II. G————— Jährg Nr. 20.] Dritte Folge.
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und Auswahl ſolche in das herumſchicken er Rückerſtat⸗ ge er ſolches ſſelbe ebenſo⸗ Hihr treulich r auch nicht geweſen, daß ern aus Un⸗ vicht perſön⸗ ejunge Dame erde ſie wohl nennen, was
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dieſe Lection ire ihm hier⸗ eben, als die händigen; da de Hoffnung haft gemacht nichts weni⸗ Dame, welche er erſten Fa⸗ auj dieſe Art er bloß ſeine ezung folgt.)
— ein llender Ver⸗ gter, es iſt gat händlicher Vel⸗ wünde vieleich iſſen, ich aun Genug⸗
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tolterte er nai rich, und habe
——
Einige Sommertage auf Land und Meer.
Von
E. Heuſinger.
Helgyland verweilte. Das iſt für Jemand, der eben nicht regelmäßig zu baden braucht, eine lange Zeit. Sie ge⸗ nügt, wie dem Philoſophen, einem Maler, um Studien an Menſchen zu machen, nach Belieben auch an einem See⸗ ſturme. Es bietet ſich innerhalb einiger Sommerwochen ſchon die Gelegenheit dazu, indem ſo eine heftige Wallung in Begleitung eines Gewitters ſelten auszubleiben pflegt. Dann kann er die ſchäumenden Wogen zeichnen und ein darauf tanzendes Schiff. Ein Mehreres zu erfaſſen, vermag wohl ſein Auge, aber die Hand iſt außer Stande die erhabene Naturſcene in ihren unaufhörlich wechſelnden Kämpfen auf dem Papiere feſtzuſtellen, ſo wenig als das
Enſemble des Ungewitters einer Schlacht in ſeiner ent⸗
ſetzlich erhabenen Größe. Eine Einzelnheit aus dem un⸗ geheuern Chaos des Würgens; im Vorvergrunde einige, in ſchauerlichen Stellungen zwiſchen zerbrochenen Laffeten, Kugeln und Waffen aller Art zerſtreut umherliegende Todte mit dem Portrait einiger Generäle auf ſtattlich ſich hebenden Roſſen; im Mittelgrunde defiliren einige Trup⸗ pen durch wallende Rauchwolken, Fahnen flattern, ein
Oſfficier winkt mit hochgeſchwungenem Degen nach vorn;
am fernen Horizont, in ſo weit man ihn aus der ſchwarzen Nacht des Pulverdampfes zu erkennen vermag, bren⸗ nende Dörfer— das iſt die Schlacht von Solferino!!
Stürme auf dem Meere, Schlachtſtürme auf dem Lande und Stürme im Herzen hat Mancher ſo viele er⸗ lebt, daß er, ſtatt davon zu erzählen, ſie lieber zeichnen möchte, wenn die Möglichkeit dazu vorhanden wäre wegen untreuen Gedächtniſſes.
Für mich iſt's die Vergangenheit, die mich ab und dann nach der Felsinſel hinzieht. Das Feſt Aller Seelen mit Andacht zu feiern, gibt es für mich keinen paſſenderen Ort!
Das Montagsſchiff ging nach Hamburg zurück, und
ich hatte einigen meiner ſeit vierzehn Tagen gemachten Es ſind einige Jahre her, als ich vierzehn Tage auf
Bekanntſchaften verſprochen, ſie am nächſten Morgen noch einmal an Bord zu begrüßen, ehe ſie von dannen zogen. Nebenan lag Capitain Johnſon mit dem ſchönen„Swift⸗ ſure“ im Begriff nach England zu ſteuern. Dort wartete meiner ein alter Freund, der aus einem ernſten Candida⸗ ten der Gottesgelahrtheit in einen ſchmucken Huſaren und daraus zu allerletzt in einen fürſtlichen Stallmeiſter metamorphoſirte, wie es nicht leicht einen beſſeren geben konnte.
Mein Freund iſt ein wahrer Proteus, dem indeſſen Niemand, der ihn kennt, die gebührende Achtung verſagt. Er iſt der Mann, von dem mau lernen kann, was ein Menſch zu leiſten vermag, der bei einiger Capacität von Dame Fortuna begünſtigt wird.
Auch ſeine theuere Gattin aus Meſſina iſt mit ihm an Bord. Sie iſt noch immer eine ganz hübſche Dame, weil das nordiſche Klima die urſprünglich blendende Schönheit des Südens patroniſirt hat; und die Hauptſache— wir kannten einander wie Nachbarskinder aus früheren Zeiten.
Freund B— r ging nach London, um aus den berühm⸗ ten Ställen von Wm. Grosby Esg. einige erleſene Pferde für den Marſtall ſeines fürſtlichen Herrn zu kaufen, und dann, weil er in der Nähe war, einen Ausflug hinüber nach Irland zu machen, um ſeiner erſten Gattiu, eines wackern Predigers Tochter aus Sachſen— er hat mir, jetzt iſt er todt, nicht verboten darüber zu reden— einen ſpäten Denkſtein auf ihr frühes Grab auf dem Friedhofe des ſchönen, als Badeort berühmten Städtchens Mallow zu ſetzen.
