Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
754
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ALBTII

3e

Rudolph Gottſchall.

Eiferſucht.

Noch iſt dein Haar ſo naß Vom Kuß der Wellen! Ich fühle wie von Haß Den Buſen ſchwellen.

Wie glücklich jene ſind,

Die ganz dich haben, Die dich, mein holdes Kind, In Luſt begraben!

Sie löſten allzuwild Die ſchmucke Flechte; Ich übe fromm und mild Die gleichen Rechte.

Wie mich dein Haar umwallt

In üpp'ger Fülle, Der reizenden Geſtalt Die ſchönſte Hülle.

Dem Meer, das um dich wirbt,

Ich gern vergebe.

Die Woge küßt und ſtirbt,

Ich küß' und lebe.

Im Frühling.

Haſt du ein krankes Herz zu hüten, Für das du liebevoll erglüht,

Dann ſtreut der Lenz mit ſeinen Blüthen

Dir kein Entzücken ins Gemüth.

Denn wenn Natur in trunke'ner Feier

Der Erde heit're Kinder wiegt,

Dann fühlſt du ſchmerzlicher den Schleier,

Der deine Seele überfliegt.

Ringsum ein wolkenlos Behagen, Die würzig linden Lüfte wehn. Du möchteſt dieſen gold'nen Tagen

Recht lang' und tief ins Auge ſehn.

Dann ſchauſt du dir zur Seite wieder Das arme Herz, von Gram verſtört,

Das aus dem Jubel dieſer Lieder Nur ſeine eig'nen Klagen hört.

Raſch muß dein friſcher Puls ermatten,

Erblaſſen deiner Sonne Schein.

Du läßt es nimmer bei den Schatten Mit ſeinem ſtummen Schmerz allein.

Denn treue Liebe muß es hüten,

Daß es vor herbem Gram nicht bricht. Anklopft der Lenz mit ſeinen Blüthen,

Ihr öffnet ihm die Pforte nicht.

Neue Gedichte von Rudolph Gottſchall.

Am grabe.

Ich kann es nimmermehr vergeſſen, Daß ich dich einſt ans Herz gedrückt, Daß ich dich kurze Zeit beſeſſen, Daß du auf ewig mir entrückt.

Wie nüchtern ſteigen alle Tage, Wie öde ſteigt der Lenz herauf! Er weckt die alte, bange Klage, Doch nimmermehr die Todten auf.

Ich hab' gedarbt mit ſchnödem Geize, Weil ich an ewig Glück geglaubt, Bis mir die Fülle ihrer Reize

Ein einz'ger Augenblick geraubt.

Nun ſitz' ich unter den Cypreſſen, Mein Sinn iſt ganz zu dir entrückt. Ich kann es nimmermehr vergeſſen, Daß ich dich einſt ans Herz gedrückt.

Am Bergſee.

Mild iſt vom Abendſcheine Der blaue See erhellt! Die alten Felsgeſteine Verſperren rings die Welt.

In ſeine Tiefen ladet

Er gold'ner Wolken Zug! Die wilde Taube badet

Die Schwingen hier im Flug.

O kehret, ihr Gedanken, Vom irren Flug zurück, Sucht hinter ſtillen Schranken Ein einſam tiefes Glück.

Wehmuth.

Ueber den Bergen glüht Goldener Glanz!

Milderer Strahl erblüht Schon in der Sterne Kranz. Wipfel von nah und fern Grüßen den Abendſtern; Thalentlang

Schmelzender Sang!

Doch mit den Schatten fällt Ueber das Herz

In der verhüllten Welt Träumender Wehmuth Schmerz. Lieber im Sonnenſchein

Schlafe die Seele ein,

Eh' ſie wacht

Tief in der Nacht!

Breslau, Verlag von Eduard Trewendt. 1858.

(V. Jahrg.

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