Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
274
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EBM

Pipin Jocoſus.

Hochzeitsgruß.

Aus ew'gem Born der Göttlichkeit entſchweben Der Seelen zwei in irdiſch Kleid, Den lock'gen Knaben und die holde Maid Trifft ihre Wahl: ein Kuß ſie leben!

Und unter frommer Parzen fleiß'gem Weben Hebt Mann und Weib empor die Zeit, Trotz ſchlimmer Nächte Widerſtreit

Vereint zwei Seelen doch daſſelbe Streben.

Glück auf zum Bund', im Himmel abgeſchloſſen, Nicht löſt ihn irdiſche Gewalt, Bis Ihr des Lebens ganzes Glück genoſſen;

Enteilt auf Eurer Liebe Flügelroſſen Dem Jammerthal, doch machet Halt, Wo Euch der Freundſchaft Blüthen ſproſſen!

An die Gebirgsſchützen.

An Euch, Ihr Schützen vom Oberland, Sei dieſer Ruf in die Ferne geſandt,

Die treu Ihr verbleibet dem Throne, Die ſchnell geſammelt zur troßzenden Schaar, Ihr harrt der drohenden Landesgefahr,

Zu ſchützen die wankende Krone.

Der Ahnen Bild, das vor Augen Euch ſchwebt,

Es hat Euch den Muth im Herzen belebt, Dem Baiern zu wahren die Ehre:

Wohl hat er einſt im begeiſterten Streit

Sein Leben gerne dem Tode geweiht, Dem Herrſcher die dampfende Wehre!

Bei Sendling war's, wo dem letzten Mann Das geopferte Blut in Strömen rann,

Und den Brüdern der letzte ſich einte, Die rings um ihn zu Boden geſtreckt

Nun nimmer der Donner des Kampfes erweckt,

Zu ſchrecken die ſiegenden Feinde!

Wohl ſteht Ihr da, ein lebendiger Wall

Von ſichrer Rohre donnerndem Schall, Ein ſichrer Tod dem Erzielten!

Ihr übet Euch im ergötzenden Spiel:

Es trifft wohl auch ein gefährlicher Ziel, Wer Preiſe ſich werbend nur ſpielte!

O mögt, wenn einſt der vettrauende Ruf Zu Thaten Euch würd'ge Gelegenheit ſchuf, Ihr freudig die Heimath verlaſſen! Nehmt Abſchied dann von Vater und Kind, Dem König ſchwenket den Hut im Wind

Und brechet die feindlichen Maſſen!

Gebirgslied.

Die Nacht iſt ſchwarz, die Tannen rauſchen, Der Jäger kann uns nicht erlauſchen, Nur friſch voran Die rauhe Bahn, Wenn auch die ſchwere Bürde drückt, Des Schmugglers Fang, er iſt geglückt, Voran!

Der Jäger ſucht auf öden Pfaden, Er trägt die Büchſe ſcharf geladen, Nur friſch voran Die rauhe Bahn, Der Schmuggler ſchnell die Flucht ergreift, Wenn Jägers Kugel oben pfeift, Voran!

Der Tod iſt beſſer, als gefangen Zu nagen an den Eiſenſtangen, Drum friſch voran Die rauhe Bahn, Der Schmuggler iſt ein Wandersmann, Der nur bei Nacht ſich rühren kann, Voran!

Schlierſee.

Wie ſchön du biſt, du ſtiller See, Von grüner Au umſchlungen!

Im Schilfe klagt's wie Nymphenweh Aus Herzen, ewig jungen;

Durch Waldesnacht iſt ſcheu das Reh Zu deinem Born gedrungen,

Es ſchlürfet durſtig deine Fluth Und kehrt von Neuem wieder,

Und führt mit ſich der Vöglein Brut Zum großen Bronnen nieder.

Wenn ſommerlich der Sonne Gluth⸗ Vertrocknet ihre Lieder!

Du ziehſt mich ſanft zu dir hinab, Berg' ich den Blick in deinem Schooße;

Es buhlt auf offnem Wellengrab Um eine ſtillverlaßne Roſe,

Die dir des Frühlings Zephyr gab, Der kecken Wogen ſüß Gekoſe!

Geduldig traget manchen Kahn Dein breiter Silberrücken;

Du wehrſt es nicht, die ſchwanke Bahn Ihm fliehend einzudrücken,

Und wer Natur noch lieben kann, Er findet hier Entzücken!

Scherz und Ernſt. Poetiſche Spielereien von Pipin Jocoſus. Augsburgin Commiſſion der v. Jeniſch& Stage'ſchen Buchhandlung

1862.

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