Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
75
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Dritte plauderten von ihren häuslichen Geſ chäften, ihren Blunien, ihrem Geflügel und all' den einfachen Freuden, welche ihre Aufmerkſamkeit beſchäftigten, und abwechſelnd ſpielten und liebkoſten ſie mit dem Kinde, von dem beide Frauen zu⸗ gleich die Mutter zu ſein ſchienen. Dann kehrten ihre Männer zurück, und die Abſchiedsſtunde, immier zu früh hereinbrechend, trennte den ſüßen Austauſch der Freund⸗ ſchaft. Wenn der Sturm des Winters toſte, wenn Schnee das Erdreich bedrückte und die ganze Natur kalt und ver⸗ ödet ſchien, verſammelten ſich die Freunde dennoch, und der Frohſinn, der ihre Bruſt belebte, und die Liebe, welche ihre Herzen durchglühte, verbreiteten ringsum Licht und

Wärme.

Um ihr Glück vollſtändig zu machen, ſchenkte William, der ſich als Advocat in Morristown niedergelaſſen hatte, einem liebenswürdigen Mädchen daſelbſt ſein Herz. Er heirathete es, und ſeine Frau wurde die Freuudin der einſt von ihm geliebten Couſine. Sein häusliches Glück war ruhiger als daß von Devereux, weil ſeine Gefühle minder glühend waren; doch war er ein gütiger und zärtlicher Gatte und empfand ſo viel Glück, als die Natur ihn be⸗ fähigte in ſich aufzunehmen.

Seit dem Hochzeitstage, welchen das einleitende Blatt unſrer Erzählung beſchrieb, waren zwei Jahre und einige Monate perſtrichen. Es war Herbſt, und der Landmann eifrig mit den Vorbereitungen, welche der lange Winter in den nördlichen Staaten Amerika's erheiſcht, beſchäftigt. Da machte Devereux Mary den Vorſchlag, die Wintermo⸗ nate in Charlestown zu verleben; ſeine Abſicht, weßhalb er die Südſtaaten zu beſuchen wünſchte, war nicht das kalte Klima New⸗Jerſey's zu vermeiden, ſondern einen Plan zur Ausführung zu bringen, welcher die Haupturſache ſeiner Reiſe nach Amerika geweſen war. Seine Liebe und die darauf

folgende Vermählung mit Mary hatten ihn veranlaßt, ſein

Vorhaben noch hinauszuſchieben, aber er hatte es nie aus den Augen gelaſſen. Seine Frau erfreute ſich der beſten

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Geſundheit, ſein Kind war über zwölf Monate und konute jetzt ohne Unbefnemlichkeit reiſen; das Klima von Char⸗ lestown war wahrend der Wintermonate geſund, und mit dem erſten Frühlinge wollte er in die Heimath, an welche ihn die ſüßen Vereinigungen der Liebe und des Glückes feſſelten, zurückkehren.

Mary war gern bereit ihren Gatten zu begleiten, ſie theilte ſeine Anſichten und ſympathiſirte mit ſeinen Em⸗ pfindungen; ihr einziges Bedauern war, ihren Oheim und ihre Tante, wenngleich nur auf wenig Monate, zu verlaſſen. Doch der Gedanke, daß William's Frau ihre Stelle ver⸗ treten werde, und daß der Zweck der Reiſe die Wohlfahrt Andrer ſei, tröſtete ſie. Mary's Herz erglühte in Gefüh⸗ len des Wohlwollens gegen alle Menſchen; mit warmen Lobſprüchen überhäufte ſie die edelmüthigen Abſichten ihres Mannes, die in der Freilaſſung und ſicheren Unter⸗ bringung von 300 Negerſclaven beſtanden, welche ihm laut Teſtament eines verſtorbenen Oheims zugefallen waren. Devereux wollte, wo es ſich um die Wohlfahrt ſo vieler Menſchen handelte, keinen unbedachten Schrut thun. Un⸗ geſtüm wie ſeine Natur ſonſt war, wurde er überlegend, wenn das Glück Anderer auf dem Spiele ſtand. Er hatte ſich daher genau mit den Zuſtänden der Neger in Amerika bekannt gemacht und war zu der Ueberzeugung gelangt, daß die afrikaniſche Race, ſelbſt in den freien Staaten, durch das eingefleiſchte Vorurtheil der Farbe, welches in jedem Theile Nordamerika's zu finden iſt, entartet iſt und von ihrer Urſprünglichkeit eingebüßt hat. Er wünſchte da⸗ her die menſchlichen Weſen, die der Himmel ſeiner Sorge auvertraut hatte, nicht bloß frei zu geben, ſondern zu einer geiſtig und moraliſch höheren Stufe der Menſchlichkeit zu erheben. Nachdem er zuvor jeden mit der Sclavenfrage verknüpften Punkt reiflich erwogen, faßte er den Entſchluß, ſeine Sclaven nach Haiti zu ſchicken, und ſchrieb zu dieſem Behufe an den Präſidenten jeuer. Inſel, um ſich zu erkun⸗

digen, in welcher Weiſe man ſie dort aufnehmen und für

können, als bei einem Neger mit der bekannten hündiſchen(nach hinten zurückfallenden) Stirn⸗ und Scheitelgegend.

