Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
733
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von 1813.

ſein beginnt, Stimmung der 813 und 1814 mert, muthlos, Inzahl einen ge⸗ en dennoch Na⸗ ls ſeine größten c ſelbſt gefähr⸗ die Gefahr hatte gewiſſe Unab⸗ ſchon zu Ende en es ihm noch daß ſie ſämmt⸗ oren ſein wür⸗ er mit Gütern leßen zu laſſen, re Unzufrieden⸗ gslos, daß alle erſchöpft ſeien. von der Armee, nd Cambacérès, ar krank; Caul⸗ n, welche keinen d nur die ſcht⸗ it war. Gegen ſerlichen gegel⸗

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über zu ſein pflegt, hatte er das Verlangen ausgeſprochen, ſich von der Regierung zurückzuziehen, um ſein Leben in Ruhe und Frömmigkeit zu beſchließen. Andre hochgeſtellte Perſonen, die weniger reſignirt waren, hatten ihren Un⸗ muth offener kund gegeben. Ney, ſagte man, hatte ſich heftige Worte entſchlüpfen laſſen; Marmont hatte eine alte Vertraulichkeit genützt, einige Rathſchläge zu wagen; Mac⸗ donald hatte ſeine Meinung mit einem Gemiſch von Fein⸗ heit und etwas roher Natürlichkeit ausgeſprochen; Herr de Caulaincourt hatte die ſeinige mit ſeinem gewohnten Muthe und einer Art reſpectvollen Stolzes wiederholt geäußert. In Aller Mund war nur das Wort Friede. Die Kaiſerin endlich, die keine Meinung ausſprach, weil ſie nicht wußte, auf weſſen Seite Unrecht oder Recht war, hatte ſich auf Weinen beſchränkt. Sie war angſterfüllt für ſich ſelber, für ihren Sohn, ſelbſt für Napoleon, den ſie damals liebte, wie eine junge Frau den einzigen Mann liebt, den ſie ken⸗ nen gelernt hat.

Dieſer Gedanke des Friedens, der ihn wie ein bitterer Vorwurf verfolgte, beläſtigte Napoleon um ſo mehr, als er, nachdem er den Frieden nicht gewollt, während es von ihm abhing ihn zu erhalten, gegenwärtig fühlte, daß er ihn, ſelbſt wenn er ihn wollte, nicht erhalten würde, und daß dieſer lange Zeit von ihm zurückgewieſene Friede nun ſeinerſeits vor ihm fliehen werde, wenn er ihm nachjagen wollte; ſeltſame und verhängnißvolle Rache der Dinge dieſer Welt! Europa hatte die Wiederaufnahme der Unter⸗ handlungen ſicherlich mit Aufrichtigkeit angeboten, allein man konnte dieſe Aufrichtigkeit Europa's bezweifeln, wenn man nicht im Geheimniſſe ſeines Rathes war, und übrigens mußte man für wahrſcheinlich halten, daß es nicht bei einem ſolchen Anerbieten beharren werde, ſobald ihm unſre Schwäche, die nicht lange verborgen bleiben konnte, endlich bekannt werden würde. Napoleon glaubte daher nur ſehr wenig an die Möglichkeit eines annehmbaren Friedens, er⸗ wartete ihn vielmehr nur von einem letzten erbitterten Kampfe,

Dritte

folge.

mochte derſelbe auf oder dieſſeit der Grenze beſtanden wer⸗ den, und richtete an alle ſeine geheimen oder offenen Tadler folgende Antworten: Es iſt leicht, ſagte er zu ihnen, vom Frieden zu ſprechen, aber es iſt nicht ebenſo leicht, ihn zu ſchließen. Europa ſcheint ihn uns anzubieten, aber es will ihn nicht aufrichtig. Es hat die Hoffnung gefaßt, uns zu vernichten, und nachdem es dieſe Hoffnung einmal gefaßt, wird es ihr nicht anders entſagen, als wenn wir ihm die Unmöglichkeit der Erfüllung fühlbar machen. Ihr glaubt, wir würden es entwaffnen, indem wir uns vor ihm demüthigen; ihr täuſcht euch. Je willfähriger ihr euch zeigt, um ſo begehrlicher wird es ſein und von Forderungen zu Forderungen wird es euch zu Friedensbedingungen führen, die ihr nicht mehr zu genehmigen vermögt. Es bietet euch die Linie des Rheins und der Alpen und ſogar noch einen Theil Piemonts. Das ſind ſicherlich recht ſchöne Bedingungen; wenn ihr euch aber dazu bereit zeigt, wird es euch bald eure Grenzen von 1790 vorſchlagen. Nun wohl, kann ich dieſelben annehmen, ich, der ich von der Republik die natürlichen Grenzen empfangen habe? Viel⸗ leicht hat es einen Augenblick gegeben, wo wir uns hätten gemäßigter zeigen ſollen; auf dem Punkte aber, wo nun die Sachen ſtehen, würde eine zu offenbare Nachgiebigkeit von unſerer Seite ein Geſtändniß unſerer Bedrängniß ſein, welches den Frieden mehr entfernen als nähern würde. Wir müſſen noch einmal kämpfen, wie Verzweifelte kämpfen, und wenn wir Sieger ſind, dann haben wir uns ohne allen Zweifel zu beeilen, Frieden zu ſchließen, und in dieſem Falle werde ich mich, ſeid deß verſichert, aufs Eifrigſte dazu bereit zeigen.

