Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
191
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durch ſie hervorgerufen werden, ergeben ſich oft von ſelbſt, oft auch nur dem Scharfblickenden und Vergleichenden, Schlüſſe auf die Entſtehungsweiſe geologiſcher Erſcheinun⸗ gen. Hierher gehören nicht bloß die gewaltigen Werke unſerer Vulcane und die unwiderſtehliche Macht der felſen⸗ zertrümmernden und hügelaufthürmenden Meereswogen, ſondern auch die ſtille und beharrliche Thätigkeit, welche die auflöſende Gewalt der Atmoſphäre auf die Erdober⸗ fläche ausübt: das Ab⸗ und Anſchwemmen der Flüſſe und Bäche, das Nagen des fallenden Tropfens, die Arbeit

mmmanlich 1 des Eiſes; ſeien es die winzig kleinen Eisblättchen, welche

die feinen Rißchen verwitterter Felſen zerſprengen und ſo, langſam zwar, aber ſicher, Berge zerſtören; ſei es die Wucht des im ſteten Abwärtsgleiten begriffenen Gletſchers, welcher rauhe Bergwände feiner glättet, als der Meißel von tauſend Steinmetzen. Hierher gehören ſelbſt die Pflan⸗ zen, welche ihre feinen Saugwürzelchen als Millionen klei⸗ ner Keile in die feinen Spalten verwitternder Geſteine ein⸗ treiben und nach und nach die zackigen Kronen der Felſen in weich gerundete Kuppen verwandeln.

Bei der Anwendung der Erſcheinungen, welche wir in der Gegenwart durch die Naturkräfte hervorrufen ſehen, zu einer Deutung der Bildung der Erdoberfläche verfahren die Geologen ſehr verſchieden. Die Einen ſind der Mei⸗ nung, daß die Kräfte in frühen Erdzeiten zwar keine andern, aber wenigſtens zum Theil viel mächtiger wirkende geweſen ſeien; die Andern, und unter dieſen ragt das Verdienſt des Engländers Carl Lyell hoch hervor, glauben, daß dieſe Kräfte zu keiner Zeit anders gewirkt haben, als in der Gegenwart....

Es wird keineswegs überflüſſig ſein, uns auf der Ober⸗ fläche der Erde mit aufmerkſam unterſcheidenden und zer⸗ gliedernden Blicken etwas umzuſehen.

Selten denkt man daran, ſich einmal die Erdoberfläche ohne das Meer vorzuſtellen. Und doch iſt dies faſt unbe⸗ dingt nothwendig, um ſich eine richtige Vorſtellung von dem Ausſehen der Erdoberfläche zu machen.

Wenn wir ein Hühnerei mit der hohlen Haud berühren, ſo fühlen wir kaum, daß ſeine Oberfläche nicht ganz glatt, ſondern dicht mit feinen Rauhigkeiten bedeckt iſt. Gäbe es eine Rieſenhand, welche die Erdkugel, wie wir das Ei, umfaſſen könnte, ſie würde die Kugel ebenfalls für glatt halten. Dies möge uns einen Maßſtab zur Beurtheilung unſerer Berghöhen im Vergleich zur Geſammtoberfläche der Erde geben. Der Maßſtab würde noch treffender ſein, wenn wir das Hühnerei polirten und nur einzelne ſchmale Streifen und Punkte unpolirt ließen; dieſe würden die Bergketten und die vereinzelten Berge auf der Erde ſein.

Indem ich dies ſchreibe, läßt man in den großen Städ⸗ ten Deutſchlands einen mächtigen Erdglobus ſehen, auf welchem die Berge und ſonſtigen Unebenheiten erhaben wiedergegeben ſind. Um dieſelben aber einigermaßen ſicht⸗ bar machen zu können, mußte man für ſie einen zehnmal größern Maßſtab anwenden, als für den Globus ſelbſt. Hätte man für ſie denſelben Maßſtab angenommen, ſo hätte zur Darſtellung der Berge die Dicke der Farbe aus⸗ gereicht.

