Uovellen-Zeitung.
[VIII.
Emil Edel. V
Das Vaterhaus.
Da biſt Du, altes Giebeldach,
Das ich ſo froh verließ,
Nun rufſt in mir das Bild Du wach Vom erſten Paradies.
Ich aß von dem Erkenntnißbaum, Da trieb es mich hinaus,
Und lange, lange dacht' ich kaum An Dich, Du liebes Haus.
Frei wollt' ich wie der Vogel ſein, Der Vogel frei im Wald,
Doch allzubald war ich allein, Gefangen allzubald.
Der Jünglingsmuth hat nicht erreicht, Was Knabenunmuth fand,
Und keine Feſſel wog ſo leicht
Wie Dein geheiligt Band.
Die hohe Treppe vor der Thür Schwing' ich mich raſch hinauf, Auf ihren Stufen ſpielten wir, Nun ſpielen Andre drauf.
Die Größern haben nichts geſagt, Als, ich den Platz beſah,
Das Kleinſte meldet ungefragt: „Papa, der iſt nicht da.“
Ihr Glocken drüben in der Höh',
Die Ihr wie ehmals klingt, Willkommen ſagt Ihr und Ade
Und wißt nicht, was Ihr bringt.
Im Thurm die Schwalben kehren gern Zurück ins alte Neſt,
Die fernen Lieben bleiben fern,
Die Todten ſchlafen feſt.
Jawohl, Du altes Giebeldach,
Das ich ſo froh verließ,
Nun rufſt in mir das Bild Du wach Vom erſten Paradies.
Im Strahl des Morgenſonnenlichts So hell trittſt Du hervor,
Und ich im Schweiß des Angeſichts
Verſteh', was ich verlor.
Italieniſches Wiegenlied.
Am Buſen der Mutter Ruh', Herzchen, in Frieden, Dich ſchütze hienieden
Die göttliche Huld.
Dich hüte die Jungfrau, Des Sohnes gedenkend Und gnadenvoll ſenkend Ihr Antlitz zu Dir.
Kleine Welt.
Von Emil Edel.
Dich ſchirmen die Flügel Der himmliſchen Schaaren, In Dir zu bewahren
Ihr irdiſches Bild.
Schön' Engelchen, ruhe Der Mutter im Schooße, Wie knospend die Roſe Im wiegenden Hauch.
O ſchlumm're, lieb' Schätzchen, Fortſchlumm're ſo niedlich,
Ich bleib' unermüdlich
Am Bettchen bei Dir.
Sobald Du erwacht biſt, Dich küſſen dann will ich, Und reichlich Dir füll' ich Den taſtenden Mund.
Mairegen.
Mairegen, Mairegen
Rauſcht uns entgegen,
Bringt für dumpfe Stubenluft Friſchen, warmen Frühlingsduft. Aus dem engen Haus,
Ihr Kinder, heraus!
Mairegen, Mairegen, Himmliſcher Segen,
Macht die wüſten Felder grün, Duftgetränkte Glöckchen blühn, Groß in ſchneller Friſt,
Was klein noch iſt.
Mairegen, Mairegen,
Zaudernd verlegen
Sieht das Mädchen in der Fluth Knaben ohne Schirm und Hut, Faſt thut es ihm leid,. Daß neu ſein Kleid.
Mairegen, Mairegen
Weckt allerwegen,
Käfer ſummen Tag und Nacht, Arme Opfer wilder Jagd. Leben iſt Krieg,
Maikäfer flieg'!
Mairegen, Mairegen,
Mit Gewitterſchlägen,
Wie ein Krieger ſtolz bewehrt, Iſt der Lenz zurückgekehrt. Aus dem engen Haus,
Ihr Kinder, heraus!
Hildesheim, Gerſtenberg'ſche Buchhandlung, 1862.
Nr. 1
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