Wichtiges und Wohlthätiges mangelt: die alten Frauen. Nicht als ob der Born der Jugend unverſiechbarer wäre als früher,
nicht als ob die Frauen ihre Geſichtszüge und Formen gegen den
Zahn der Zeit beſſer zu vertheidigen verſtünden, nein, die Natur
verleugnet ihre ewigen Geſetze nicht, aber die Frauen altern nicht mehr, ſie vergehen.
Einſt war das Altern eine Kunſt, jetzt iſt es ein Unglück.
In Geſellſchaften nahm Jeder ſeinen Platz ein, und der Platz der
alten Frauen war der angenehmſte.
rückgelegt hatte, ſo trat ſie von ſelbſt in den Schatten zurück, ſie ſuchte es nicht zu verbergen, daß ſie alt war, ſie gab ſich für das, was ſie war, für eine alte Frau, und erfüllte ſo einen wichtigen Beruf für alle Alter. Sie nahm den Vorſitz bei den Cirkeln ein, und vertheilte an Männer und Frauen den Ruf des Geiſtes und
b 8 f al rauen Wenn eine Frau nach ihrer ne oder länger dauernden Schönheit ihre galanten Jahre zu⸗
der Schönheit, erleichterte Jungen den Eintritt in die Welt und
Alten den Ausgang aus derſelben, ſtiftete Heirathen, beſchützte
Liebſchaften, brachte gewiſſe Menſchen und gewiſſe Bücher in die V
Mode, brachte oft frivole Vortheile mit wichtigen Intereſſen in Verbindung, hielt eine Schule des guten Tons, unterſtützte durch
ihre Autorität die gute alte Artigkeit. Die alten Frauen übten früber einen bedeutenden Einfluß
eine Frau ſieht und hört, deren Herz nicht mehr von Stürmen be⸗ wegt wird, deren Antlitz durch mütterliche Schmerzen und Sorgen⸗ gefurcht, deren Sprache ernſt, aber ſanft, deren Beobachtung fein und richtig iſt..
Solche alte Frauen kommen jetzt nur mehr ſehr wenige vor.
(Wir haben nur Weſen weiblicher Art, welche allgemach ſich im
Dunkel verlieren. Nach zehn oder zwölf Jahren des Aufſehens fangen unſere Frauen ein Leben innerlicher Wuth und Gering⸗ ſchätzung gegen das ganze menſchliche Geſchlecht an. Sie beneiden diejenigen, welche liebend und geliebt in die Welt treten; nachdem
ſie keine großen Leidenſchaften mehr hoffen dürfen, laufen ſie nach
kleinen Thorheiten, auf einem Balle hüpfen ſie mit feſtgeſchnürter Taille und durch Kunſt verjüngt herum, und hat etwa ihr Geiſt eine Lockung begonnen, ſo zerſtört ihr Geſicht wieder Alles. In den Salons eignen ſie ſich das Urtheil über Geiſt und Schönheit zu, verſpotten den Erſteren und verkleinern die Zweite, nennen verdienſtvolle Leute Emporkömmlinge, wachen über jeden Blick und jedes Wort, beunruhigen Verheirathete, geniren Verliebte, ſpielen ſchlecht Whiſt und wollen alle auf dem Sopha ſitzen. Sie können ſich einmal nicht daran gewöhnen, alt zu werden.
Nach vielen Bemühungen, von der Lüge von gepinſeltem Weiß und Roth, von falſchen Locken und ausgerupften weißen
uf die Jugend aus. Junge Leute achteten dieſe Weſen eines Haaren zu leben, gelangt ſo eine alternde Frau plötzlich— nicht angewiſſen Geſchlechtes, welche von ihren früheren Jahren nur die V zu einer fröhlichen und glücklichen— ſondern zu einer entmuthi⸗
allgemeine weibliche Anmuth beibehalten und von den ſpäteren genden gebrechlichen Abgelebtheit, zur Erſchlaffung, zur Ver⸗ ann adern, un ich die angenehme Pflicht, Andere zu unterrichten und ihnen zu geſſenheit, und wendet ſich dann gewoͤhnlich zur Frömmelei, von Jeiun mit e dienen, angeeignet hatten. 1 einem Geiſtlichen dazu geleitet, der ihr noch den Hof macht.
„ Jener müßte ein Baſtard oder ein Ungeheuer ſein, der nicht Und welchen Einfluß hat dies Alles auf unſere Jugend? rat ſich ſeiner geliebten Mutter erinnerte, welche er verlor, wenn er Die jungen Männer ſind weniger artig, weniger ſorgfältig etwas.
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