Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
178
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* Hugo Freiherr von Zlomberg. Leila. Wo in hohen, ſtillen Häuſern Beten gottgeweihte Frauen, Tief im Kerker liegt der Ritter, Dorthin führe mich, die Dir Ketten an den tapfern Händen; Gottes Engel anvertrauen! Molche raſcheln Tropfen rieſeln Von den modergrünen Wänden. Aus dem Kerker ſteigt der Ritter, Neigt die Stirne ſchmerzbeklommen; Nimmer ſucht der Strahl der Sonne Draußen an verborgner Pforte Ihn im Felſengrab, dem feuchten, Hat er ſie auf's Roß genommen. Doch in dunkler Nacht umfängt ihn T Unverhofft ein mildes Leuchten. Ach, wie hat ſein Herz geſchlagen Geſchi Unter dem verblichnen Kreuze, bereite Soll ſich von dem ſünd'gen Leibe Als er dran entſagend hielt 5* Schon die müde Seele ſcheiden? Ihre gottgeweihten Reize! es 3e Harret Engel dort und Teufel, laufen Wem ſie folgen ſoll von Beiden? Durch die Nacht enteilt der Renner und a Schatten gleich da dröhnen Hufe: ſchicht Schwarzer Dämon, ſteh von ferne! Ihres Vaters ſchnelle Reiter ſch Lichter Engel, hab' Erbarmen! Jagen nach mit wildem Rufe ſchon Zu des Paradieſes Freuden dem Trage mich auf Deinen Armen! Was die Roſſe nicht ereilen, zwar 8 Suchen ihre grimmen Pfeile; 1 be Ritter! ſpricht die Sultanstochter, Dieſe ſchwirren um ihn her, dan Irdiſch nur bin ich geboren; Jene ſchlingt des Staubes Säule! ald Nicht zum Werkzeug ew'ger Strafen ſeierli Iſt mein treuer Knecht erkoren! Hinter ibm der Morgen dämmert Keiner mehr! Er athmet wieder, dar Nein, er ſoll zum freien Lichte Aber ſchwer in ſeinem Arme du Dir den Weg zur Heimath zeigen, Ruh'n der Heidin ſchöne Glieder. die Gibſt Du Einer, die Dich liebet, ſchä Fortan liebend Dich zu eigen! Gott! ein Pfeil mit blut'gen Federn lich Ragt aus ihres Buſens Hüllen; Zli Jungfrau, ſpricht der Chriſtenritter, Dunkel auf des Roſſes Mähne, 3 1 Laß dem Herzen Ruh' im Leiden! Auf ſein Kleid die Tropfen quillen. aben Feſter noch als dieſe Mauern Der Wehrt mein ſtrenger Glaub' uns Beiden! Friſch mag an ſo reiner Quelle trüb 1 Das verblichne Kreuz ſich färben: dab Nicht Dein Glaube ſoll, noch meiner Hat es ihr doch nicht verwehrt, 1pube Zwiſchen uns, Geliebter, treten! Sanft an ſeiner Bruſt zu ſterben. Bun Deinen Pfaden will ich folgen, Geſ Deinem Gotte will ich beten! ſehr bh Mo⸗ Auch nicht dann! Auf dieſes Kreuz; iges Herz. d Hab' ich Keuſchheit einſt Soſcerch Ruhiges Herz etw Kerkerdunſt hat es gebleicht, So ſilbergrau der Wolkenflor, no Doch mein Eid iſt unverloren! So ſilberweiß der See; mei⸗ . Hell wie ein Demant blitzt am Rohr los Geh und laß mich ſterben! Nimmer Ein Fiſchlein in die Höh⸗. Dürfen wir uns angehören!. alle Doch ſie bleibt. Mit feſter Stimme Durch feuchte Wieſenblumen ſpinnt und Spricht ſie, zwar im Auge Zähren: Sich hügelan mein Pfad; un Kühl geht durch's junge Laub der Wind, au Darf ich denn im Leben nimmer Kühl über Sce und Saat. Dir gehören, Chriſt, ſo wiſſe: ge Chriſtin will ich ſein ich ſagt es Kein Schatten und kein Sonnenblick un Nicht allein um Deine Küſſe! Auf Wald und Hügelkreis . Es iſt ſo recht, wie ſtilles Glück, re Eine Seele Deinem Gotte, Davon man ſelbſt nicht weiß. Chriſt, ſollſt Du mich übergeben; 4 4 be Nicht verloren darf ich gehen, WWi Nicht bei Heiden fürder leben! do ol Bilder und Romanzen. Dichtungen von Hugo Fretherr von Blomberg. Breslau, Verlag von Eduard Trewendt. ſc