Nr. 40.] Drilte folge. 639
der Natur,— nit den lie
V Das war Euch ein langer, ſchnurriger Zug,
uUund Bohnen von allen Sorten
Daurchſchnüffeln in neubegierigem Flug
I Die Kammer an allen Orten.
9 gedicht von Otto Roquette. ie verherrlich——
§ Grab ſenke. Se
ünen Bäune, Der Bohnenkönig).
die M
8 eer Dreikönigsabend war lange vorbei.
nieni ricn Sie hatten nach alter Sitte 1
nthſil 43 Sich fröhlich geſellt in bunter Reih,
edhafe 1 Einen Kuchen in ihrer Mitte. 2 l Ble Wer die Bohne fänd' in ſeinem Stück,
Die einen weiß und die andern bunt, Die einen lang, die andern rund, Die blühenden Bohnenmamſellen Mit ihren durchtriebnen Geſellen.
Und der Bohnenkönig ſteht verzückt
einmal aus⸗ en durfte, hat
lſangen ſauft Der ſei König im Kreis, und dem lache das Glück! Vor dem Lager der träumenden Holden,“ tröſtend und Und ſieh, in dem Bohnenorden Und zieht einen Kreis, der den Traum entrückt, prend man die end ſieh, Mit ſeinem Scepter golden drend man die War Gretchen Königin worden.. 1 5 te. Ach wärſt du, ruft er, nicht gar ſo groß, frau mi ſ Hofſt So wüßt i ir ein buͤſtliches Loas! rau mit dem Nun drängten ſich Alle zum Hofſtaat hin, S wüßt ich mir wohl ein köſtliches Loos! ter die lbſt Der ſchönen Fürſtin zu dienen,“ Ach nwir iſß uicht gar ſo lleide, ! Sanft ruhe Da wählt ſich Marſchälle die Königin So würdeſt du heut' noch die Meine! ut ſo edle un⸗ Und Diener mit fröhlichen Mienen. V 8. 1 6 Schön Gretchen bewegt ſich aus tiefem Tr Daſein lange Doch wer wird König an ihrer Seit'? Sehinns als ſäh eihenas iefem Traum, nen und un⸗ Ein Jeder war zu dem Amte bereit, Die 1ie, enn r der d dler Nau V Doch, wie auch die Baſen gepredigt, Die winzig mein in der Kamneer hf —..=f. die Eſfeh erledt Rings klettern, huſchen und ſchalten. Zewunderung Die Stelle, die blieb erledigt.. 7„ der Dichterin V Und der König ſpricht: Nun ſag' mir an, 8 chte 3. 5 1 Jetzt war es im blühenden lachenden Mai. V Du biſt jetzt in meinem Zauberbann,
Die Bohnen blühten im Garten, Meine Macht muß ich benützen, gewähtt Die einen auf Beeten in langer Reih', Wit ſoll ich vor euch mich ſchützen? Die andern des Schattens zu warten.. 4
Sie nennen dich: Bohnenkönigin!
dienten Lobes
5 Die deckten die Laube zu kühliger Statt 3 9 h meine Hand Wit Schar G 5 d ſ ht d„ Wie ſind deine Reiche geheißen? ſen“ winden Mit Scharlachblüthen und ſchattigem Blatt, den ahnenft jch ſalber bi 7 1. 3 1.. 2— F Joh 5 ch ſelber b Und drinnen ſaß Gretchen ſo gerne, Giulgd nen n9— 1 t in,. ..— lr- M cht e Te 6 5 ſe Gopen Und dacht' in die weite Ferne. illſ du neir die Macyt entreißen hie Verena. Denn du biſt groß und ich bin klein, e Da lebte nun in dem Geranke grün Drum muß auf meiner Hut ich ſein,
Laß einen Vertrag uns bereden,
In Sommernächten ein König, 1 Einander nicht zu befehden!
Dem war, ſo lange die Bohnen blühn,
Ein winziges Völkchen fröhnig. S. I er. Das ſchaffte vom Abend zum Morgenſtern Schön Gretchen lallt, noch ſchlafbeſchwert: 4 J9 8 Mohl weiß ich ein Reich der W e 433 — Und wirkte den Hülſen gedeihlichen Kern. Wohl weiß ich ein Reich der Wonnen, Der Bohnenkönig, der echte Das deine laß ich dir unverſehrt, 3 5. Weei⸗ ein Streit ſei mit dir begonnen! i achört. Er Der war's mit ſeinem Geſchlechte. Kein Streit ſei mit dir begonnen 1 v ge au be⸗ G Im Herzen des fernen Geliebten mein ohne es zu bee. 11 2 30„ 6 2 ds dennoh imt Und es hört der König mit ſtaunendem Sinn Da will ich allmächtige Königin ſein, Und kann ich ſo glücklich werden,
Von ſeinen Dienern und Troſſen,
1 Schön Gretchen ſei Bohnenkönigin dd ahr be Geheißen von ihren Genoſſen. dianden ding Und er denkt: In der nächſten Mitternacht, välen, ſo wuingt Wenn der Vollmond ſteigt in goldner Pracht, enſeltfihigit Und die Blüthen duften im Thauen,
Will ich mir die Holde beſchauen!
2 Verlang' ich ſonſt nichts auf Erden! dDu gibſt ihn Sie murmelt noch einen Namen leis— Der Bohnenkönig der lauſchet.
Doch horch, was hat da verſtohlnerweis Vor dem offnen Fenſter gerauſchet? Und es fliegt herein eine duftende Laſt, Schön Gretchen ſchläft auf dem weichen Pfühl, Den König erdrückt und erſtickt ſie faſt,
ſeßten, Uner⸗ ichbaren Schah
—
4 d 1 Heiſt an und 1 1 t 2,
rſ Liht Und träumt in ſeligem Hoffen, Die Diener können’s kaum zwingen, In die Kammer wehen die Lüfte kühl, Ihn wieder hervor zu bringen. Den 0„ließ ſie offe„— 2
lehrt und dich Da dedes Fenſter ließ ſie len d Kron⸗ Und der Bohnenkönig den Scepter ſchwingt,
2 ſt9 Te Sc To 5„„„—„
a! Im ern Der Mah berein mit m e 2 ad Und flugs über Tiſch' und Stühle
denn der gehl, hnenkönig, und ſchlägt ſeinen Thron Sinſtolpert und holpert und purzelt und ſpringt
Lei 3. 4
— Vee Und als ſchön Gretchen vom Schlafe erwacht, Die Morgenſonn' in die Kammer lacht, 3 Durch's Fenſter nicken und ſchwanken
In thauiger Friſche die Ranken.
b) Aus;„Gedichte von Otto Roquette. Des Lieder⸗ V buchee zweite, durchaus veränderte und vermehrte Auflage.— tuttgart, J. G. Cotta'ſcher Verlag. 1859.“


