Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
77
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Nr. 5.] conſervativen Ideen betrachtete, die damals begannen, ſich überall zu zeiigen. Vom Jahre 1837 bis zu der Zeit, wo er für den Geſandtſchaftspoſten in Paris ernannt wurde, hatte der Graf Albert von Pourtalès faſt ununterbrochen an den diplomatiſchen Geſchäften Preußens ſich betheiligt. Im Jahre 1844 arbeitete er in dem Miniſterium des Aus⸗ wärtigen unter dem Herrn von Bülow, im Jahre 1854 unter dem Herrn von Manteuffel. als Commiſſarius wohnte er den Unterhandlungen bei, die in Folge des Waffenſtillſtandes von Malmoe zu dem Frie⸗ den führten, der im Jahre 1850 zwiſchen Preußen und Dänemark abgeſchloſſen wurde; eben ſo bediente man ſich mit Nutzen ſeiner Dienſte bei verſchiedenen Fällen, die ſich in Conſtantinopel und an andern Orten zugetragen hatten und die ſich auf die orientaliſche Frage bezogen, die er gründlich ſtudirt hatte und in der ſeine Anſicht immer eine große Autorität hatte.

Als im Mai 1859 der italieniſche Krieg ausbrach, hatte Graf Pourtalès, der die Geſinnung der Höfe in Paris, London und Petersburg genau kannte, die Ueber⸗ zengung, Preußen ſei in dem Kampfe, der eben zwiſchen Oeſterreich einerſeits und Frankreich und Piemont anderer⸗ ſeits ausgebrochen war, vollſtändig unintereſſirt, weil Oeſter⸗ reich höchſtens in einem Theil ſeines italieniſchen Beſitzes und ſeines Einfluſſes in Italien bedroht ſei, und daß dieſe Intereſſen den deutſchen Bund gar nicht berührten, der ſich ſtets geweigert hatte, das venetianiſch⸗lombardiſche König⸗ reich in den deutſchen Bund aufzunehmen. Graf Pour⸗ talès zog daraus den Schluß, daß Preußen neutral blei⸗ ben, doch aber gegen mögliche Ereigniſſe Vorſichtsmaßre⸗ geln ergreifen müſſe. Er drückte ſeine Anſicht dem Prinz⸗ Regeuten und ſeinen Miniſtern deutlich aus, welche die Weisheit einer Meinung, die von dem reinſten Patriotis⸗ mus und einer einſichtsvollen Vorſicht inſpirirt war, an⸗ erkannte.

Die Meinung des Grafen Pourtalès ſtützte ſich in

Dritte

In der Eigenſchaft

Folge. 5

dieſem ernſten Falle auf Erwägungen einer andern Art, denen ſein Geiſt völlig zugänglich war. Da er die allge⸗ meine Lage des deutſchen Bundes fortwährend aufmerkſam betrachtet und ſie mit der beſondern Lage des öſterreichi⸗ ſchen Reichs verglichen hatte, ſo hatte er ſich überzeugt, daß zwiſchen den Intereſſen und den Tendenzen dieſer bei⸗ den Mächte eine Art von Antagonismus herrſche, der bei allen Gelegenheiten und trotz der Anſtrengungen gewiſſer Cabinete zum Vorſchein komme. Während Deutſchland den Weg des Fortſchritts und der Freiheit betreten wollte, beharrte die öſterreichiſche Regiernng dabei, ſowohl in ihrer politiſchen wie in ihrer religiöſen Haltung ſich von reactio⸗ nären Ideen leiten zu laſſen, welche früher oder ſpäter ihr Gefahren bereiten mußten. Deutſchland ſtrebte nach neuen Einrichtungen, die ſich auf Wahrheiten und Grund⸗ ſätze ſtützten, deren Eroberung dem menſchlichen Geiſte ge⸗ lungen war, und Oeſterreich verwarf hartnäckig ſogar die einfachſten und dringendſten Reformen. Durfle Preußen die allgemeine Bewegung der Geiſter unterſtützen oder ſich von ihr trennen und ſie bekämpfen? Mußte es ſich der⸗ ſelben auſchließen und in welchem Maße? Mußte es end⸗ lich Oeſterreich's Politik zur ſeinigen machen und ſich ihm unterordnen und ſich damit der Gefahr ausſetzen, ſeinen Credit bei ſeinen Bundesgenoſſen und ſeinen Einfluß in Europa zu verlieren? Albert von Pourtalès konnte dar⸗ über nicht unſchlüſſig ſein. Durch ſeine Geburt, Er⸗ ziehung, die Beſchaffenheit ſeines Geiſtes, das Weſen ſeines Charakters war er Freund der Ordnung und der Freiheit, Anhänger des Fortſchritts und Royaliſt. Er war über⸗ zeugt, daß Deutſchland genügend vorbereitet ſei, um mit Inſtitutionen verſehen werden zu können, welche die Grund⸗ lage der conſtitutionellen Monorchie ſind; er war ſehr er freut darüber, als er ſah, daß Preußen ſich in einen con⸗ ſtitutionellen Staat umgeſtaltete und ſich damit an die Spitze Deutſchlands ſtellte. Sein preußiſcher und deut⸗

