Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
685
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verſchüchterte die bedachtſamſten Generale und Miniſter der Coalition. Was gab es übrigens weiter zu erſtreben, nachdem man Napoleon aus Deutſchland verrcieben hatte? Mußte man nach einem unerwarteten Triumphe das Glück aufs Neue verſuchen, vielleicht bei einem verwegenen Unter⸗ nehmen ſcheitern, ſich über den Rhein zurückwerfen laſſen, weil man es nicht verſtanden, an demſelben Halt zu machen, von Stund' an Napoleon zu übertriebeneren Forderungen denn je ſtimmen, Prätenſionen in ihm erwecken, die nahe daran waren völlig einzuſchlummern, und ſich zu einem Kriege ohne Ende verurtheilen, weil man es ebenſowenig wie Napoleon ſeinerſeits zu Prag verſtanden hatte, recht⸗ zeitig Frieden zu ſchließen? Und war denn am Ende der Krieg nicht blutig geweſen? Alle europäiſchen Armeen trugen an ihren Leibern große und blutende Wunden, welche bezeugten, was ihnen nicht bloß Moskau, nicht bloß Lützen, Bautzen und Dresden, wo ſie beſiegt worden, ſon⸗ dern auch die Katzbach, Großbeeren, Kulm, Dennewitz, Leipzig gekoſtet hatten, wo ſie ſiegreich geweſen waren! Wenn man die Preußen ausnimmt, bei denen eine gewiſſe nationale Wuth, angeſtachelt durch den Einfluß der gehei⸗ men Geſellſchaften, herrſchte, ſo war das Verlangen nach dem Frieden unter den Militärs aller Nationen allgemein. Obwohl ſehr brav und ſehr ſtolz auf ihre Erfolge, hatten die ruſſiſchen Militärs doch an der Oder Halt machen wollen; ſie wünſchten es noch weit mehr am Rheine und meinten, es ſei genug, fechtend von Moskau bis Mainz ge⸗ kommen zu ſein, und weiter hinaus gebe es für ſie nichts zu thun. Die Oeſterreicher, die ſich ſeit zweiundzwanzig Jahren ſchlugen, die den Sieger von Marengo, Auſterlitz und Wagram aus Oeſterreich und Deutſchland zurückge⸗ worfen hatten, im höchſten Grade das Bedürfniß der Ruhe empfanden, in der Verlängerung des Krieges aber nur eine Genugthuung für den Haß der Preußen, eine Steigerung des Einfluſſes für die Ruſſen und Engländer, ſowie viel⸗ leicht Chancen einer Niederlage für Alle erblickten, die

Dritte Folge.

Oeſterreicher waren ſtark zu einem Frieden geneigt, welcher diesmal dauerhaft werden zu ſollen ſchien. An der Spitze dieſer Militärs zeigte ſich der Fürſt von Schwarzenberg, den das heftige Weſen der Preußen, die affectirte Supre⸗ matie der Ruſſen und der Eigenſinn der Engländer be⸗ läſtigte, ſehr eingenommen für den Frieden, und im Lager der Verbündeten ward ſeine überlegene Einſicht von Nie⸗ mand in Zweifel gezogen. Und, ſeltſam genugl! ſelbſt der berühmte engliſche General Lord Wellington, der Erſte, der in Europa Napoleon's Macht im Schach gehalten hatte und deſſen durch die Entfernung geſteigerter Ruf fortwährend im Zunehmen geblieben war, ſchien gleichfalls zu zögern, indem er ſich den furchtbaren Grenzen Frank⸗ reichs näherte. Gleichwohl konnte man ihm nicht Schüch⸗ ternheit zum Vorwurf machen, denn in den Jahren 1810 und 1811 war er allein auf dem Continente in Waffen geblieben, indem er jeden Augenblick Gefahr lief, von den franzöſiſchen Armeen in den Ocean geworfen zu werden. Hatte Lord Wellington doch ſelbſt nach der vor unſern Thoren gelieferten entſcheidenden Schlacht von Vittoria keinen Schritt gethan, vielmehr trotz der Mahnungen ſeiner Regierung erklärt, es bedürfe ernſtlicher Erwägung, bevor man den brennenden Boden Frankreichs zu berühren wage! Ach, dieſe Feinde, die uns ſo oft verkannt hatten und die uns noch ſo oft verkennen ſollten, ſchmeichelten uns damals! Sie wußten nicht, daß die Quelle unſerer Kräfte durch einen langen Mißbrauch beinahe verſiecht war, daß der Ueberdruß an einem langen Despotismus, der Unwille über einen ungezügelten Ehrgeiz Frankreich dahin gebracht hatte, ſich von ſeiner Regierung zu iſoliren und den Krieg vielmehr gegen die letztere als gegen ſich ſelbſt geführt zu betrachten. Dieſer Irrthum unſerer Feinde konnte ſich nicht dauernd erhalten, aber er war jetzt allgemein und ſie erwieſen uns die Ehre, bei dem Gedanken an Beſchreitung unſers Bodens zu zittern.

