Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
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Beachtung ſicher keinem illuſtrirten Blatte Schaden brin⸗ gen wird.

Es iſt nämlich eine moderne Sucht geworden, durch möglichſt große Abbildungen, die oft die ganze Seite, ja zuweilen beide Seiten eines Blattes einnehmen, die Augen des ſchauluſtigen Publicums zu reizen, leider muß man auch ſagen, zu blenden; denn wer davon Kenntniß hat, wie ſchwierig und ungemein koſtſpielig es iſt, große Xylogra⸗ phien herzuſtellen, die dabei zu gleicher Zeit den Anforde⸗ rungen eines gebildeten Kunſtgeſchmacks entſprechen und der Culturhöhe der Gegenwart Geuüge thun, wer dies Alles weiß, der wird es für ſehr thöricht halten, oft durch ſo umfangreiche Holzſchnitte, die faſt immer unſolide, miß⸗ lungene Schmierereien ſind, ſein Geld wegzuwerfen und den Raum zu vergeuden. Es gehört eine ganz andere Meiſterſchaft und Ausdauer dazu, die Flächen und Per⸗ ſpectiven eines darſtellungsreichen Bildes in Harmenie zu briugen und wirkungsvoll auszuführen, als die Dimenſio⸗ nen einer einfachen kleinern Xylographie. Wer jenes nicht im Stande iſt, hat oft Kraft genug, in beſcheidenem Maß⸗ ſtabe recht Anſprechendes zu leiſten, und hieran ſollte man ſich beſonders halten, da es nur ſelten möglich iſt, Künſtler erſten Ranges zu finden, zu bezahlen und ihnen die zur Arbeit nothwendige Zeit zu gönnen. Am meiſten wird

Uovellen-Zeitung.

ſich der flüchtiger behandelte Holzſchnitt immer zu einzelnen Gruppen, gut ausgeführten Figuren, Verdeutlichungen zur Schilderung aus dem Pflanzen- und Thierreich und alleu⸗

ffalls auch zu leicht gehaltenen landſchaftlichen Skizzen

eignen. Sehr würde dabei zu beachten ſein, daß man bei den letzteren den Himmel nicht ſo ſchwerfällig und überla den behandelt, wie es in der Regel geſchieht, ſondern ſo leicht wie möglich. Es iſt genug, daß der Stahlſtich ſich ſeit dreißig Jahren durch ſeine manierirte geſchmackloſe. und unnatürliche Behandlung der Atmoſphäre faſt alle Landſchaften verdorben hat.

DerGlobus briugt ſowohl über europäiſche Länder, beſonders über Skandinavien, wie aus allen übrigen Welt⸗ theilen verſchiedene Charakterbilder der Natur und des Menſchenlebens. Es ſind darunter wiſſenſchaftlich gedie⸗ gene Arbeiten, und ſehr praktiſch wird es der leidigen Auo⸗ nymität anderer Zeitungen gegenüber ſein, wenn durch möglichſt viel Namennennung der Verfaſſer dem Leſer das Originale zahlreicher Hauptartikel verbürgt wird. Daß bei uns Deutſchen, die keine überſeeiſche Beſitzungen und deß⸗ halb auch wenig derartige Beſtrebungen haben, viel zu Ueberſetzungen und Auszügen aus dem Engliſchen und Franzöſiſchen geſchritten werden muß, verſteht ſich von ſelbſt.

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Varin, L'Architecture pittoresque en Suisse, ou Choix de Constructions rustiques, prises dans toutes les parties de la Suisse. Liv. 1. Gr. in 4. 1 Thlr.

Chabat et Penel, Batiments de Chemins de fer. Em- barcadères. Plans de gares Stations Maisons de gardes Remises catif. Liv. 1.

ateliers etc., avec texte expli- Gr. in fol. 1 Thlr.

Sancet, Stalles du Choeur de la Cathédrale d'Auch.

Liv. 1. In fol. 1 Thlr. Pfnor, Monographie du Palais de Fontainebleau, accom- 8⁸ 1. pagnée d'un texte par Champollion-Figeac. Liv. 1. Gr. in fol. 1 Thlr. Daly, L'Architecture privée au 19. siècle. Nouv. Maisons de Paris et des environs. détails. Liv. 1. Gr. in fol.

Plans, Elévations, Coups,

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In Paris erschien und wird durch Alphons Dürr in Leipzig debitirt: Feuillet, Octave, Le Roman d'un jeune homme pauvre, Sme édition. In- 1 20. 1 Thlr. 3

Michelet, L'Amour. 3me édit. In- 120. 1 Thlr. 5 Ngr.

Redigirt unter Berantwortlichkeit von Akphons Dürr in⸗Leipzig. Verlag von Alphons Hürr in Leipzig. Druck von Gieſeckt à Devrient in Leipzig.

[VIII. Jahrg.

Nob