Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
751
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Dritte Folge.

Nr. 47.]

Zu Schiller's Jubelfeier.

Die Deutsche Schillerstiftung an die Deutschen.

Am heutigen Tage hat sich die Deutsche Schillerstiftung constituirt zu dem in§ I der Satzungen

ausgesprochenen Zwecke:

Deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen, schluss der strengen Fachwissenschaften) verdienstlich gewirkt, vorzugsweise solche, die sich dichterischer Formen bedient haben, dadurch zu ehren, dass sie ihnen oder ihren nächstange- hörigen Hinterlassenen in Fällen über sie verhängter schwerer Lebenssorge Hilfe und Beistand darbietet.

Sollten es die Mittel erlauben, und Schriftsteller oder Schriftstellerinnen, auf welche obige Merkmale nicht sämmtlich zutreffen, zu Hilfe und Beistand empfohlen werden, so bleibt deren Berücksichtigung dem Ermessen des Verwaltungsrathes überlassen.

welche für die Nationalliteratur(mit Aus-

Die Constituirung dieser Stiftung fällt nahe zusammen mit dem hundertjährigen Geburtsfest des unsterblichen Dichters, zu dessen würdiger, nationaler Feier, so weit die deutsche Zunge klingt, die gross- artigsten Vorbereitungen getroffen werden.

Deutsche! Bei dem festlichen Klang jener Glocke, die in ewiger Höhe tönt, sammelt Euch, nicht blos um zu seinen Ehren ein begeistertes Gedächtnissfest zu begehen, sondern auch um ein bleibendes Denkmal werkthätiger Liebe für unsern volksthümlichsten Dichter fauf alle Zeiten zu stiften.

Wie er selbst gesungen:

Göttern kann man nicht vergelten; Schön ist's ihnen gleich zu sein. Gram und Armuth soll sich melden, Mit den Frohen sich erfreu'n, 6

so können wir auch ihm selbst nicht vergelten, wohl aber durch die mit seinem Namen geschmückte Stiftung den Dank seines Volkes dadurch abtragen, dass wir geistig Strebende, die von schwerer Lebens- sorge heimgesucht sind, durch Beistand und Hilfe ehren.

Deutschel Keinen Ort giebt es im Vaterlande, so abgeschieden von den grossen thümern unseres Daseins, dass nicht Männer und b- rauen, Jünglinge und Jungfrauen darin lebten, in denen die Dankbarkeit glüht für das, was Schiller uns Allen geworden. In der Fremde lebt kein Deutscher, dem nicht der Name SchILIEE ein heiliger Heimathsruf ist, so dass in diesem Namen eine Weihestimmung,

geistigen Besitz-

einzig in ihrer Art, und ein Gesammtbewusstsein, auf so vielen Gebieten des öffentlichen Lebens schmerzlich vermisst, zur erhebenden Erscheinung kommt. So tretet denn am 10. November zur Bildung von Schillerstiftungen überall zusammen; wo eine

solche sich nicht gründen lässt, sammelt Beiträge; wo sich frohe Herzen zum Festmahle vereinigen, verkündet diese unsere Worte und lasst nach dem Festgruss für den Dichter durch die Hände Eurer Frauen und Jungfrauen Spenden der Liebe in Empfang nehmen. Wo Gesangvereine und Liedertafeln, wo Kapellen und Theater seinem Andenken huldigen, opfert ihm den Ertrag seines Ehrentages.

Und du, deutsche Jugend, in deren frische Herzen er die ersten Keime edler Begeisterung senkt, fehle auch du nicht in den Re lhen der Opfernden. Die kleinste Gabe ist willkommen.

Auf, Deutsche! Lasset uns ein Beispiel geben zur Ehre für uns und unsere Nachkommen, dass der Freude schöner Götterfunken, der Begeisterung Flamme, nicht wirkungslos verlodere, sondern dass die hundertjährige Jubelfeier von Schiller's Geburt als der Geburtstag der in seinem Namen gegründeten Stiftung ein Lichtpunkt sei und bleibe, tröstlich hineinleuchtend in die Nacht der Sorge und der Noth.

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Die bis jetzt bestehenden Schillerstiftungen befinden sich in: Berlin, Breslau, Coburg, Darm- stadt, Dresden, Frankfurt a. M., Gratz, Hamburg, Leipzig, München, Nienburg, Nürnberg, Offenbach, Stuttgart, Weimar(als Vorort für die nächsten fünf Jahre gewählt), Wien.

An eine derselben wollen die Beiträge für die Stiftung eingesandt werden.

DRESDEN, den 10. October 1859.

Die constitnirende Versammlung der Yentschen Schiller-Stiktung.

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