Leider ward von Minute zu Minute richtiger, was Napoleon ſagte, denn das allmählich von unſerer Schwäche unterrichtete Europa ſollte ſich vorausſichtlich bald zu keiner Conceſſion mehr verſtehen, und um den Frieden zu er⸗

laugen, mußte man ihm denſelben abzwingen. Aber nach⸗ dem man Napoleon zu leicht geglaubt, während er die

Dans les courses qu' à pied me prescrit l'hygiène, Mes pas n'ont pas besoin qu' un baton les soutienne. D) un fossé de cinq pieds ma prestesse se rit,

Et düt certain Zoile en creper de dépit,

Les vers que fait jaillir ma verve octogénaire,

Au public qui m'entend n'ont pas l'air de déplaire.

Es iſt öfters der Fall, wenn ein Mann oder eine Dame ſo friſch und munter wie Viennet ein hohes Alter erreicht haben, daß dann die Koketterie ſich gleichſam umwandelt und daß man ſich dann aus Eigenliebe älter macht, als man wirklich iſt, wie man ſich früher zu verjüngen ſuchte. Man könnte ſich daber leicht perſucht fühlen, Viennet habe ſeinem wirklichen Alter einige Jahre binzugefügt, um für einen achtzigjährigen Greis zu geltendoch

dem iſt nicht ſo, im Gegentheil hat er ſich noch etwas verjüngt, denn da Jean Pons Guillaume Viennet im Jahr 1777 am

18. Nov. in Beziers geboren iſt, ſo tritt er in drei Monaten be⸗ reits in ſein dreiundachtzigſtes Lebensjahr. Er ſelbſt deutet das in ſeiner Epiſtel in den Worten an:

Si j'en crois l'extrait signé par mon curé,

Voltaire, quand je vins, n'était pas enterré.

Nun weiß man aber in Frankreich recht gut, daß Voltaire

m 30. Mai 1778 geſtorben iſt, woraus ſich alſo ergab, daß Jiennet jetzt in ſeinem 82. Lebensjahre ſteben muß. Uebrigens

hatte, nicht ganz mit Stillſchweigen übergeht, dabei aber hervor⸗ hebt, daß er ſich nie an einem Complot betheiligt und nie etwas während ſeines langen Lebens gethan habe, was ihm nicht von ſeinem Gewiſſen geboten worden ſei. Es mag in Frankreich ſicher nicht viel politiſche Perſonen geben, welche wie Viennet von

dat Viennet auch bereits früher eine Selbſtbiographie in Proſa von

ſich veröffentlicht, die eine treffliche Ergänzung zu dieſer neuen Ziographie in Verſen bildet, in welcher letztern er die verſchie⸗ denen Phaſen ſeines Lebens als Officier, als Publiciſt im Jour-

dal de Paris, als Deputirter und zuletzt als Pair kurz erwähnt, Weigerung.

die Angriffe, die er als Pair von der Tagespreſſe zu erleiden

ſich ſagen können: J'ai vu dans quarante ans de changements sinistres Passer dans nos palais cent quatorze ministres, Sur la terre avec moi trente-deux sont restés: Ils diront si ma voix jamais les a flattés. Peu jaloux des faveurs que d'un peuple en démence Obtenaient, aux dépens du trône et de la France, Les frondeurs éternels des hommes du pouvoir, J'ai su les soutenir sans trahir mon devoir. Ceux méme que j'aimais d'une amitié sincère, N'avaient point en secret de censeur plus sevère, Et je pris à la cour le réôle peu commun D'un prophète inquiet et souvent importun. Die Uneigennützigkeit, auf welche der Dichter ſich ſo ſtolz zeigt, iſt bei ihm eine Familientugend. Sein Vater, der Mit⸗ glied des Convents war, wurde als früherer Cavallerieoffigier zum Commiſſär ernannt, um die Remonte der vierzehn Anflten der Republik zu überwachen. Sein College in dieſer Stellung, Lapparent, war eben ſo rechtſchaffen wie er. Ein Lieferant bot ihnen 1,400,000 Franken unter der Bedingung an, daß ſie den Empfang von 40,000 Pferden ohne Prüfung derſelben unter⸗ zeichneten. Die Antwort der beiden Commiſſäre war eine ſtrenge

Der Lieferant denuncirte ſie alsdann, als hätten ſie der

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