Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
306
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Max von Schenkendorf's Gedichte. Dritte Auflage. Mit einem Lebensabriß und Erläuterungen herausgegeben von Dr. A. Hagen. Stuttgart, Cotta'ſcher Verlag. 1862.

Uovellen-Zeitung.

[VIII. Jahrg.

Mar von Schenkendorf.

Schill. Eine Geiſterſtimme. 1809.

Klaget nicht, daß ich gefallen, Laſſet mich hinüberziehn

Zu der Väter Wolkenhallen, Wo die ew'gen Freuden blühn.

Nur der Freiheit galt mein Streben, In der Freiheit leb' ich nun; Und vollendet iſt mein Leben, Und ich wag' es auszuruh'n.

Süße Lehnspflicht, Mannestreue, Alter Zeiten ſich'res Licht, Tauſcht' ich nimmer um das Neue, Um die welſche Lehre nicht.

Aber jenen Damm zerbrochen Hat der Feind, der uns bedräut, Und ein, kühnes Wort geſprochen Hat die rieſenhafte Zeit.

Und im Herzen hat's geklungen,

In dem Herzen wohnt das Recht: Stahl, von Männerfauſt geſchwungen, Rettet einzig dies Geſchlecht.

Haltet darum feſt am Haſſe,

Kämpfe redlich, deutſches Blut. Für die Freiheit eine Gaſſe! Dacht' ein Held in Todesmuth.

Freudig bin auch ich gefallen,

Selig ſchauend ein Geſicht,

Von den Thürmen hört ich's ſchallen, Auf den Bergen ſchien ein Licht.

Tag des Volkes, du wirſt tagen, Den ich oben feiern will,

Und mein König ſelbſt wird ſagen: Ruh' in Frieden, treuer Schill!

An Goethe. 1813.

Nun hab' ich Dich geſehen, Du hohes Heldenhaupt,

In fernen, ſel'gen Höhen, Von friſchem Kranz umlaubt.

Apollo's goldner Bogen Der Stirne lichter Bau, Ein Firmament, umzogen Von ewig klarem Blau:

Das milde, weiſe Lächeln, Das um die Lippe wallt Wie linder Weſte Fächeln, Zu mildern die Gewalt.

Wie traten aus dem Dunkeln Die Formen klar und rein, Die Blicke ſah ichtfunkeln Wie goldner Sterne Schein.

Mit Worten Dich zu grüßen, Hat Stolz mich nie verführt, Die Hand nur möcht'ich küſſen, Die ſo die Saiten rührt.

Du Herzog ſonder Gleichen, Du ſel'ger Dichterfürſt, Der Du in Deinen Reichen Doch ewig herrſchen wirſt!

O laß Dir's noch gefallen Hienieden gern und lang; Auch in des Aethers Hallen Tönt ja nur Dein Geſang.

Der Durlacher Thurm.

Es lacht die grüne Wieſe, Es lockt der Sonnenſtrahl, Vom Hügel ſchaut ein Rieſe Ins liebe grüne Thal.

Ein edler Heldenſchatten Hat ſich der Thurm gebaut Und rings die hellen Matten Sich liebend angetraut.

Es ſtehn die alten Wächter Dort, wo die Wolken ziehn, Und ſchauen die Geſchlechter Erſtehen und verblühn. 4

Die Monden ziehn vorüber, Vorüber manches Jahr, Sie denken immer trüber An das, was vormals war.

Doch ſteigt nach jener Mauer Ein zärtlich liebend Paar,

O Heldenliebestrauer!

Dann wirſt du mild und klar.

Dann ſcheinen die Geſtalten Der Liebenden erhellt

Vom Wunderglanz der alten, Der ewig jungen Welt.

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