Bei dem winzig kleinen Stückchen der Erdoberfläche, welches wir ſelbſt von einem hohen Berge aus nur über⸗

Folge.

vorkommen, ſträubt ſich hiegegen unſer Sinn, und er würde ſich noch mehr ſträuben, wenn wir auf einem hohen Küſten⸗ berge ſtänden und auf den trockengelegten Meeresgrund blickten. Dennoch würde jener ſchon vor fünfzig Jahren von Dolomieu angewendete Vergleich auch dann noch rich tig bleiben.

Eine Fußreiſe nach Amerika würde unſern ſtaunenden Blicken ſagen, daß wir Menſchen alle mit einander Berg⸗ bewohner ſeien; unſere jetzigen Ebenen würden wir als Hochebenen mächtiger Bergkoloſſe und unſere Gebirge als Kämme und Kuppen darauf erkennen lernen.

Aber wie würde uns der Meeresboden erſcheinen? Man iſt gewöhnlich geneigt, ihn ſich eben vorzuſtellen; und gewiß, wir würden in großer Ausdehnung es auch finden, aber keineswegs überall. Jetzt ſchwimmt das einſame, kleine Felſeneiland St. Helena im ſtillen Ocean, wie ein vom Baume auf den Waſſerſpiegel eines Sees gewehtes Blatt. Ständen wir unten auf trockenem Meeresgrunde davor, wir würden finden, daß Napoleon auf dem Gipfel eines Chimboraſſo geſtorben iſt; und dächten wir unten ſtehend uns das Meer wieder über uns, ſo würde ein nach dem Eilande ſteuerndes Schiff dem Geier gleichen, der um den himmelhohen Gipfel einer Alpe kreiſt.

Könnten wir, unter Hinwegdenkung des Meeres, einige Seemeilen weſtlich von England hoch herab aus einem Luftballon Europa überblicken, wir würden mit Staunen unſern Welttheil als ein zuſammenhängendes Ganzes er⸗ kennen und nicht mehr begreifen, daß Irland und England Inſeln, Norwegen, Schweden und Dänemark Halbinſeln waren. Was wir aus unſerm Ballon ſehen würden, kennt man von den genannten Ländern durch Tiefmeſſungen des Meeres zwiſchen ihnen ſo genau, daß wir in Gedanken hier Landreiſen machen können....

Es möchten wohl wenige Menſchen ſo arm an Inter⸗ eſſe für das Wiſſenswürdigſte, was es von der Außenwelt geben kann, für die Keuntniß unſerer Erde ſein, um nicht ſolchen Darſtellungen mit Vergnügen der Phantaſie und Befriedigung des ſich erweiternden Geiſtes zu folgen. Ge⸗ rade das hier Mitgetheilte verbindet, als ein echtes Beiſpiel von der Auffaſſungs⸗ und Schreibweiſe Roſemäßler's, die ruhige wiſſenſchaftliche Haltung mit der figürlichen lebhaf⸗ ten Darſtellungskunſt durch eine geſchickte Anſprache der Einbildungskraft.

Der Verfaſſer hat bei eigenem Tiefblick eine jedem er⸗ zählenden Darſteller gar wohl anſtehende Neutralität, wo es ſich um ſolche wiſſenſchaftliche Meinungsverſchiedenhei⸗ ten handelt, über die wegen Mangel an vorhandenen Er⸗ fahrungen und Experimenten die Acten zur Entſcheidung noch nicht geſchloſſen ſein können. So kommt er nie, wie der Engländer Lewes, in die unangenehme Poſition, nicht ganz ſeiner eigenen Meinung zu ſein. Wer wie unſer Autor vor der gebietenden Macht der Erſcheinungswelt Reſpect hat, wird ſich nicht leicht in grauen Theorien ver⸗ lieren..

Möge das treffliche Werk auch noch nach ſeinem ferti⸗ gen Erſcheinen in alle die Kreiſe eindringen, welchen vor der Hand, bis wir von etwas Beſſerem ſicher unterrichtet ſind, dieſer Erdball die beſte Stätte ihres Wirkens und Bleibens, ſo lange das Letztere irgend möglich iſt, zu ſein

ſchauen können, und auf welchem uns die Berge ſo koloſſal ſcheint.