Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
706
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Novellen⸗Zeitung.

ALBL

2 A³R

Emannel Geibel.

Indiſche Weisheit.

Der Ganges rauſcht; vernimm im Abendroth Die Lehre von der Wandlung nach dem Tod

Was iſt, das iſt von Anfang her geweſen Und wird im Tod zu neuem Sein geneſen.

Der Inhalt bleibt, doch wechſelt fort und fort Die Signatur nach ew'ger Satzung Wort.

Woran dein Herz zuletzt gedacht auf Erden, Darein wirſt ſterbend du verwandelt werden.

Trifft dich, o Jäger, noch voll Mordbegier

Der Tod: den Wald durchſchweifſt du als ein Thier.

Warſt du vertieft der Schöpfung Lied zu lauſchen,

Als Blume wirſt du blüh'n, als Welle rauſchen.

Und ſo dein Gold dir zwang den dumpfen Sinn,

Zum Erz in Bergesſchacht fährſt du dahin.

Wohl faßt vor ſolchem Schickſal dich ein Beben, Doch ſteht's bei dir, ins reinſte Licht zu ſtreben.

Gedenk an Gott zur Stunde, da der Pfeil Des

Ein Tropfen, licht ins Meer zurück geſunken, Spielend in ſeiner Gluth ein reiner Funken.

Doch dies erwäge: Jählings kommt der Tod, Und Keiner ſagt dir, wo und wann er droht.

So ſei, daß er nicht überraſcht dich fälle, Dein Auge ſtets gekehrt zur ewegen Helle,

Und deines Weſens Blüthe todbereit In Gott verſenkt zu jeder Stund' und Zeit.

Ich fuhr von Sanct Goar Den grünen Rhein zu Berge, Ein Greis im Silberhaar War meines Nachens Ferge.

Wir plauderten nicht viel, Die Felſen ſah ich gleiten Dahin im Wellenſpiel

Und dachte vor'ger Zeiten.

Und als wir an der Pfalz Bei Caub vorüber waren, Kam hellen Liederſchalls Ein Schiff zu Thal gefahren.

Ins weiße Segel ſchien

Der Abend, daß es glühte; Studenten ſaßen dirin,

Mit Laub umkränzt die Hüte.

Was Ihr wollt. 5. und 6. Bändchen, enthaltend:

es Todes ſchwirrt, und du wirſt ſein ein Theil,

Da ging von Hand zu Hand

Der Kelch von grünem Glaſte, Das ſchönſte Mägdlein ſtand

Im gold'nen Haar am Maſte.

Sie ſtreute Roſen rotb Hinunter in die Wogen Und grüßte, wie im Boot Wir ſacht vorüberzogen.

Und horch! nun unterſchied Das Singen ich der Andern, Da war's mein eigen Lied; Ich ſang es einſt vom Wandern.

Ich ſang's vor manchem Jahr, Berauſcht vom Maienſcheine, Da ich gleich Jenen war Student zu Bonn am Rheine.

Wie ſeltſam traf's das Ohr Mir jetzt aus fremdem Munde, Ein Heimweh zuckt' empor

In meines Herzens Grunde.

Ich lauſchte, bis der Klang Zerfloß in Windesweben,

Doch ſah ich d'rauf noch lang' Das Schiff noch glänzend ſchweben.

Es zog dahin, dahin

Still ſaß ich, rückwärts lugend; Mir war's, als führe d'rin

Von dannen meine Jugend.

Romanze.

Die mit dem Reiz der braunen Glieder Im Tanz bezaubert jeden Sinn,

Sie ſchlägt das Tamburin nicht wieder, Flamenca, die Zigeunerin.

Sie trug das Haar im Purpurnetze, Den blanken Fuß im Seidenſchuh, Nun deckt der ſchattigſte der Plätze Den Schlaf des ſchönen Wildlings zu.

O raſtet nicht am Maulbeerſtamme, Ihr Knaben, ſeid auf eurer Hut,

Es ſpielt im Dunkeln eine Flamme Empor vom Boden, wo ſie ruht.

Und oft beim Duft der Nachtviole, Sagt man, daß ſie den Raſen ſprengt

Und mit langſamem Blick zur Kohle Dem, der ſie ſchaut, das Herz verſengt.

Proben neuerer deutſcher Lyrik. Göttingen, Georg H. Wigand. 1858.

[V. Jahrg. N.

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