Novellen⸗Zeitung.
ALBMIM.
Die Hohenſtaufen.
Des Vaters Sendung.
Der Hauch der Nacht hielt noch das Thal umfangen; Im Sommer war's, zu frühſter Morgenzeit; Dicht war der Staufen mit Gewölk umhangen, Weit um die Wälder lag ihr Nebelkleid: Da ſah zwei Wandrer man ſchon aufwärts ſteigen; Der Eine ſteigt in Alters ruh'gem Schritt, Das greiſe Haupt beugt ſich mit leiſem Neigen; Der Andre keck, mit rüſt'ger Jugend Tritt; Doch haben Beide nicht ein Wort geſprochen, Nur ihre Herzen hört der Morgen pochen.
Der Alte, ſieht man, zählt zum Ritterſtand, An ſeiner Seite blinkt ein wucht'ges Schwert; Es trägt der Jüngling nur ein Jagdgewand Und für ein Waidwerk iſt ſein Arm bewehrt. Die breite Stirn des Alten iſt zerhaun, Sein Auge glüht, umweht von weißen Haaren; Sein Antlitz ſpricht aus narbenvollem Braun Von großen Dingen, die er tief erfahren; Wenn er das Antlitz hellen Blicks erhebt, Sieht man den Mann, der niemals hat gebebt.
Auf ſaft'gem Waldgrund eine junge Eiche,
In allen Faſern friſch und kerngeſund:
So iſt der Jüngling, und das blonde, reiche,
Gelockte Haar weht um den trotz'gen Mund.
Das kühne, treue, blaue Auge fliegt
Dem Berghaupt zu, das ſie nun bald erſtiegen;
Auf ſeiner Stirne hohem Glanz ſich wiegt
Der Aar des Ruhms und träumt von künft’gen Siegen. Es iſt der Sohn des Vaters neues Leben, Auch Er ein Mann. Auch Er wird niemals beben.
Nun halten Beide auf des Berges Kamm Und ſchauen ſchweigend in die Tiefe nieder, Wo Alles noch in weißem Nebel ſchwamm, Und Wolken flohn mit rieſigem Gefieder. Es löſt der Alte aus dem Gurt das Schwert, Und in die Hüfte ſtützt er's mit der Linken; Er hat zum Jüngling ſchweigend ſich gekehrt,— Und als die Blicke prüfend auf ihn ſinken, Wird hell und friſch das alte Angeſicht, Und warm und ſicher er zum Jüngling ſpricht:
„Mein theurer Sohn, nicht groß iſt dein Geſchlecht, Wir ſind nur einfach ſchlichte Edelleute, Doch iſt es alt, war immer treu und echt, Niemals lebendig eines Feindes Beute. Den Namen Büren kennt man weit und breit, Wo irgend nur des Reiches Feinde waren; Ich ſelber trug ihn manche ſchwere Zeit Mit gutem Klang voran manch' wackern Schaaren: Polen und Ungarn, Italiener, Franken Sah ich im Sattel vor dem Schwaben wanken.
Doch jeden Hieb und jeden Stoß und Strauß Führt' ich, wie ſchon mein erſter Ahne,
Nur für das edle deutſche Kaiſerhaus,
Nur für des Reiches heil'ge Ehrenfahne.
Die Hohenſtaufen. Ein Epos in ſechs Geſängen.
Ein deutſcher Ritter lebt' ich treu dahin,
Auch konnt' und wollt' ich keine Schätze werben;
Doch Eines trug ich hoch und kühn im Sinn:
Den höchſten Ruhm und Glanz für meinen Erben! Des alten Hauſes treue, ſtille Ehren
Sollſt Du, mein Friedrich, groß und fürſtlich mehren.“
Die letzten Worte rauſchten weit ins Land;
Der Alte ſchwieg, doch reckt' er ſich empor,
Und wie ein Patriarchenheros ſtand
Er auf dem Berg, da riß den Nebelflor
Der erſte Strahl der Sonne auseinander,
Der fernen Berge Häupter glüh'n wie Brander,
Der hohe Staufen leuchtet wie ein Thron,
Drauf hell umſtrahlt der Vater mit dem Sohn. Doch ob der fernſten Höhen Nebelrücken Sieht man ſchon dräuend heiße Wetter zücken.
„Ein Zeichen iſt's, von Gott mir zugeſendet!“ Ertönet laut des Vaters Stimme wieder; Jetzt hat er ruhig ſich zum Sohn gewendet Und ſpricht:„Mein Sohn! Geliebter! kniee nieder; Hier auf dem Staufen, der mit Stolz getragen Der Büren Schloß, vom Sachſen⸗Feind zerſtört, Will ich Dich ſelbſt zum deutſchen Ritter ſchlagen; Hier, wo nur Gott uns Beide ſieht und hört, Sei auch Dein Herz, Dein edles, dran entzündet, Was mir die Heil'gen einſt im Traum verkündet: „„O preiſe Gott für den erkor'nen Sohn! Du haſt in ihm erhab'ner Zukunft Pfand. Es gründet Friedrich einen Kaiſerthron Zu Ruhm und Segen für das deutſche Land. Wo Deiner Veſte morſche Trümmer ſtehn, Wird er ein herrliches Geſchlecht erzeugen; Wird einſt des Reiches heil'ge Fahne wehn, Vor der ſich Kön'ge, Völker werden beugen. Auf jener Stelle ſollſt Du neu ihn taufen, Und ſollſt ihn nennen: Ritter Hohenſtaufen!““
So hab' im Traum durch Gott ich es vernommen,
Im Vaterherzen lang und treu bewahrt,
Bis heute, wo Dein Feiertag gekommen,
Wo Du nach alter, guter Ritterart
Empfangen darfſt des Jünglings höchſte Weihe;
Von mir gelöſt aus Deiner Jugend Bann
Dich ſtellen darfſt in unſre Männer⸗Reihe,
Für Gott und Reich ein deutſcher Rittersmann. Und ſo empfang' aus Deines Vaters Hand
Den Schlag, dies Schwert, als hoher Würde Pfand!“
Der Jüngling kniet, in Demuth hingeſunken,
Auf Stirn und Annlitz heil'ger Weihe Gluth;
In ſtolzen Träumen ſelig, wonnetrunken,
Im blauen Aug' des Helden klarer Muth.
Ob ſeinem Haupte ſchwebt ein mächt ger Aar,
Die Wälder brauſen, Glockenklang erſchallt;
Die Gluth der Sonne hat ihn wunderbar
Mit Diadem und Purpurkleid umwallt, Und wie ein Scepter durch die Lande, blinkt Des Vaters Schwert, das er begeiſtert ſchwingt.
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Hildburghauſen, Verlag des Bibliographiſchen Inſtituts. 1859.
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