Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
613
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Nr. 39.)

det, trat von zwei andern Männern begleitet aus dem Ge⸗ büſch, und ſtellte ſich trennend zwiſchen die beiden erhitzten Quartaner, die ſich eben in die blonden Locken geriethen. Ei, ei, fuhr er fort,wer wird wohl der Natur an⸗ muthigen Luſtgarten durch Streit und Kampf entweihen?

Der Herr Rector! Der Herr Rector! ging es von Mund zu Mund.

Das hat wirklich Mühe gekoſtet! ſagte der Rector Rollenhagen.Magiſter Aaron Burckhart, Ihr habt auch einen Fetzen Eures Gewandes im Gezweig hängen laſſen. A... 27

Mit Wohlgefallen ſtreifte das Auge des alten Ge⸗ lehrten über die lebendige Schaar der Söhne(der Mann an ſeiner Linken war Gabriel, ſein Aelteſter, ein wackerer junger Theologe, und unter den Schülern befanden ſich David und Caspar, die beiden Jüngſten) und Zöglinge, welche auf der ſonnig⸗ſchattigen Waldlichtung mit ihren im Laufe des Nachmittags erbeuteten Naturſchätzen ihn umgaben und umjubelten.

Heda, Geſindel! rief er, mit dem Sacktüchlein

winkend, um ſich für einen Augenblick Ruhe zu verſchaffen: Heda, discipuli, ſind Alle beiſammen, Hunde und Ge⸗ lehrte? Ein allgemeines luſtiges Ja und Gebell ant⸗ worteten ihm. Nun denn, die Sonne ſinkt; ſo wollen wir uns unter Gottes Schutz auf den Heimweg machen. Ordnet die Reihen, und ſtimmet einen luſtigen Wald⸗ und Lobgeſang an. den Schritt angeben; darauf die Principes, die Mittel⸗ ſorte; zuletzt die Triarier der Legion, nach Heeresgebrauch und Gewohnheit! Ach ſo, die Hunde als leichte Reiterei auf den Flügeln, als Kundſchafter vor und als Nachtrab binterher! Vorwärts, signa canunt!

Allgemeines Gelächter der berühmten Schule zu Magdeburg begrüßte dieſe Anordnung, und ſchon während

Vorauf die Haſtati, die kleinen Bürſchlein, daß ſie

(man ihr fröhlich nachkam, ſtimmten einige Kehlen ein Wander⸗ und Schullied an. Als ſich aber der Zug ge⸗ bildet hatte und aus dem Walde herauszog auf die große Landſtraße, ertönte es im vollen Chor:

Der Winter iſt vergangen, Jubilate!

Die grünen Felder prangen, Jubilate!

Ihr Schüler von den Bänken,

Ihr ſollt des Mai's gedenken!

Jubilate! Jubilate!

Auf Gottes Weg und Stegen, Jubilate!* Dem Maien friſch entgegen, Jubilate! Zum grünen Wald voll Gnaden Hat er Euch eingeladen! Jubilate! Jubilate!

Grüne Zweiglein auf den Kappen, Jubilate!

Seind Zeichen Euch und Wappen, Jubilate!

Geſchmücket ſo auf's Beſte

Seid Ihr zum Maienfeſte. Jubilate! Jubilate!

Herr Mai, Herr Mai, wir grüßen, Jubilate!...

Das Uebrige machte die Ferne unverſtändlich, und nur das mit aller Kraft friſcher Scholarenkehlen hervorgejubelte Jubilate! drang noch vernehmbar zu den Ohren des alten Rectors, der mit ſeinen beiden älteſten Söhnen und dem Magiſter Burckhart eine Zeitlang am Waldrande zurück⸗ blieb, dem Zuge der Schüler nach und in die heitere Abendlandſchaft hinausſchauend.

Das war wieder einmal ein anmuthiger und nütz⸗ licher Tag! ſagte er, ſich zu ſeinen Begleitern wendend.

