Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
594
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Ryffhauſen

Müden Tages letzte Gluth Zittert in den Zweigen,

Und das Wild im Walde ruht, Und die Vögel ſchweigen.

Nur des Abends ſanfter Hauch Flüſtert in den Bäumen.

Müder Wandrer, willſt du auch Selig ruhn und träumen? Tief im Hain

Singt allein

Nur mit wunderbarem Schall Einſam noch die Nachtigall.

Kaiſerstochter, höreſt du Süßer Liebe Lieder?

O Jolanthe, geh zur Ruh, Schlaf' und träume wieder. Träume von dem Abendſtern, Deines Lebens Sonne, Deſſen Bild, ob ewig fern, Dich erfüllt mit Wonne. Tauſend Mal

Weit ins Thal

Wirſt du von der Warte ſpähn Nimmer den Geliebten ſehn.

Trage mir zum Parke hin, Page, meine Laute,

Stillen Grames Tröſterin, Meiner Lieb' Vertraute. Nachtigall und Kaiſerkind Süße Lieder ſingen,

Wird ihm wohl der Abendwind Ihre Seufzer bringen? Schmerz und Luſt

In der Bruſt

Binden ſich in Ewigkeit⸗ Und die Liebe weckt das Leid:

Ich lebte und träumte und wußte es kaum, Mich weckte die Liebe zum ſeligſten Traum: Nun lieb' ich und weiß es und finde nicht Ruh;

O könnt ich nur träumen immerzu!

Blüthen ſchlummert das kindliche Herz, Da weckt es die Liebe, dann ruft es den Schmerz, Und ahnt es den Frühling dann iſt er entflohn, Es freut ſich der Sonne, da ſinket ſie ſchon.

Du haſt mich erweckt von dem ſeligſten Traum; Ich liebe dich innig, du kenneſt mich kaum,

An deinem Herzen nur fänd ich die Ruh.

O könnt' ich nur träumen unmerzu

Heinrich wandelt durch den Wald Noch in ſchweren Kämpfen,

Doch der Mann wird immer bald Schmerz und Sehnen dämpfen.

Kyffhauſen. Gedicht von Hermann Francke.

Noveſlen⸗ Zeilung.

M.

Hermann Francke.

Seine eigne Pbantaſie Scheinet ihm Jolanthe, Die mit ſüßer Melodie Ihn bezaubernd bannte. Und er muß Ihrem Kuß

Sich entringen, bringt's auch Schmerz:

Nur dem Volke ſchlägt ſein Herz.

Und er hört der Melodien Alte, liebe Weiſe.

Wie die Töne locken, ziehn! Und er naht ihr leiſe.

Ob es in den Zweigen rauſcht⸗ Sind es flücht ge Rehe?

Nein die Jungfrau ſinnt und lauſcht,

Ahnend ſeine Nähe.

Sie erſchrickt,

Da er blickt

Tief durch ihrer Augen Pracht Ihrer Seele düſtre Nacht.

Heinrich grüßt die edle Maid

Männlich, ohne Zagen,

Sie bekämpft des Herzens Leid

Und der Liebe Klagen.

Stolz in voller Majeſtät

Will ſie ihn empfangen,

Der des Kaiſers Kind verſchmäht,

Freiheit zu erlangen.

Doch ſie ſchweigt,

Weint und reicht

Bebend ihrem Freund die Hand, Deſſen Werth ſie wohl verſtand.

Schau ich dich zum letzten Mal?

Muß dich ewig fliehen,

Ohne Raſt nach eigner Wahl Dunkeln Weg zu ziehen?

Heitrer Jugend ſtolzen Traum

Seh' ich trauernd ſcheiden,

Doch das Herz hat keinen Raum

Für der Liebe Leiden.

Ruft die Pflicht,

Zaudr'ich nicht.

Lebe wohl! Auf Wiederſehn,

Wenn des Mannes Werk geſchehn!

O Geliebter, lauſche nicht Fernen, fremden Weiſen⸗

Die dich rufen zu der Pflicht

Und dein Herz zerreißen.

Wenn das herbe Wort uns trennt, Das, noch kaum vollſtrecket,

Ewig in der Seele brennt,

Gram und Reue wecket:

Wieder dann Tief im Bann Muß ich ſchlummern und du weinſt, Wenn du mich zu ſchauen meinſt.

Querfurt, Verlag von H. A. Schmid's Verl. Conto. 1859.

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