichte kennt, wird glauben, daß er überhaupt jemals ausgekämpft werden kann. Wohl aber laſſen ſich für ihn Formen gewinnen, die eine geregelte Abwägung der Kräfte geſtatten.
Die meiſten Leſer glauben nun, es ſei ganz leicht mög⸗ lich, die Politik von dem praktiſchen Leben zu trennen. Sie halten es für thunlich, ruhig des Daſeins zu genießen,
dabei alle active Theilnahme für ſtaatliche Fragen vom Leibe zu halten. Dieſe Anſicht iſt aber eine graue Theorie, eine Schäfer idylle, nur für den Particulier ausführbar, ſo lange die Actien gut und ſicher ſtehn. Sobald ſie ſchwanken und ſiſch bewegen, muß ſich auch dieſer Fanatiker der Ruhe mit bewegen, und jede Regung, die er mit ſeinen Capitalien macht, wird zu einem Wellenſchlag im Handels⸗ und Le⸗ beusmeer der menſchlichen Geſellſchaft. Viele und ſtarke Wellen bilden ſogar endlich einen Sturm. Andere Menſchen aber, die ihren Verdienſt und ihre Verdienſte nicht geerbt haben, wie ariſtokratiſch Begüterte
Vierzehn ſubtra 1 dieſes Nihil bil⸗ a
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und begüterte Ariſtokraten, können ſich von dem allgemei⸗ nen Intereſſe der Politik noch viel weniger entfernt halten. Denn außer unantaſtbarem Gelde und unvernünftigem In
ein Rückzug möglich wäre. brave und gebildete Leute nicht vorhanden.
Alle thätigen Stände ſind gezwungen, bewußt oder unbewußt ſich mit der Politik zu thun zu machen.
Der Letztere am allerwenigſten, denn er wird mit Gewalt
wacker und tugendhaft ſeine Schuldigkeit zu thun und ſich
Gerade heute finden dieſe Gewiſſensſcrupel, dieſe fürch terlichen innern Martern die zahlreichſten Opfer. Denn Angeſichts der Gegenwart und aller beſſern Erkenntniß, aller Bildung und Reiſe macht ſich ſo eben ein ganzes Volk, das zahlreichſte und gebildetſte Deutſchlands, an die große Aufgabe, zu verſuchen, ob die Menſchenrechte conſti tutioneller Freiheit oder die feudalen Intentionen feſter begründet ſind. Während die eine Partei mit gemäßigtem Geiſte den paſſiven Widerſtand zu einer ſittlichen Demon ſtration zu erheben verſucht, möchte die andere am liebſten ein Geſetz octroyiren, nach welchem nicht bloß der Verfaſ⸗ ſung, ſondern auch den Unterthanen der männliche Bart abgeſchnitten werden muß.
So friedlich nun auch dieſe Parteikämpfe der Form nach geworden ſind, ſo wenig friedlich ſind die Leidenſchaf⸗ ten, welche ſie regieren.
Dieſes innere Getriebe mit ſeinen ſtillen Thaten, aber draſtiſchen Leiden, mit ſeinen geheimen Intriguen und glattem, äußerlichem Glück hat der Autor aufzufaſſen, um die Folgen darzuſtellen, welche die Politik von den Zeiten des alten Rom herab bis auf unſere Tage in allen Fa milien ausſät.
Mehrere moderne Romanſchriftſteller haben es auch nicht fehlen laſſen, ſolche Stoffe zu ergreifen, und verſchie dene Male ſind ſie bereits mit einigem Glück behandelt worden. Dahin gehört„Werner Thormann“ und beſon ders der freilich vorherrſchend philoſophiſche und mono⸗ graphiſche Roman„Vier Deutſche“ von Melchior Meyr.
Auch der Verfaſſer von„Gradaus“ hat ſich eine echt deutſche, uns berührende, das heißt eine politiſche Aufgabe geſtellt. Er ſchildert den ſittlichen Bruch und die Belaſtung des Gewiſſens, welche durch eine Zwangéarbeit im Spann dienſt der Reaction in edelen Seelen entſtehen, wenn ſich ſolche gegen ihre beſſere Ueberzeugung verkauft oder, wenn dies Wort nicht angenehm klingt, verſchenkt haben. Er läßt ſeinen Helden auf eine unehrenvolle Weiſe durch eine ehrenvolle Verzweiflung, im Fall eine ſolche denkbar iſt, zu Grunde gehn. Ausgeſchloſſen von der Achtung der Welt und von der eigenen Selbſtachtung, ſpringt er näm lich in einen Teich und ertrinkt. Vielleicht hat der Autor
gedacht, dieſes troſtloſe, jämmerliche Ende eines an ſeinem
Charakter verſtümmelten Menſchen dadurch für den Leſer
erträglicher zu machen, daß er es vermied, Sympathien für
differentismus exiſtiren keine neutralen Gebiete, in welche Und dieſe ſind für faſt alle
dieſen Unglücklichen zu erwecken. Doch dieſer Weg iſt offenbar falſch; der Leſer muß für das Wohl eines Haupt helden zittern, gleichviel ob derſelbe voll Fehler iſt, und ferner darf derſelbe nicht zu früh vom Autor befeitigt wer den, ſondern muß möglichſt lange leben und vor Allem im⸗
f*.641. 403— Weder der Kaufmaun, noch der Handwerker, weder der mer handeln. Duldung iſt ein langweiliges Gericht für Gelehrte, noch der Beamte können ſich hiervon emancipiren. den Leſer.
Während uuns ſo gezeigt wird, wie es ſich rächt, gegen
iyn die Verhältniſſe der Politik verflochten, und wenn er ſeine Ueberzeugung unverantwortlichen Staatsgewalten zu
ein gradſinniger, gewiſſenhafter Mann von Ehre und Va
terlandsliebe iſt, ſo ſind die Conflicte ſeiner Stellung ver⸗ eſſan hängnißvoll. Amtspflicht und Moral zerren an ihm ohne tüch Guade, und ſo wird Mancher zerriſſen oder auf eine für Wei ſind in dieſem Conflict zahlreich mit verwickelt, und man
ihn verhängnißvolle Seite hinübergezogen.
dienen, wird ein anderer, perſönlich freilich noch uninter⸗ terer Held durch die Conſequenz ſeiner Geſinnungs tigkeit zu einem befriedigenden Lebensziel geführt. bliche Herzen, junge Bräute und unglückliche Liebende


