zuenhaften ald
niſſe anbetriff, rende und lehr⸗ ner Zeit. Fol⸗ rerhrt deſe in die roman⸗ range blühen, lpiti«— das herzen nolens
Sie ſingen es berzeihung für ede von Ihnen nur einmal am
lüthenumdufte⸗
s alter Boots⸗ zigen Aufträge deu hatte, aus h würde Jan, n Seemanns⸗ e Thür ſteckte, Nachtphanta⸗ c mit der mir hätte, daß klar uod vicht h, wie geſtern urger Dampfer 6„Soiftſure“ uug geworfen, en, hereintrat,
Blick und ge⸗
die Gepäck⸗ ſſetzte.
— ich noch jung
Verbindung Ho
h zwa
twerden denken:
ibe Aeltern nich
2 innen ge⸗ fulinerin Sei⸗
Hans Jölg Sſ, malen niemuhle
ns⸗ dem liebe ind es lettres,
1
6
geſſen! Deßhalb preſſe ich jetzt, wie damals, als Du als Kind
Nr. 20.] Dritte
Der gute Alte ſeufzte bei dieſer Beſchäftigung zu wiederholten Malen ſchwer auf. Ich wohnte nicht das erſte Mal in ſeinem ſchmucken Häuschen hoch oben neben dem Flaggenſtocke. Vielleicht ſagte ihm eine düſtere Ahnung, daß ſich unſere Fahrzeuge ſchwerlich je wieder auf dem Ocean des Lebens begegnen würden.
Mica, ſeine Tochter, ſtand ſinnend am Fenſter; ihr Blick weilte auf der lind bewegten Meeresfläche, wo die Schiffe leicht über dem naſſen Grabe des früh in Erfüllung ſeiner Berufspflicht verlorenen Gatten dahinſchwebten. Als ich mich erhob und den Deckel eines Koffers, mit dem der Alte nicht hatte fertig werden können, mit einigem Ge⸗ räuſch zudrückte, ſah ſie erſchrocken zu mir herüber. Die bleiche Frau ſchien plötzlich wie aus einem Traume zu erwachen. Es war dieſelbe Stelle, wo ſie mich einſt als zartes Mädchen ſo feſt umklammert hielt, im Wahne, ich würde mich in Verzweiflung aus dem Fenſter ſtürzen über den Verluſt, den ich auf der Flucht vor den franzöſiſchen Verfolgern während der gewagten Ueberfahrt in einem offenen Boote von Tönningen nach Helgoland an meiner ſämmtlichen Habe erlitten hatte.
„Mica!“ rief ich ergriffen,„ich habe jenen ſchweren, ſchmerzlich ſüßen Augenblick aus meinem Leben nicht ver⸗
meine Tröſterin wurdeſt, dieſen heißen Kuß auf Deine Linſen, ſchönes, bleiches, mir ewig unvergeßliches Meer⸗ weib!“
Sie duldete willig Kuß und Umarmung; ein ſchmerz⸗ liches Lächeln belebte für einen Augenblick die Marmor⸗ züge der trauernden Frau, als ſie mir die Hand zum Ab⸗ ſchied reichte.
Die Hand war kalt, aber die Thräne, welche ihr treues blaues Auge umflorte, ehe ſie heiß auf meine Rechte niederfiel, deutete mehr als Anderes, daß die Helgoländerin in ihrem reinen Buſen ein tiefes zartes Gefühl bewahrt
Folge. 315
hatte, welches jeder ihrer hochgebildeten Mitſchweſtern auf dem Feſtlande zur Ehre gereicht haben würde.
Der alte Claaſen wünſchte mir Gottes beſten Segen auf alle meine Wege; mit ſchwerem Herzen ſtieg ich die lange Treppe zum Molo hinab.
Freunde und Bekannte, alte und neue, riefen mir fröhlich ihren Morgengruß von beiden Schiffen entgegen. Sie verließen den Felſen mit anderen Gefühlen als die meinigen, die noch einmal mein Herz durchzuckten, als ich einen letzten Blick nach dem Flaggenſtocke hin auf die Höhe warf. Auch der Gaſtgeber, bei dem die Meiſten von uns täglich geſpeiſt hatten, war vollkommen in ſein Schickſal ergeben, als er mit der Barke, welche die letzten Paſſagiere an Bord der beiden Schiffe geführt hatte, zurückkam. Er iſt ein feiner, philoſophiſch begabter Mann, der ſich, nach⸗ dem er ſämmtliche Rechnungen quittirt hat, in die unver— nieidliche Trennung zu fügen verſteht. Ihm bleibt ja immer, wie vielen Andern, der feſte Gedanke an die ſchönere Zukunfi die beſte Tröſterin in der ſchweren Abſchieds⸗ ſtunde.—
Als ich jetzt die Schiffe vor mir ſah, mit den bunten Wimpeln, die ſo luſtig in die friſche Morgenluft hinaus⸗ wallten, über mir den klaren blauen Himmel, zu meinen Füßen den unabſehbaren Spiegel des Meeres, deſſen Waſſer heute ſo durchſichtig war, daß man faſt die golde⸗ nen Wetterfahnen und Kreuze der Dörfer und Kirchthürme durchſchimmern ſah, die vor Jahrhunderten auf feſtem Boden da ſtanden, wo jetzt zwiſchen Helgoland und dem Feſtlande der Oceau fluthet:— da wurde wieder das Meer meine Seele; ich fühlte, wie neue Gedanken daraus emporſtiegen, die Altes mit Neuem und mich ſelbſt wieder durch Eriunerung mit dem zauberiſchen Elemente vermählten.