Ader auch nicht einmal dies will die Phrenologie der Gall' ſchen Schule ergründen. Sie will nicht feſtſtellen, ob Cajus mehr Anlage, etwa zur Philoſophie, habe, als Sempronius oder Titus, indem ſie unterſuche, wer von ihnen dreien die größten Organe dazu beſitze, ſondern ſie fragt nur; ob Cajus im Verhältniß zu ſeinen eigenen übrigen Gehirnpartieen mehr Anlage zum abstracten Denker, oder zum beobachtenden Naturforſcher, zum Künſtler für Farben, Töne, Worte ꝛc., zum Prieſter, Feldherrn, Staatsmann ꝛc. habe. Sie vergleicht alſo gar nicht das Hirn des Cajus mit dem des Sempronius oder Titus und am aller⸗ wenigſten zu dem Zwecke(wenn ſie es dennoch thut), um feſtzu⸗ ſtellen, wer von ihnen der fähigere Menſch, oder auch nur ber be⸗ fähigtere Menſch zu einem beſtimmten einzelnen Berufe ſei. Mögen alſo immerhin die Schwaben größere Gehirne haben, als die Florentiner; daraus folgt nach den Lehren der⸗Gall'ſchen Phrenologie weder etwas Vortbeilhaftes für die Erſteren, noch etwas Nachtheiliges für die Letzteren. Es iſt allerdings aber rich⸗ tig, daß die Gall ſche Phrenologie ſogar von Männern der Wiſ⸗ ſenſchaft, Anatomen und Phyſiologen wie Philoſophen, hierin ſehr häufig und mit einer gewiſſen Hartnäckigkeit falſch aufgefaßt wird.

Um ſo mehr iſt dieſer Irrthum freilich bei dem Herrn Verfaſſer

des oben angedeuteten Aufſatzes in Ihrer Nr. 28. zu entſchuldi⸗ gen, da er allem Anſchein nach Laie in den genannten Wiſſen⸗ ſchaften iſt.

Uebrigens iſt es keineswegs ſo leicht, ſich auch nur die Gall⸗

ſche Pſychologie anzueignen; ich kenne ſie ſeit zehn Jahren und

noch immer finde ich, daß kaum die Functionen, noch weniger die

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Namen der meiſten der einzelnen Gehirnpartien präcis genug feſt⸗ geſtellt ſind. Hat doch ſelbſt ein Mann wie Huſchke, verleitei durch den NamenVorſichts⸗Organ, behauptet, Gall ſetze einen Theil der Dentregion in die Stirn, einen andern aber, dieVor⸗ ſicht namlich, in den Hinterkopf. Das iſt aber Gall nicht entfernt eingefallen; man gebrauche einmal für Vorſicht nur den Namen Sorglichteit oder Behutſamteit, ſo hat man es gleich, daß dieſe, exirem ſtark entwickelt, zur Aengſtlichkeit, timidem, übertrieben ruckſichtsvollem Weſen, extrem ſchwach zur Sorgloſigkeit, einem gewiſſenLeichtſinn, wird. So erklärt es ſich denn, daß ſehr geiſtreiche Menſchen trotz alledem oft ſehr étourdis ſind, um dieſen vezeichnenden franzöſiſchen Ausdruck zu gevrauchen, und lehr dumme trotz alledem ſehr ängſtlich und ſorglich. Freilich iſt die Sorg⸗ lichteit der Letzteren, eben wegen ihrer geringen Denkträfte, auch um ſo unausſtehlicher kleinlich und pedantiſch. Vor noch größe⸗ ren Mißverſtändniſſen der Gall'ſchen Pſychologie, z. B. demjeni⸗ gen, daß die Gall'ſche Schule einen Diebesſinn annehme, wollen wir ganz ſchweigen. Namentlich dieſer letztere grobe Mißverſtand kommt, zehnmal widerlegt, noch immer ſo oft zum Vorſchein, z. B. erſt vor gar nicht langer Zeit in der ſonſt ſo kenntnißreich und geiſtvoll redigirtenEuropa.

Hieraus mögen denn diejenigen, die ſo vornehm über Phre⸗ nologie abſprechen, entnehmen, wie dieſe ſelbſt noch immer an ihrer Vervollkommnung arbeitet und daß die Phrenologen am wenigſten daran denken, ſie hätten Moſen und die Propheten. Wenn nur die Gegner erſt ihrerſeits wenigſtens von der leidigen Anſicht loskommen wollten, daß es zwar wichtig iſt, die Unt erſchiede in den Functionen der einzelnen Gehirntheile aufzuſuchen, daß es aber eben ſo wichtig, ihre Verwandtſchaft mit den nächſtbe⸗