Die Rofahrt beginnt im Galopp; zur Beförderung deſſelben wird von den Führern geſchrieen, gepfiffen, in die Hände geklatſcht, mit Steinen geworfen und geſchlagen. Wo es durch Ortſchaften geht, ſpringt Alt und Jung an Fenſter und Thüren und hilft ſchreien, zurufen und ſelbſt peitſchen. Da es bisweilen ſo ſchnell geht, als mit mancher Eiſenbahn, ſo kann man ſich denken, mit welchem Reſpect Mann, Roß und Eſel einem ſolchen Fuhrweſen aus dem Wege laufen, wenn ſie es in ſeinem Wahnſinn daherraſen hören.

Es kam mir ganz natürlich vor, als ein Zagal auf den andern ſchlug, nicht aus Bösartigkeit, ſondern weil die Lebens⸗ geiſter überſchwellten und nicht genug Gegenſtand an den Maul⸗ thieren vorhanden war.

Im Städtchen Figueras phantaſirte ich auf den Gaſſen umher; es gab da viel Sonntagsleute, Frauenzimmer in ihren ſchwarzen Mantillen denn Schwarz ſcheint die Lieblingsfarbe

des ernſten Spaniers zu ſein(ihr Auge und Haar iſt auch

ſchwarz). In Perpignan ſah ich häufig die Kopfbedeckung der cataloniſchen Männer, ein rother Sack, der mit dem Theil, welcher zur Bedeckung nicht nöthig iſt, ſich als Zierde auf eine Achſel herabläßt.

Die Männer vom Volke ſind meiſt ſchöne, kräftige Leute und haben einen auffallend wilden Gang, wie wenn ſie ſich zor⸗ nig in einen Kampf ſtürzen wollten. Ueberhaupt ſcheinen die Spanier in Phyſiognomie, Behabung und Naturell ſich von der deutſchen oder ſlaviſchen Race etwa ſo zu unterſcheiden, wie fleiſchfreſſende gegen grasfreſſende Thiere.

Ein Mädchen im Wirthshauſe, die mit unſerm längſt ver⸗ heiratheten Gargon ſcherzte, machte mir den Eindruck, wie wenn

eine Feuerflamme oder ein Blitzſtrahl Spaß machen wollte. Es war Buhlerei, Scherz und Mord, ein Pulverfäßchen voll ſchla⸗ fendem Zorn. Bei einer andern Gelegenheit converſirte eine barfüßige Magd mit einem Reiſenden, einem Rheinländer, der fertig ſpaniſch ſprach, mit vollkommner Freiheit und im Gefühl der Ebenbürtigkeit.

In Valencia wurde kürzlich ein Raubritter officiell erſchoſſen wegen zweier Mordthaten. Zehn Tage vor meiner Ankunft wurde der Poſtwagen in der Nähe von Valencia am hellen Tage von Räubern angefallen. Und es begegnete mir ſelbſt zweimal, daß ein wilder Kerl im Mohrenhemde ein ziſchendesSt hinter mir pfiff und einen Dolchblick nachſchickte. Ich dachte an den Dichter Auffenberg(der mit einigen zwanzig Wunden niederge⸗ dolcht wurde, indem man ihn für einen Andern hielt, dem der

Tod zugedacht war. B. G.).

Es wird in Spanien Nachts von 8 Uhr an bis 12 Uhr ge⸗ wöhnlich nicht gefahren, weil dieſes die Zeit iſt, in welcher die Räuber ihren Berufs⸗Geſchäften nachgehn. 4

Die angeſehenſten Räuber ſiud die Reſte von politiſchen Banden. Sie ſehen ſich als eine kriegführende Macht an, und üben zuweilen Juſtiz.

Nirgends ſcheint mir Arbeit und Ruhe ſich in ein ſo richtiges Verhältniß geſetzt zu haben als in Spanien. Daß die Spanier nicht träge ſind, zeigt ſchon ihre Reinlichkeit. Außer holländiſchen Städten ſab ich keinen ſo reinlichen Ort als Barcelona. Die Umgegend von Valencia iſt wie ein Garten angebaut, und doch wird dies durch künſtliche Bewäſſerung bewirkt. Auch die Weiber auf dem Markte beſchäftigen ſich beim Verkauf noch mit andrer Arbeit. In vornehmen Familien ſogar werden die Töchter früh

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