Ich wandte meine Blicke von dem Häuschen auf dem Felſen, wo Mica geweint hatte, und nahm mir ein Bei⸗ ſpiel an den hüpfenden Wellen, die luſtig miteinander
Einſt. War ich an demſelben Tag gar prächtig herausſtaffirt, hatte einen kerſchrothen Marſeille⸗Rock und ein geſticktes bro⸗ katnes Brautkleid wiederum einen Schopf auf mit Brißlerſpitz und groß Blenden drauf dran, weiß Schuh mit hohen rothen Steckeln und ein Schlepp, was lang vier ein halb Elle, tragen ſelbigen zwei Baſchen. War mir ganz wohl auf dabei, ſinte⸗
1 mahlen mich nit hätt' das Mieder zuſammengepfrengt.
Jetzt. Ich war in eine einfache reizende Mouſſelin⸗Robe geklei⸗ det, welche ſich vortrefflich an meinen Körper ſchloß, und eine weiße Roſe ſteckte in den à la Cendrillon geflochtenen Haaren. Leider hatte ich Migraine, denn ich hatte die Nacht über nicht geſchlafen, auch war ich zu ſtark geſchnürt. Mein Bräutigam fand meinen blaſſen Teint ſehr intereſſant.
Einſt. Mittags war ein unmenſchlich Gaſterei, ward dabei ge⸗ worfen mit Auswurfzucker und ſtellte die Torten vor zwei bren⸗ nende Herzen, worin in jeglicher ein 3 zu ſegen. Trugen Span⸗ fadel auf, ein ganzen Schweinsbraten, wie auch ſaure und Bu⸗ derpaſteten, und ſogar ein Has war da. Mein Mann hat zah⸗ len müſſen 45 Kreuzer für die Perſon. Wurde viel Geſundheit
trunken und zwei Eimer Grinzinger ausgeſoffen.
Jetzt. Nur einige Freunde ſpeiſten des Abends bei uns. Die Speiſen waren Hors d'oeuvres. Monſ. Batillon kochte. Mein Mann zahlte ihm zwölf Ducaten dafür. Ich habe in meinem Leben kein beſſeres Gefrornes gegeſſen, Burgunder, Bordeaux und Champagner floſſen in Strömen, Alles wurde luſtig und man ſagte viele Bonmots, worüber ich einmal über das andere roth werden mußte.
Einſt. Nach dem Eſſen hat der Schulmeiſter und der Cantor
ihr ſchön Muſik gemacht und ich den erſten Menet mit mein
Brautführer getanzt. Die alten Herren ſpielten Trapliren und Watzika. Jetzt. Wir tanzten, walzten und polkten bis zum andern Mor⸗ gen. Auch großes Spiel ward geſpielt. Der Banquier L— verlor in dieſer Nacht 10,000 Gulden im Ecarte. Einſt. Kriegte ich von meinen Eltern eine noble Ausſtaffirung, in Hemden und Leinwäſch alles Duzendweis, auch den großen Hengkaſten mit dem Marienbild in der Mitten und 6 Nußbam⸗ ſtühl, einen ganzen zinnernen Kuchelhausrath, gab mir auch die gute Mutter ihre Zitternadel und das Rezept von ihrem Wunderbalſam und mein Vater 600 Thaler und mein Tauf und Firmgeſchenk aparte extra. 1 Jetzt. Da meine Eltern endlich in meine Ehe zu willigen ge⸗ zwungen waren, ſo wollte ſich mein Vater auch nicht ſporten laſſen, und ich erhielt eine ſplendide Ausſtattung. Die Wäſche von Battiſt, die Meubles alle von Mahagony mit Bronze⸗Ver⸗ zierungen, zwei echte Shawls und ein Collier mit Brillanten. Mein Vater gab mir als Heirathsgut 10,000 fl. in Obligationen. Einſt. Mein lieber Mann hat ſich immer ehrenwerth und löb⸗ lich gegen mich aufgeführt und hat Gott unſer Gemeinſchaft nach 10 Jahren mit 12 geſunden Kindern geſegnet. Jetzt. Seit fünf Jahren meiner Ehe hat ſich Manches geändert, die Launen meines Mannes ſind kaum zu ertragen; ich habe noch keine Kinder.“ 3


