Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
34
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Das Kreuz.

Trage muthig und zufrieden

Du dein Kreuz zu jeder Friſt! Manchem ward ein Kreuz beſchieden, Deſſen Laſt viel größer iſt.

Kurz iſt ja die Prüfungsſtrecke

Von der Wiege bis zum Grab, Ob ſie Roſen, Wermuth decke,

Setze fürder deinen Stab.

Willſt du nur, es muß gelingen! Was kein Erdenfrühling bringt, Wird der ewege Lenz dir bringen, Wenn die Seele ſich erſchwingt; Morgenroth folgt nach dem Traume, Ruhe nach des Lebens Müh'n,

Und zum ew'gen Segensbaume Wird der Kreuzſtamm dir erblüh'n.

Sehnſucht. 1

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Friedrich Btte.

«*

Doch ſchwebt auf dieſem Munde Ein Zug von leiſem Gram. Ob der wohl aus dem Grunde Des reinen Herzens kam?

Iſt Schmerz die Morgengabe, Die ſolcher Magd gebuͤhrt? Du ſprichſt: Beglückt der Knabe,

Der ſie zum Tanze führt!

Und doch hat ſie zum Tanze Wohl,nie ein Knab' verlangt, Und doch hat ſie im Kranze Der Schyweſtern nie geprangt; Kaln Freund ſucht dieſe Zelle, Kein froher Abendgaſt, Und auf der öden Schwelle Hält nie ein Pilger Raſt.

Das Gras wächſt in dem Wege Und wuchert rings heraus, Und einſam im Gehege Steht das verfehmte Haus.

[(VIII. Jahrg.

Die Sonne ſank; im Purpur flammt der Weſten, Ein irrer Mann lieg' ich am Waldesrande,

Der kühle Wind geht liſpelnd in den Aeſten,

O ſpräch' er mir von meinem Heimathlande!

Und dunkler wird's. Die Nachtigallen ſchlagen, Die in der Waldnacht tiefer ſich verhüllen;

Ausſtrömend ihre ſel'gen Liebesklagen,

Kann keine mir des Herzens Sehnſucht ſtillen. Wild rauſcht der Quell vom ſchroffen Felſenhange,

Doch eh' ich noch zum Führer ihn erkoren, Hat er ſich ſchon mit jubelndem Geſange Zu Füßen mir im Klippenthal verloren.

Ein Mann mit rothem Kragen Geht düſter aus und ein; Das Kind iſt, laß Dir's ſagen, Scharfrichters Töchterlein.

Ein Sohn!

Und wenn es Euch nimmer bei uns gefällt, So gebt und bettelt Euch durch die Welt! Die Welt iſt groß, mein Haus iſt klein,

Ich kann Euch fürder kein Obdach leihn.

Da dröhnt ein Laut, den Wald durchfährt ein Blitzen! Ich horche ſtumm, zur Erde hingebogen, Und wie mir banget, haben, mich zu ſchützen, Die Sternlein hoch die Wache aufgezogen.

Das ſtille Haus.

Es liegt abſeits vom Wege Ein kleines, ſtilles Haus, Aus hlühendem Gehege Schaut es gar froh heraus; Und grüne Ranken weben Sich um Geſims und Stein, Du ſprichſt: Hier muß das Leben Gar ſüß und ſelig ſein!

Du ſiehſt am Fenſter droben Die roſige Geſtalt,

Von Blumen rings umwoben, Von Blüthenduft umwallt;

Der Morgenwind umwehet Ihr braunes Lockenhaar,

Und nach den Bergen ſpähet Ihr dunkles Augenpaar.

Aus dem Elſaſſe.

Gedichte von Friedrich Otte.

V

St. Gallen, Verlag von Scheitlin und Zollikofer. 1862.

Er ſprach's zum Weib, das ihn gebar,

Er ſprach's zur Mutter mit greiſem Haar. Die packt zuſammen ihr kleines Gut

Und flieht mit Zittern des Sohnes Wuth.

Wo ſoll ſie hin? An des Waldes Rand Ein kleines Kirchlein offen ſtand,

Da wirft ſie ſich vor Gottes Thron

Und betet für den verlornen Sohn.

Und ein Ungewitter zieht herauf;

Der Donner rollt über den Bergesknauf, Und Blitz um Blitz ſpeit die Wolke aus, Es fährt ein Strahl in des Frevlers Haus.

Da dröhnen die Balken, da wankt das Dach, 3

Da ſtürzen die Wände den Balken nach. Die Flamme wallt in die Nacht hinein

Und röthet den Himmel mit blutigem Schein.

Und über die Stätte geht der Wind,

Wo der Frevler verſank mit Weib und Kind,

Derweil die Mutter geborgen ruht Im kleinen Kirchlein, in Gottes Hut.

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