ſaß und eine weſentliche Aenderung der Geſtaltungen des menſch⸗ lichen Lebens nicht kannte, waren Dichtungen der letzteren Art eben deßhalb unbekannt, man müßte denn manche Stellen in Ovid's Metamorphoſen, in denen der Dichter aus der mythiſchen Zeit in die Zuſtände des ſpäteren Rom geräth, für einen unbe⸗ wußten Anlauf dazu halten. In Frankreich waren der Virgil des Scarron und die Henriade von Montbron Traveſtien, welche ihrer Zeit Aufſehen erregten; in Deutſchland iſt beſonders Blumauer's traveſtirte Aeneide zu mennen. Von Seiten der Schriftſteller ſind beide Dichtungsarten, wenn ſie ihre ernſten Werke in launiger Weiſe verändert ſahen, oft anſtößig gefunden worden.; Sitten, des guten Geſchmacks, des Wachsthums der Wiſſen⸗ ſchaften und des Ruhms der Gelehrten, führte in einer Abhand⸗ lung ſehr ernſt aus, daß die ſchönſte Tragödichdadurch lächerlich gemacht werde und man ihrer ſchönen Stellen darüber vergeſſe; doch ließ er ſich, als man auf ſeineInes de Caſtro die Parv⸗

dieAgnes de Chaillot gemacht hatte, nicht abhalten, ſchon in

die erſte Vorſtellung zu gehen und darüber recht herzlich zu lachen. L.

Literatur.

Die Garibaldianer. Neapel, von Alex. Dumas. Ernſt Chr. Kollmann. 1862.

Dumas, der niemals Feiernde, welcher nicht Bände, ſondern Bibliotheken geliefert hat und durch die Menge ſeiner Werke imponiren würde, auch wenn ſie geiſtlos wären, hat mit Umſicht

Die Revolution in Sicilien und Nach dem Franzöſiſchen. Leipzig,

So hielt La Mothe die Parodie für ein Hinderniß der

einem draſtiſchen Ereigniß in der neueſten Geſchichte gehaſcht. Er fand die erſtere im General Garibaldi und die zweite in der Revolution und Eroberung von Sicilien und Neapel.

Ueber die rein hiſtoriſchen Vorgänge in Italien ſind ſeit Jahresfriſt bereits in allen herrſchenden Weltſprachen dicke und dünne Bücher mit und ohne Verſtand, mit und ohne Lügen ge⸗ ſchrieben worden. Der rein factiſche Verlauf der Begebenheiten intereſſirt deßhalb nicht mehr weſentlich, da er zu bekannt gewor⸗ den iſt, zumal die Zeitungslectüre zur allgemeineren Kenntniß jener Vorgänge einen guten Grund legte.

Wobl aber kann man ſich noch eine Erzählung gefallen laſſen, wenn dieſelbe von der Perſon und der Eigenthümlichkeit des Schriftſtellers ſelbſt gefärbt iſt. Das Letztere findet bei Dumas

ſtatt. Es läßt ſich diesmal über ſeine Glaubwürdigkeit und Wahr⸗ beitsliebe, die ſonſt ohne Hydro⸗ Oxygen⸗Gasmikroſkop klein er⸗ ſcheinen, nicht der Stab brechen, denn Dumas ſteht wirklich zu Garibaldi in einem näheren Verhältniß und hat ſich die Zuſtände an Ort und Stelle angeſehn. Dazu enthielt er ſich einer bei ihm gewohnten hyperromantiſchen Beimiſchung ſo viel als möglich und wird dadurch hin und wieder ſogar natürlich, daß er ſich ganz in ein Gewirre des Dialogs dahingibt, wie es nur die Wirklich⸗ keit, nicht aber die ökonomiſche Draſtik einer freien Compoſition eingibt..

Man wird aus dieſem Werke, ohne es lieben zu lernen, da es viel Oſtentation enthält, doch ſo manche intereſſante Einzel⸗ heiten erſehn, die zur Charakterzeichnung des italieniſchen Kriegs und ſeiner Koryphäen beitragen. O. B.

und Glück nach einer großen epochemachenden Zeiterſcheinung und

cher Patriotismus machte ihn daher einen zu engen Bünd⸗ ) zu eng