Dieſe Stimmung für den Frieden, die man unter den

Director ſprach ihn mit einer leiſen Stimme aus und gerade in dem Augenblick, als der Diener die Zimmerthür mit Geräuſch öffnete und meldete, daß das Frühſtück angerichtet ſei.

Man ſetzte ſich zu Tiſche. Frühſtücks nicht auf zu ſprechen und von ſich ſelbſt zu ſprechen. Ich habe bis jetzt noch nichts als ſchlechte Romane geſchrieben, ſagte kr.Die hundert Bände, welche meine verſchiedenen Pſeu⸗ donyme führen, ſind, ich geſtehe es, unförmliche Verſuche. Die Berühmtheit, das Inſtitut und vorzüglich der Reichthum erwarten mich indeſſen und werden ihre Gunſt von dem Tage an über mich ausſchütten, wo ich mich ſtark genug fühlen werde, um meine Werke unter meinem wirklichen Namen erſcheinen zu laſſen. Nun, dieſer Tag ſteht nahe bevor!

Nachdem er dieſe Theſis feſtgeſetzt hatte, erging er ſich in den glänzendſten und unmöglichſten Träumen, baute Luftſchlöſſer von Gold und Diamanten und überließ ſich eben ſo beluſtigenden wie abgeſchmackten Utopien. 5

Herr de Saunidres ſprach im Gegentbeil während des Mahls nur wenige Worte, that dies indeſſen aber immer mit eben ſoviel Zurückhaltung wie Geiſt.

Waäährend man den Kaffee ſervirte, neigte ſich Esquirol zu mir und ſagte mir ins Ohr:

Mein Lieber, Sie haben eben mit einem Narren und einem Manne von Genie gefrübſtückt; welcher iſt der Narr? Mein Gott! Da bedarf es keines langen Nachdenkens, Herr Honoré iſt es.

drückte ein Lächeln. Und Herr de Saunières?*

Herr Honoré hörte während des

vnor dS.= 1. ringert. Esquirol biß ſeine Lippen ſpöttiſch zuſammen und unter⸗

Ich halte ihn für einen vollendeten Edelmann, und ſoviel ich nach dem Wenigen, was er geſprochen hat, urtheilen kann, für einen ſehr hellen, ernſten Geiſt.

Herr Honoré de Balzac iſt ein junger Schriftſteller von einer ſehr großen Zukunft, was ſich aus den Scènes de la vie privée ergibt, die er in einigen Tagen in der Revue des Deux Mondes veröffentlichen wird. Was den Herrn Saunieres betrifft, ſo bewohnt derſelbe ſeit fünfzehn Jahren das Irrenhaus in Charen⸗ ton als Penſionär, d. h. als Geiſteskranker; er hält ſich für Gott den Vater!....

Sagen Sie mir jetzt nun, welche Schattirung trennt die Geiſteszerrüttung von dem Genie, und welches ſind die patholo⸗ giſchen Zeichen der Narrheit? C.

Literatur.

Böhmiſche Nationaltänze. Culturſtudie von Alfred Waldau. Prag, Dominikus 1859.

Ohne über den Tanz etwas Allgemeines zu ſagen oder über⸗ haupt auf wiſſenſchaftlichen Fond Anſpruch zu machen, verbreitet ſich der Verfaſſer recht dankenswerth über die theils mehr und mehr verloren gegangenen, theils noch exiſtirenden Tänze der Böhmen. Dieſes Land iſt noch reich an dieſem harmloſen Ver⸗ gnügen, während es ſich in andern Gegenden mehr und mehr ver⸗

Viele Prieſter Oeſterreichs gehen von dem mißverſtanden ſtrengen Satze aus, es ſei ſündhaft zu tanzen nach den Pfeifen der Luſt, und ſo iſt denn z. B. in Tyrol dieſes an ſich unſchuldige